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Neues Tanklöschfahrzeug übergeben

Mühlenbecker Land Neues Tanklöschfahrzeug übergeben

Ein neues Tanklöschfahrzeug ist gestern an den Löschzug Schildow übergeben worden. Rund 330.000 Euro hat die Gemeinde investiert. Der exotische Allrad-Tatra soll vorrangig der Brandbekämpfung in den Wäldern, auf der Autobahn und an Bahnanlagen dienen.

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Bürgermeister Smaldino-Sttaus und Löschzugführer Gunnar Prütz (v. l.) stoßen mit den übrigen Gästen auf das Schmuckstück an.

Quelle: Helge Treichel

Schildow. Mit seiner Lage an der Autobahn und als „Eingangstor des Naturparks Barnim“ stelle die Gemeinde Mühlenbecker Land besondere Anforderungen an die Feuerwehr. Dem werde mit der Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges TLF 30/9000 entsprochen, sagte Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus bei der feierlichen Übergabe der „Dame in Rot“ wie er sie nannte. Ein dickes Dankeschön gehe an die Kommunalpolitiker, die das Geld für die Anschaffung bereitgestellt hätten. Das trage dazu bei, dass die Gemeinde mindestens in den nächsten 30 Jahren gut abgesichert sei und die Bewohner nachts ruhig schlafen könnten.

Gemeinde investiert 330.000 Euro

Immerhin 330 000 Euro habe die Gemeinde nach den Worten von Kämmerin Kerstin Bonk in die neue Technik investiert – ohne jeglichen Fördermittel, betont sie. Im Februar 2015 sei der Auftrag erteilt worden. Am Dienstag nach Pfingsten traf das neue Fahrzeug mit dem Funkrufnamen „Florian Oberhavel 15/25/1 in Schildow ein. Seit einer guten Woche ist es in Dienst gestellt. Im Einsatz war es noch nicht, sagt Gemeindebrandmeister Reinhard Knaak.

Die technischen Daten des Tanklöschfahrzeuges sind beeindruckend: Ein luftgekühlter V8-Dieselmotor mit 442 PS bewegt das TLF mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 26 Tonnen. Der Hubraum: 12.500 Kubikzentimeter. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 100 km/h gedrosselt. Das automatische Schaltgetriebe hat 16 Gänge, der 6x6-Allradantrieb des dreiachsigen Fahrzeugs ist zuschaltbar. Die einzeln aufgehängten Räder sind luftgefedert, wodurch die Bodenfreiheit um neun Zentimeter erhöht oder um zwölf verringert werden kann. Die Wattiefe beträgt 90 Zentimeter, das Steigvermögen 100 Prozent. Der Wasserbehälter fasst 9000 Liter, der Schaumbehälter 540 Liter. Die Pumpe schafft 3000 Liter pro Minute bei einem Druck von 10 Bar. Neben einem Generator ist unter anderem ein LED-Lichtmast an Bord. Entsprechend zufrieden zeigt sich der Gemeindebrandmeister.

Vorgänger war ein Gebrauchtwagen

Nach seinen Worten ersetzt das TLF ein ähnliches Tatra-Fahrzeug mit dem Baujahr 1985. Das sei 1995 von der Berliner Feuerwehr erworben worden, jedoch in einem schlechten Zustand. Deshalb wurde es neu aufgebaut. Für gut 20.000 Euro wurde es nun verkauft und leiste wieder seinen Dienst in der öffentlichen Feuerwehr in der Ukraine. Aufgrund des Anforderungsprofils und der guten Erfahrungen fiel die Wahl für den Nachfolger wieder auf ein Tatra-Fahrgestell, sagt Knaak. Im Ergebnis der Ausschreibung ging der Auftrag zur Beschaffung des Fahrgestellt und zum feuerwehrtechnischen Aufbau an die polnische Firma Wiss aus Bialsko Biala. „Wir haben uns vorher die Produktion vor Ort an und hatten ein uneingeschränkt gutes Gefühl“, sagt Knaak mit Blick auf gewaltige, nach modernsten Standards ausgerüstete Produktionshallen. Der Markt von Wiss liege bislang aber vorrangig in Skandinavien und Osteuropa. Deshalb habe es zusätzlicher Bemühungen bedurft, um die „in Deutschland sehr filigran geregelten technischen Anforderungen“ zu erfüllen.

Sechs Fahrzeuge in der Wache in Schildow

Dem Löschzug Schildow mit seinen 38 Einsatzkräften stehen sechs Fahrzeuge zur Verfügung: eine Drehleiter, ein Tanklöschfahrzeug TLF 20, ein Löschfahrzeug HLF 20, ein Gerätewagen GW-L2, ein Mannschaftstransportwagen MTW – und die Neuanschaffung, das TLF 30/9000. Die Freiwillige Feuerwehr Mühlenbecker Land hat eine Mannschaftsstärke von 120 Mitgliedern.

Gemeindebrandmeister Reinhard Knaak

Gemeindebrandmeister Reinhard Knaak.

Quelle: Helge Treichel

Interview: „Dieses Fahrzeug ist ein Exot“

Reinhard Knaak ist seit Bildung der Großgemeinde Mühlenbecker Land im Jahr 2003 Gemeindebrandmeister.

MAZ: Was ist das Besondere an dem neuen Tanklöschfahrzeug?

Reinhard Knaak: „Mit seinem Tatra-Fahrgestell, dem Löschwasservolumen von 9000 Litern und seiner maximalen Geländegängigkeit mit zuschaltbarem Allrad ist es ein Exot. Es gibt nur zwei Stück davon im Land Brandenburg. Das andere steht in Perleberg.“

Wozu braucht der Schildower Löschzug einen Exoten?

Reinhard Knaak: „Die Einsatzschwerpunkte werden die Waldbrandbekämpfung sowie die Brandbekämpfung auf Autobahnen, an Bahnstrecken und Anlagen sein. Dieses Fahrzeug kann größere Mengen Löschwasser bereitstellen und so als Wasser- und Schaummittelpuffer bei größeren Brandeinsätzen dienen. Zudem sind wir Teil der Brandschutzeinheit für überörtliche Schadenslagen. Da muss man schon was hinstellen. Ein weiterer Vorteil ist die sehr niedrige Bauweise des Tatra. Andere Fahrzeuge sind 80 bis 90 Zentimeter höher.“

Von Helge Treichel

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