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Nieder Neuendorf: Kirche in Grau-Braun

Denkmalsanierung Nieder Neuendorf: Kirche in Grau-Braun

Rund 150 000 Euro kostet die Sanierung der Dorfkirche Nieder Neuendorf. Der Putz im Inneren der Kirche wird ausgetauscht, statt in Beige wird das Kirchenschiff künftig Grau-Braun gestrichen sein. Etwa ein halbes Jahr werden die Arbeiten dauern, Ende Juni wird das Haus mit einem Gottesdienst eingeweiht. Bereits 2008 wurde die Kirche von außen komplett saniert.

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Arbeiter entfernen den alten Putz. Die Kirche soll künftig wieder aussehen wie in den 1920er-Jahren.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Nieder Neuendorf. Hämmerschlage hallen durchs Gemäuer, Arbeiter schlagen Putz von den Wänden der Kirche Nieder Neuendorf. Vor acht Jahren wurde das mittelalteriche Gotteshaus von außen erneuert. Turmgebälk, Dach und Glockenstuhl wurden überholt, das Mauerwerk trockengelegt. Nun wird das Haus auch von innen saniert. Der hellbeige Ton, der Anfang der 1990er-Jahre an die Wände kam, wird gegen einen braun-grauen Anstrich getauscht. Eine schwarze Trennlinie vermittelt die Illusion eines Sockels. So sah die Kirche schon Anfang der 1920er-Jahre aus. Das belegt eine alte Farbschicht, die ein Restaurator des Denkmalschutzes unter anderen Schichten des vergangenen Jahrhunderts gefunden hat. Über dem Altar hat er außerdem einige Jugendstilranken freigelegt, die einst ein angedeutetes blaues Fenster umrahmten. Auch dieses Fenster wird – quasi als Blick aus der Kirche in den Himmel – wieder an die Wand gemalt.

Die Dorfkirche wurde 2008 schon von außen aufwändig saniert

Die Dorfkirche wurde 2008 schon von außen aufwändig saniert

Quelle: Enrico Kugler

An die grau-braune Farbgebung muss sich Pfarrerin Barbara Eger aber erst gewöhnen, so richtig glücklich scheint sie nicht. „Der Denkmalschutz hat so entschieden, daran können wir nichts ändern“, sagt Eger. Die neue Farbe sei aber luftdurchlässig, so könnte das alte Gemäuer besser atmen. Bislang tropfe es von der Decke, wenn viele Menschen aus Schnee oder Nässe in die Kirche traten, erklärt Barbara Eger. Die Kirchenbänke wurden schon in der vergangenen Woche abtransportiert und in einer Scheune zwischengelagert, sie sollen auch einen neuen Anstrich erhalten. Saniert wird auch die Orgel von 1846, eine Spende der damaligen Gutsherrin von Levetzow. „Wir lassen die Pfeifen reinigen“, erklärt Pfarrerin Barbara Eger.

Insgesamt 150 000 Euro kosten die Arbeiten, etwa doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Das liegt vor allem daran, dass der bisherige Untergrund in einem so schlechten Zustand ist, dass er aufwändig saniert werden muss. Einen Teil der Kosten übernehmen Stadt und Stadtwerke, auch der Kirchenkreis übernimmt einen großen Teil. Rund 35 000 Euro steuert die Gemeinde bei. Ein Teil des Geldes haben die Mitglieder des Kirchenchores „3Klang“ mit dem Verkauf ihrer eigenen CD „Auftakt“ beigesteuert.

Bis Ende Mai soll die Nieder Neuendorfer Kirche innen komplett saniert sein, der große Einweihungsgottesdienst ist dann für den 26. Juni geplant. Pfarrerin Barbara Eger rechnet damit, dass die etwa 100 Plätze in der Kirche dann für die Gäste nicht reichen werden. Denkbar sei, dass man Menschen vor der Kirche per Liveschalte mit Lautsprechern am Gottesdienst teilhaben lässt. Bis dahin finden die Gottesdienste aber noch im Gemeindesaal statt.

Von Marco Paetzel

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