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Nicht nur die Technik gecheckt

Stadtwerke bekommen Sicherheitszertifikat für die Gas-Sparte Nicht nur die Technik gecheckt

Für Stadtwerkegeschäftsführer Alireza Assadi ist die TSM-Zertifizierung „ein Meilenstein in Sachen technischer und Versorgungssicherheit“. In der Gassparte ist nun alles im grünen Bereich. Die Oranienburger Stadtwerke haben rund 8000 Gaskunden. Im Mai werden die Sparten Strom und Wasser zertifiziert.

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Geschäftsführer Alireza Assadi mit dem Zertifikat, das ihm Ralf Wittmann, Geschäftsführer der DVGW (3. v. l.) überreicht hatte.

Quelle: Foto: ENRICO KUGLER

Oranienburg. Alireza Assadi hielt sie am Montagnachmittag in den Händen: die Urkunde für „Technisches Sicherheitsmanagement“, kurz TSM: „Für uns ein Meilenstein in Sachen technischer und vor allem Versorgungssicherheit in Oranienburg“, so der Geschäftsführer der Stadtwerke Oranienburg (SWO). Im November hatten Experten des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW) die Erdgassparte der Stadtwerke zertifiziert und damit bestätigt, dass in Sachen Gasversorgung sowie technischer Ausstattung und Qualifizierung des Personal alles im grünen Bereich ist. „Dafür haben wir uns einem strengen Regime unterworfen“, so Assadi.

„Das war kein einfacher Weg, aber wir haben die Anforderungen zu 100 Prozent erfüllt“, so SWO-Prokurist Steffen Carls, der das Zertifizierungsprojekt geleitet hat. Der Prozess dauerte zweieinhalb Jahre. Dabei wurden nicht nur alle technischen Anlagen und Leitungssysteme überprüft, ein Konzept zur Verhütung schwerer Unfällen musste ebenso vorgelegt werden wie eine vorausschauende Risikoanalyse. Interne und externe Weiterbildungen der Kollegen sorgten dafür, dass es kein „Herrschaftswissen“ gibt, sondern die Kollegen auf Augenhöhe arbeiten. Eine neue Software sorgt bereits seit 2013 „für einen Qualitätssprung bei der Arbeitsorganisation“, so Carls. In den elektronischen Handbüchern ist zum Beispiel verankert, wie bei Schweißarbeiten oder einer Gefahrensituation vorzugehen ist. Gecheckt wurden Schutzausrüstungen, Erste-Hilfe-Kurse, Bereitschaftsdienste und Entstörungsmanagement. „Dass wir heute in 30 Minuten am Störungsherd sind, war eine Herausforderung“, so Carls. „Bei Havarien liegen wir im Vergleich weit unter dem Bundesdurchschnitt.“ Jede muss an den DVGW gemeldet werden.

Das mag auch daran liegen, dass in Oranienburg das Gasnetz vergleichsweise jung ist. 80 Prozent wurde nach der Wende verlegt. Und die früheren Gasrohre aus Grauguss gibt es nicht mehr. Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Laesicke erinnerte an den Quantensprung der in den letzten Jahren vollzogen werden konnte. Vorbei die Zeit als es kaum Gasthermen und Material gab, „heute geht es um Sicherheitsoptimierung. Es ist beeindruckend, was da geschafft worden ist“, so der Bürgermeister. Aktuell werden vor allem neue Leitung in Abstimmung mit dem Tiefbauamt beim grundhaften Straßenausbau in den Boden gebracht.

„Das Gasnetz wächst bundesweit weiter, die Zahl der Unfälle geht dabei zurück“, bestätigte Ralf Wittmann, Geschäftsführer des DVGW, der die Urkunde überreichte. Explosionen gebe es kaum noch wegen technischer Mängel, meist nach Manipulationen. „Grauguss war bruchanfällig, die Gaswirtschaft hatte sich selbst verpflichtet, all diese Rohre aus dem Boden zu holen. Seit zwei Jahre sind wir fast auf null.“ 15 bis 20 Versorger wie die Oranienburger Stadtwerke hätten sich bisher zertifizieren lassen: „Schön wäre mehr“, so Wittmann.

Im 11. und 12. Mai stehen die nächsten Termin an, dann wollen die Stadtwerke sich in den Sparten Strom- und Wasserversorgung zertifizieren lassen. Platz neben der ersten Urkunde ist noch.

Von Heike Bergt

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