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Neues Konzept für Bombardier

Entlassungen drohen Neues Konzept für Bombardier

Am Montag trifft sich der Gesamtbetriebsrat des Schienenfahrzeugherstellers, um über tragfähige Zukunftskonzepte zu sprechen. Im Zentrum dürfte dabei die Forderung stehen, weniger zu arbeiten statt Mitarbeiter zu entlassen. Allein im Hennigsdorfer Werk sollen 270 Menschen ihren Job verlieren.

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Betriebsratschef Michael Wobst fordert eine Alternative zu den geplanten Entlassungen.

Quelle: Foto: Robert Roeske

Hennigsdorf. Die Lage bei Bombardier bleibt weiter angespannt. Am Montag trifft sich der Gesamtbetriebsrat in Berlin, um an einem Alternativkonzept für die geplanten Entlassungen zu arbeiten. Allein in Hennigsdorf sollen bis Ende 2017 270 Mitarbeiter entlassen werden, davon 143 in der Produktion und 65 im Engineering. Das wäre etwa ein Zehntel der Belegschaft im größten Bombardier-Werk Deutschlands. Zudem sind für den Sommer weitere Maßnahmen angekündigt.

In der Chefetage gebe es derzeit aber keine Bewegung, erklärt Bombardier-Betriebsratschef Michael Wobst. Die Aufsichtsratssitzung in der vergangenen Woche in Berlin sei enttäuschend verlaufen. „Sie hatten dort nichts Neues zu verkünden“, so Michael Wobst, der auch in der Sitzung war. Eigentlich hatte er sich erhofft, ein Konzept für Bombardiers Zukunft in Deutschland zu hören. „Aber dazu war man nicht gewillt oder in der Lage.“ Auf den Vorschlag der IG Metall hin, statt Entlassungen doch eher weniger arbeiten zu lassen, kam keine Reaktion von der Geschäftsführung. „Das hat man zur Kenntnis genommen und nicht weiter kommentiert“, erklärt Michael Wobst.

Genau dieser Punkt könnte zentral werden im Alternativkonzept, das am Montag besprochen werden soll. Man werde kritische Bereiche des Unternehmens beleuchten und sich fragen, was sich ändern muss. „Wir brauchen eine vernünftige Alternative zu Personalabbau und Verlagerung in Niedriglohnländer“, forderte Wobst. Er fürchtet zudem, dass das Ende der Produktion ein Sterben auf Raten für das Hennigsdorfer Werk wäre. Seiner Ansicht müsse der Konzern künftig mehr in die Bereiche Forschung und Entwicklung investieren, zudem stört sich Wobst daran, dass viele Bereich zuletzt in Niedriglohnländer verlagert wurden. Solche Aufgaben könnten in Deutschland qualitativ hochwertiger erledigt werden. Außerdem, so der Betriebsrat, müsse der Konzern sich die Führungs- und Verwaltungsebene anschauen. An dieser Stelle könne Bombardier tatsächlich verschlanken. Auch stört er sich an der kanadischen Mentalität, die Angestellten nicht um Rat zu fragen, wenn es Probleme gebe. „Dabei wissen die Leute in den Betrieben vor Ort am Besten bescheid, was man verbessern kann“, erklärte Wobst. Die Meinung der Mitarbeiter soll bei der Sitzung des Gesamtbetriebsrats hingegen eine große Rolle spielen.

Mitte März hatten tausende Bombardier-Mitarbeiter gegen die Entlassungspläne demonstriert, auch vor dem Hennigsdorfer Werktor versammelten sich rund 800 Menschen. Ob es im April neue Protestaktionen geben soll, dazu wollte sich der Betriebsratschef nicht äußern. „Das lasse ich mal offen“, so Wobst. Anfang Mai könnte es indessen erste Warnstreiks geben, wenn die Friedenspflicht für die Tarifrunde endet. Auch hier werde der Protest gegen die geplanten Entlassungen eine Rolle spielen, kündigte Wobst an.

Von Marco Paetzel

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