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Neupflanzung am Grenzturm in Nieder Neuendorf vorgesehen

Morsche Pappeln sollen weichen Neupflanzung am Grenzturm in Nieder Neuendorf vorgesehen

Die beiden Pappelreihen am ehemaligen Grenzturm in Nieder Neuendorf sind in die Jahre gekommen. Wegen der Gefahr, die von de morschen Bäumen ausgeht, sollen sie gefällt und durch Silberweiden ersetzt werden.

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Die gestutzten Baumreste bieten ein Bild des Jammers

Quelle: FOTO: Ulrich Bergt

Nieder Neuendorf. Von stolzen Pappeln kann kaum noch die Rede sei, wenn man die beiden Baumreihen am ehemaligen Grenzturm in Nieder Neuendorf betrachtet. Zwischen den Bäumen klaffen bereits große Lücken, auf dem Rasen liegen vom Wind abgebrochene trockene Äste und Zweige. Und nachdem die Blätter ausgetrieben sind, zeigt sich, dass einige der morschen Bäume immer weiter absterben.

Als Veranstaltungsplatz kann die ausgedehnte Rasenfläche wegen der von den Pappeln ausgehenden Gefahr nicht mehr genutzt werden. In der Stadtverwaltung wird deshalb bereits seit vorigem Herbst über eine Neugestaltung des vor dem Grenzturm liegenden „Platzes der Maueropfer“ nachgedacht. Die Stadt beauftragte Baumsachverständigen Holger Gabel mit der Begutachtung der Bäume. Von den mindestens 39 Pappeln, die nach 1945 zu beiden Seiten des damals in den See mündenden Nieder Neuendorfer Kanals gepflanzt wurden, sind bereits 15 gefällt worden. An den verbliebenen 24 Bäumen wurden verschiedene Schäden festgestellt. In den nächsten fünf Jahren werden weitere zwölf Bäume verlorengehen, erklärte der Gutachter.

Der Fachdienst Öffentliche Anlagen hat jetzt dem Bauausschuss drei mögliche Varianten für die Lösung des Pappel-Problems vorgestellt. Verworfen wurde die Möglichkeit, geschädigte Bäume nach und nach zu fällen und durch neue zu ersetzen. Auch zu warten, bis alle Bäume tot sind und dann die beiden Reihen zu erneuern, halten die Fachleute für keine gute Lösung.

„Wir favorisieren Variante 3“, erklärte Fachdienstleiter Dirk Asmus. „Die Platzfläche sollte vollständig erneuert werden.“ Das heißt, alle Bäume werden gefällt, der Rasen wird neu angelegt und zwei neue Baumreihen werden gepflanzt. Allerdings nicht wieder Pappeln, die als windbruchgefährdet gelten, sondern eine einheimische Weidenart. Die Sorte „Liempde“ erreicht eine Höhe von 20 bis 25 Metern. Sie soll auch nicht wieder so eng wie einst die Pappeln gepflanzt werden, sondern in einem Abstand von mindestens zehn Metern stehen. Vorgesehen ist ein kompletter Bodenaustausch, damit von den alten Pappelwurzeln keine Fäulniserreger auf die Neuanpflanzungen übergehen können, erklärte Silke Teuber, die im Rathaus für den Baumschutz zuständig ist.

Bereits in diesem Herbst, im Oktober und November, soll die Neugestaltung des „Platzes der Maueropfer“ in Angriff genommen werden. Danach müssen die Hochstämme Zeit bekommen, sich am neuen Standort zu behaupten. Dafür ist eine dreijährige „Entwicklungspflege“ erforderlich. Erst dann können auf dem Platz wieder Veranstaltungen durchgeführt werden. Insgesamt werden für die Erneuerung der Grünanlage 75 000 Euro veranschlagt.

Die Fraktionen von CDU/FDP und Linken stimmten im Bauausschuss diesen Planungen zu. SPD und Grüne erbaten sich noch Bedenkzeit. Zur gestrigen Hauptausschusssitzung brachten sie eine Ergänzung ein. Der Vorschlag zielt auf mehr Transparenz bei dem sensiblen Thema Baumschutz. Deshalb sollen sowohl das unabhängige Baumgutachten als auch die Genehmigung der Fällungen durch die Kreis-Naturschutzbehörde auf der Internetseite öffentlich gemacht werden. Außerdem möchten die Grünen den mächtigen Pappelstämmen ein zweites Leben schenken. „Sie sollen nicht einfach zu Holzhackschnitzeln verarbeitet werden“, sagt Fraktionschefin Petra Röthke-Habeck. Deshalb soll ein Holzbildhauer daraus Kunstobjekte gestalten. Wenn irgend möglich, sollten diese Skulpturen auch auf der Fläche zwischen Grenzturm und Dorfstraße ihren Platz finden. Und eventuell könnte man sogar geeignete Teile der alten Bäume zu Ruhebänken für diesen Platz machen.

Von Ulrich Bergt

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