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Oberhavel „Nur einmal dabeisein“
Lokales Oberhavel „Nur einmal dabeisein“
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00:39 27.06.2015
Margot Schöning beim Training für den großen Auftritt; sie hat die Zügel fest in der Hand. Quelle: PRIVAT
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Altglobsow/Brück

Was wäre gewesen, wenn ihr vor geraumer Zeit nicht dieser Satz entfleucht wäre: „Mein Traum ist es, einmal bei ’Titanen der Rennbahn’ mitzufahren.“

Ja, dann wäre sie am morgigen Freitagabend trotzdem in Brück – dem international hoch anerkannten Kaltblutturnier – gewesen; irgendwo bei den Pferden, vielleicht im Organisationsbüro, bei befreundeten Sportlern oder auf der Tribüne. Nur eins wäre ihr nicht passiert: Sie würde nicht auf dem Kutschbock sitzen. In diesem Jahr ist alles anders. Der Name von Margot Schöning steht in der Starterliste des 2. Ladys-Cups. Am Freitagabend, 18 Uhr, beginnt ihr Wettbewerb. Kaltblut Anton vorneweg, sie – mit den Zügeln in der Hand – auf dem Wagen hinterher. Und das bei dem europaweit geschätzten Wettbewerb. Ein Traum geht in Erfüllung.

„Die Einladung dafür habe ich als Geschenk zu meinem 75. Geburtstag bekommen“, sagt Margot Schöning, die 15 Jahre im alten Gut in Fürstenberg lebte und jetzt zwischen Berlin und Altglobsow pendelt. Als Geschenk von ihrer guten Freundin, der Granseerin Juliane Eggers, und ihrem Schmied Andreas Ludwig aus Schagow (bei Prenzlau). Er leiht der verrückten Pferdesportlerin seinen Anton und den Wagen dazu aus. „Ich habe ja gar kein Kaltblut, sondern zwei Warmblüter“, so Margot Schöning, die in Pferdekreisen nur unter dem Namen „Polly“ bekannt ist. Somit wurde ihr die (wohl) einmalige Chance zur Teilahme ermöglicht.

75 Jahre – damit ist sie mit Abstand die älteste Frau, die in Brück jemals gefahren ist. An dieser Marke wird auch in diesem Jahr nicht annähernd eine Konkurrentin kratzen; die ältesten Frauen nach ihr sind maximal 40 Jahre alt. Fünfmal hatte sie Gelegenheit, zu trainieren. „Ich weiß, das ist nicht viel. Aber das macht nichts. Ich habe trotzdem ein gutes Gefühl und hoffe, den nicht gerade leichten Hindernisparcours mit vielen festen und beweglichen Hindernissen, Wasserdurchfahrt und Brückenüberquerung zu schaffen.“ Die Regel: Die Frauen müssen vorm Start schätzen, wie lange sie für die Fahrt durch den Parcours brauchen. Wer am nächsten an seiner Zeit ist, gewinnt.

Seit 14 Jahren werden in Brück die schweren Tiere – manche wiegen eine Tonne – ins Rennen geschickt. Margot Schöning, die nach für die Märkische Allgemeine als Journalistin unterwegs ist, machte bis 2014 für die „Titanen der Rennbahn“ die Pressearbeit. „In der Zeit dachte ich gar nicht daran, mal selbst mitzufahren“, so die im Prenzlauer Berg geborene Volkswirtschaftlerin und Philosophin. „Jetzt schon.“ Sie hat sich vom Kaltblut-Virus längst infiziert – wie viele andere auch. „Die Kaltblüter waren schon fast vom Aussterben bedroht. Das war einmal“, sagt sie. Mit dazu beigetragen hätten auch solche Veranstaltungen wie in Brück. „Viele haben sich nur Kaltblüter zugelegt, um in Brück starten zu können“, so die Reiterin und Züchterin. Aus Oberhavel sind diesmal Andreas Schmidt, Bodo Kleemann und Roland Grüber als Beifahrer dabei.

Die „Titanen der Rennbahn“ sind ein Zuschauermagnet, etwa 25.000 Fans sitzen auf der Tribüne. Margot Schöning beschreibt ihre Faszination so: „Es ist ein Volksfest rund ums Kaltblut. Hier werden den Zuschauern die Pferde aus der Landwirtschaft näher gebracht. Es ist ein Blick in die Vergangenheit.“

Wenn Margot Schöning am Freitag den Wagen besteigt, geht es ihr nur darum: „Ich will gar nicht gewinnen, ich will nur einmal dabei sein.“

Von Stefan Blumberg

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