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Oberhavel „Nicht meckern, sondern klotzen“
Lokales Oberhavel „Nicht meckern, sondern klotzen“
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00:33 15.03.2018
Gerd Feierbach gehört zum Urgestein des Oranienburger Seniorenbeirats, Marga Schlag aus Malz ist neue Vorsitzende – eine Frau mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

„Ich möchte vor allem die Senioren aus ihrem Schattendasein herausholen. Dass man sie nicht nur mit alt und gebrechlich in Verbindung bringt. Viele fühlen sich jung und sind sehr aktiv. Ich sehe das ja an mir selbst“, sagt Marga Schlag. „Ich habe auch nie Zeit“, sagt sie und strahlt.

Nach zwei Jahren als Stellvertreterin ist die 59-jährige aus Malz am 5. Februar zur neuen Vorsitzenden des Oranienburger Seniorenbeirats gewählt worden. Der besteht mittlerweile drei Jahre und zählt aktuell 15 Mitglieder. Fünf davon bilden den Vorstand. Zu dem gehören neben Marga Schlag, Hans-Joachim Luth aus Germendorf, Georgina Schwettge aus Lehnitz, Evelyne Alber aus Wensickendorf, und Liane Gröhler aus Lehnitz, die bisherige Vorsitzende. Das Gremium ist wieder für zwei Jahre gewählt.

Marga Schlag ist geborene Friedrichsthalerin. Gelernt hat sie in Berlin den Beruf der Krankenschwester. In Berlin lebte und arbeitete sie bis 2009 auch. Sie war Pflegedienstleiterin im Krankenhaus Herzberge in der Psychiatrie. Bis sie selbst krank wurde. Damals war sie gerade mal 50. Gern hätte sie eine Umschulung gemacht, aber sie war zu krank. „Es war ein schwerer Prozess für mich, das zu begreifen, Hilfe zu finden und anzunehmen. Aber damit lernt man das Leben lieben und achten“, weiß sie heute. Inzwischen ist Marga Schlag EU-Rentnerin.

Herausgeholfen aus dem tiefen Loch habe ihr vor allem ihr jetziger Mann Lothar Schlag. Sie kehrte vor Jahren Berlin den Rücken, suchte einen Neuanfang und fand ihn in Malz „Hier traf ich meine Jugendliebe wieder und habe sie geheiratet. Mein Mann hat mir viel Kraft gegeben“, blickt sie zurück.

Seit fünf Jahren ist Marga Schlag Mitglied der Malzer SPD: „Hätte es sie in der DDR gegeben, wer ich Mitglied geworden“, begründet sie. Dort habe sie ihre politische Heimat. „Kommunalpolitik war mir immer wichtig. Denn auf dieser Ebene kann man viel bewegen. Meine Meinung ist: Nicht meckern, sondern klotzen. Selbst etwas tun, mit Hand anlegen, damit die Demokratie lebt“, so ihre Philosophie.

Und so ist sie auch zum Ehrenamt der Vorsitzenden des Seniorenbeirats von Oranienburg gekommen. Gerd Feierbach hatte ihren Mann angesprochen. Der hatte nur gesagt: „Sie macht das schon und auf mich gezeigt.“ Zu Hause gab es dafür erst mal ein Donnerwetter. Das war vor zwei Jahren. Jetzt hat sie das Amt doch übernommen. Und gern.

Was sie bewirken möchte? „Das Gremium erarbeitet zur Zeit einen Fragenkatalog.“ Im Sommer soll es eine Umfrage unter den Senioren geben: Was bewegt sie? Was wünschen sie sich? Was soll sich verändern? Wie ist die Stimmung? Die Fragen werden sie übers Stadtmagazin erreichen. Zudem arbeiten zwei Mitglieder des Seniorenbeirats im Arbeitskreis Nahverkehrsplan mit, weitere im Sozialausschuss, im Bildungs- beziehungsweise im Bauausschuss. „Ich möchte, dass wir Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen bilden, damit sich jeder nach eigenen Interessen einbringen kann. Sport ist ein wichtiges Thema, die ältere Generation will fit bleiben.“ Sie selbst fährt gern Rad und geht viel spazieren. Und sie bedauert, dass immer noch nicht alle Ortsteile vertreten im Seniorenbeirat: Friedrichsthal, Schmachtenhagen und Zehlendorf fehlen. Marga Schlag will nicht locker lassen und Vertreter finden.

Nächste Sitzung des Beirates ist am Montag, 9. April, um 10 Uhr im Regine-Hildebrandt-Haus, nächster Vorstandstreff am kommenden Montag, 19. März, ab 10 Uhr. Da ist jeder willkommen. Oder kann sich an sie direkt wenden unter 0173/8 83 93 89 und schlagmarga@gmail.com.

Von Heike Bergt

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