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Niemand kümmert sich

Schmachtenhagen Niemand kümmert sich

Heiko Ehrhardt versteht nicht, warum sich um den 300 Meter langen Weg, der die Kolonie West und das Dorfzentrum verbindet, keiner kümmert. Eigentlich sollten die Schulkinder sicherer zum Unterricht kommen und nicht die viel befahrene Dorfstraße entlang laufen. Dafür war der Weg befestigt und beleuchtet worden. Aber nun ...

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Heiko Ehrhardt steht auf dem Pfad, der als sicherer Schulweg ausgebaut wurde.

Quelle: fAndrea Kathert

Schmachtenhagen. Was war das für ein Kampf, bis endlich der unbefestigte Fußweg von der Kolonie West bis zur Schule einen ordentlichen Belag und eine Beleuchtung bekam. Vor allem die Schüler sollten sicherer zur Schule kommen und nicht an der viel befahrenen B 273 und der Dorfstraße laufen. Doch nun kümmert sich niemand mehr um die Unterhaltung des Weges. Das ist der Eindruck von Heiko Ehrhardt, der im Grabowseeweg 2 wohnt. Dabei wird der Pfad von den Schmachtenhagenern gut angenommen. Es ist die kürzeste Verbindung von der Kolonie West zum Dorfzentrum mit Kita, Hort, Ärzten, Feuerwehr, Gemeindehaus und eben der Schule. Allein 48 Schulkinder kommen aus der Kolonie-West, das sind mehr als ein Drittel aller Schmachtenhagener Schüler.

„Das neue Schuljahr hat begonnen und der Weg ist unter aller Sau“, findet Ehrhardt. Seine Kinder sind zwar noch klein, die Große ist vier Jahre alt. Doch in zwei Jahren wird sie auch den vermeintlich sicheren Schulweg zur Neddermeyer Grundschule nehmen. „Dann schnappe ich mir wahrscheinlich selbst eine Motorsense“, sagt Ehrhardt. Denn der 300 Meter lange Pfad, der durch ein Waldstück und über die Bäke führt, ist nicht mal mehr einen halben Meter breit. Links und rechts wuchern die Brennnesseln. Bei Gegenverkehr muss notgedrungen jemand in die Brennnesseln. Wenn derjenige Pech hat, liegt dann auch noch ein Hundehaufen. Das Recyclingmaterial, das zur Befestigung aufgebracht wurde, hat einen schmierigen Film gebildet. Durch die Fahrräder und wahrscheinlich den Starkregen sind Rillen im Weg entstanden.

Radfahrer bekommen schon Tempo drauf

Radfahrer bekommen schon Tempo drauf.

Quelle: Andrea Kathert

Besonders dort, wo der Weg zur Bäkebrücke recht steil abfällt, kann es für Radfahrer gefährlich werden. Auch ein Stück weiter in Richtung Schule, sieht Ehrhardt eine gefährliche Stelle. Er zeigt auf eine Eiche, neben der riesige Äste am Boden liegen. „Der hier ist erst vor kurzem abgebrochen und lag direkt auf dem Weg“, sagt der Schmachtenhagener. Der Ast auf dem Boden mit der frischen Bruchstelle ist mehr als 20 Zentimeter stark. „Die Leute haben ihn dann einfach auf die Seite gepackt“, sagt Heiko Ehrhardt, dessen Frau auch öfter mit Kinderwagen dort unterwegs ist. Außerdem führt er weiter zum Sportplatz der Gemeinde und wird auch deshalb nicht nur von Schulkindern benutzt.

Der Pfad ist nicht mal so breit, dass ein Kinderwagen drauf passt

Der Pfad ist nicht mal so breit, dass ein Kinderwagen drauf passt.

Quelle: privat

„Für mich ist es unverständlich, warum sich niemand um diesen Weg kümmert, der von unseren Jüngsten jetzt täglich genutzt wird“, so Ehrhardt. „Schließlich wurde er mit dem Argument errichtet, dass er sicherer sein soll als der lange Weg entlang der befahrenen Ortsstraße.“ Seine Sorgen hat der Anwohner der Kolonie auch schon beim Ortsvorsteher vorgebracht. Offenbar ohne Erfolg. „Aber wenn Dorffest gefeiert wird, dann ist alles gewienert auf dem Anger“, ärgert sich Ehrhardt.

Schulleiterin Sabine Nothing hat bis jetzt noch nichts gehört von Problemen auf dem Weg. „Kein Elternteil ist an uns deswegen herangetreten“, meinte sie. Sofort hat sie am Dienstag ihre Fünft- und Sechstklässler aus der Kolonie befragt. „Und die haben mir in der Tat bestätigt, dass es ausgefahrene Stellen und viele Brennnesseln dort gibt.“ Sabine Nothing wird sich im Rahmen des sicheren Schulweges darum kümmern. „Das Problem trage ich weiter“, sagte die Schulleiterin.

Von der Eiche könnten noch mehr Äste runterkommen

Von der Eiche könnten noch mehr Äste runterkommen.

Quelle: Andrea Kathert

Tiefbauamtsleiter Thorsten Junker, dem auch der Stadthof untersteht, konnte gestern auf Anhieb nichts zum Zustand des Weges sagen. „Aber an uns ist niemand herangetreten“, wusste er. „Sonst würden wir natürlich versuchen, dort zu helfen.“ Gerade in diesem Sommer kämen die Stadthofmitarbeiter aber wegen der Regenfälle mit der Grünpflege nicht hinterher, räumte er ein. Und besonders im Sommer sei das Personal immer reduziert, weil im Winter Urlaubssperre im Stadthof herrscht und auch noch Überstunden aus dem Bereitschaftsdienst des letzten Winters im Sommer abgebaut werden müssen.

Von Andrea Kathert

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