Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Noch im Dornröschenschlaf
Lokales Oberhavel Noch im Dornröschenschlaf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 08.02.2016
Wertvolle, aber schon stark verfallene Bausubstanz der ehemaligen Lungenheilstätte. . Quelle: Enrico Kugler
Anzeige
Oranienburg

Einen Hauch von Hollywood brachten vor zwei Jahren George Clooney und sein Filmteam für den Streifen „The Monuments Men“ an den Grabowsee. Der morbide Charme der denkmalgeschützen Häuser der einstigen Lungenheilstätte diente als Kulisse für den Streifen, in den Clooney Regie führte und vor der Kamera stand. Seitdem geht der Verfall auf dem 34 Hektar großen Gelände weiter. Der Versuch des Vereins „Kids Globe“, eine internationale Akademie für Kinder und Jugendliche aufzubauen, scheiterte. Aus Spendengeldern konnten einige Dächer ausgebessert werden. Für mehr fehlte die finanzielle Basis.

Ist die Anlage noch zu retten? Heinz Müller bejaht. Der Immobilienkaufmann aus Berlin hat das Objekt bereits 2002 erworben. „Die tolle Lage an Wald und See und doch so nah an einer Stadt mit S-Bahn-Anschluss nach Berlin“, das habe ihn gereizt. Und da er bereits an ähnlichen Projekten mitgewirkt habe, wolle er das Ensemble jetzt zu Wohnungen umbauen. Das Projekt Kids Globe, das er geduldet hatte, sieht er heute skeptisch: „Man hat eher ein paar Dächer abdecken lassen“, zudem hätten „auch merkwürdige Leute Zutritt bekommen“.

Vor einem Jahr hatten die Oranienburger Stadtverordneten einen Bebauungsplan für das „Wohngebiet ehemalige Lungenheilstätte Grabowsee“ aufgestellt. Der soll jetzt auf Antrag des Eigentümers in einen „Vorhabenbezogenen B-Plan“ umgewandelt werden. Der Bauausschuss diskutiert darüber am Dienstagabend.

„Das ist in unserem Interesse“, so Baustadtrat Frank Oltersdorf. Denn der neue Plan legt genau fest, was der Bauherr darf und was nicht. So dürfen die Häuser ausschließlich zu Wohnungen umgebaut werden und der Park soll wieder öffentlich werden. „Passiert das nicht, ist das Baurecht verwirkt“, so Christian Kielczynski. Dabei stünden die Pläne nicht im Widerspruch zur Philosophie der Stadt: „Innenstadt- vor Außenentwicklung“ so der Planungsamtsleiter: „Der Denkmalschutz ist das einzige Argument, dass der Bauherr dort Wohnungen bauen darf.“

Mit der Planung beauftragt ist das Büro von Anke Ludewig in Birkenwerder. Sie hofft, dass „das verzauberte, aber auch ein wenig verhexte Projekt gelingt, die Anlage wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann“. Es müsse eine realisierbare Nutzung gefunden werden. Im Gärtnerhaus sei ein Café vorstellbar, im Pförtnerhaus ein Ausstellungsraum. Heinz Müller schätzt die Bausubstanz trotz des Verfalls als gut ein. „Je nach Größe sollen rund 150 Wohnungen entstehen, auch ein Café und natürlich eine Kita. Der Park bleibt, wie er war und die Autos sollen vorzugsweise auf den bisherigen Flächen der Garagen abgestellt werden.“

Teuer dürfte die Erschließung des Areals werden. Es ist über den etwa sechs Kilometer langen Malzer Weg von Schmachtenhagen aus zu erreichen oder über die Brücke von Friedrichsthal aus. Diese ist jedoch lediglich für Fußgänger und Radler gedacht. „Das wird über den Erschließungsvertrag zu regeln sein und fällt in die Aufgabe des Investors“, so Kielczynski. Der sieht darin aber „kein Problem“. Er wolle „so viel wie nötig investieren“ und „Mietwohnungen zu ortsüblichen Preisen“ anbieten und so bald wie möglich beginnen.

Von Heike Bergt

Oberhavel Altstadtsanierung in Liebenwalde - Sind die Häuser noch zu retten?

Die Mittelstraße in Liebenwalde ist das letzte große Sorgenkind der Stadt, wenn es um das Thema Altstadtsanierung geht. In den anderen Straßenzügen und am Markt hat sich schon viel getan. Nur in der Mittelstraße bestimmen noch verfallene Häuser, Ruinen und leere Grundstücke das Bild. Die Eigentümer wollen oder können daran nichts ändern. Deshalb muss die Stadt reagieren.

08.02.2016
Oberhavel Hennigsdorfer Ehepaar „adoptiert“ junge Syrer - Paten mit viel Herz

Uta Sachse und Hans Welzel haben drei syrische Asylbewerber unter ihre Fittiche genommen. Sie kümmern sich nach Ferieabend und an den Wochenenden um die jungen Männer, laden sie zu sich nach Hause ein, machen Ausflüge, lernen Deutsch mit ihnen. Die Syrer sind nicht ihre ersten ausländischen Patenkinder.

05.02.2016

Es ist ein schwerer Schicksalsschlag, der alles verändert: Als Zweijähriger ertrinkt Arne-William aus Hohen Neuendorf. Er ist dem Tode nahe, doch er wird wiederbelebt. Seitdem liegt er im Wachkoma. Die Familie hofft auf Hilfe durch eine Delfin-Therapie in der Karibik. Viele Menschen hat das Schicksal bewegt – und spendeten Geld. Nun kann die Reise endlich starten.

05.02.2016
Anzeige