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Oberhavel „Oase“ feierte 20. Jahrestag
Lokales Oberhavel „Oase“ feierte 20. Jahrestag
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00:18 08.06.2017
Anna Gärtner (l.) und Christin Wicklein führten Collin Leon (6) und Melissa(10) auf Pferden übers Gelände. Quelle: Foto: Paetzel
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Velten

Nach der letzten Schulstunde zieht es Dustin Haas meistens in die Oase. Seit sechs Jahren ist der Veltener Teenager Stammgast im Jugendklub, viele seiner Freunde chillen nachmittags hier auch auf den Sofas. „Für uns ist das wie ein zweites zu Hause“, sagt der 15-Jährige. Beim 20. Jahrestag seines Jugendklubs stand er hinter einem Holztisch und verkaufte Kuchen und Eis, genau wie ein Dutzend anderer Jugendlicher. Für die Teenager war das Ehrensache, in der „Oase“ sind eben alle ein Team.

Dustin hatte viele Kunden, der Hof des Jugendklubs war zur Jubiläumsfeier am Sonnabend proppevoll. Vor der „Oase“ gab es Hüpfeburg, Glasgravur und Ponyreiten, auf der Bühne im hinteren Teil des Hofes spielte das Duo „Hagen&Oli“. Der Veltener Fußball-Freestyler Kevin Buchert zeigte Kunststücke am Ball. Auch Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner war gekommen und hatte ein paar Erinnerungen mitgebracht. „Hier habe ich mich am Lagerfeuer bis um halb 11 mit den Jugendlichen darüber ausgetauscht, was sie sich wünschen. Sowas geht bei Facebook nicht“, erklärte Ines Hübner bei der Eröffnung. Auch habe sie im Klub erst das Pizzabacken gelernt.

Im Jahr 1996 hatte die Kindertagesstätte „Spatzennest“ das Haus in der Breiten Straße nach etwa 40 Jahren geräumt, weil es in der Ofenstadt damals weniger Kinder gab. Ein Jahr später zogen dann die Jugendlichen vom ehemaligen Klub in der Rosa-Luxemburg-Straße in die Kindergartenräume. „Die Sanierung des alten Klubs hätte über eine Million gekostet, das wollten die Stadtverordneten nicht“, erinnert sich Ines Hübner. In Eigenregie bauten die Jugendlichen sich hier ihre „Oase“ auf, seitdem hat die Stadtverwaltung immer wieder nachgebessert, unter anderem wurden Fußboden und Dach im Laufe der Jahre ausgetauscht.

Einen Tiefpunkt erlebte der Klub, als der frühere Veltener Jugendclubleiter 2007 wegen des Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen verurteilt wurde. Tagelang belagerten Journalisten daraufhin den Klub.„Das war damals ein Schock für uns. Aber niemand hat etwas geahnt“, so Hübner heute. 2010 übernahm die Stiftung SPI (Sozialpädagogisches Institut Berlin) die Leitung des Klubs von der AWO, heute arbeiten hier vier Betreuer um Klubleiterin Jana Kahrau. Je nach Wetter besuchen den Klub täglich zwischen 20 und 70 Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren.

Das Konzept der Betreuer setzt auf die Beteiligung der Jugendlichen. „Wir wollen, dass sie sich in die Gestaltung des Klubs einbringen“, so Kahrau, die in den Räumen der „Oase“ einst in den Kindergarten ging. Dazu passt, dass sich die Jugendlichen bei einer Online-Befragung vor zwei Jahren ausgesucht haben, wie der Außenbereich der „Oase“ aussehen soll. Ein kleiner Fußballplatz, eine Nestschaukel, Graffiti-Wände und ein paar Fitnessgeräte sollen demnächst installiert werden, drinnen soll der Jugendklub endgültig barrierefrei und der Sanitärbereich ausgebaut werden. Das Geld solle aus Mitteln des Stadt-Umland-Wettbewerbs kommen, der sich aus Fördermitteln der EU speist.

Für die Zukunft sieht Klubleiterin Jana Kahrau ihre „Oase“ damit gut gerüstet. Es bleibt nur noch ein Wunsch übrig. „Toll wäre, wenn wir einen Pool für den Garten bekommen könnten.“

Von Marco Paetzel

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