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Oberhavel: Asylkapazitäten reichen nicht aus

Vorbereitungen für Flüchtlingskinder - Kreis sucht weitere Standorte Oberhavel: Asylkapazitäten reichen nicht aus

Der Landkreis ist auf der Suche nach zusätzlichen Standorten zur Unterbringung von Asylbewerbern. Zwar ist noch unklar, wie viele weitere Flüchtlinge nach Oberhavel kommen werden, doch gelten die bislang vorgelegten Zahlen als hinfällig.

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Quelle: Jens Büttner

Oranienburg. Das Bundesamt für Migration rechnet aktuell damit, dass in diesem Jahr bis zu 200000 Menschen als Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Wie viele davon nach Oberhavel kommen, kann derzeit noch niemand sagen.

Zuletzt hatte das brandenburgische Sozialministerium ein vorläufiges Aufnahmesoll von 388 Personen für Oberhavel genannt. Für 2015 wurde bislang mit 420 weiteren Flüchtlingen gerechnet. Die Zahl stammt aber vom 23. Mai und dürfte inzwischen überholt sein. In diesem Jahr kamen bisher 130 Asylbewerber neu nach Oberhavel, sagte Kreissprecherin Irina Schmidt auf Anfrage.

Bislang wurden alle neuangekommenen Flüchtlinge im Heim in Stolpe untergebracht. Dort wurde ein drittes früheres Kasernengebäude zum Wohnheim umgewandelt. Der Umbau der Kaserne in Lehnitz soll noch im Juli beginnen. „Wenn es keine Verzögerungen im Bauablauf gibt, können ab November dieses Jahres die ersten Asylbewerber in Lehnitz untergebracht werden“, sagte Schmidt.

Bei der geplanten Unterbringung von Asylbewerbern in Gransee kommt es zu Verzögerungen beim Auszug des Job-Centers aus der Kreisimmobilie. Deshalb werden die dort geplanten 80 Plätze erst im kommenden Jahr bezugsfertig. So lange sollen neu ankommende Flüchtlinge in Lehnitz untergebracht werden. Bisher ist dort der Bau von 220 Plätzen geplant.

Der Platz reicht nicht

Die meisten Flüchtlinge in Oberhavel kamen nach Angaben des Kreises aus der Russischen Föderation (etwa 40 Prozent), aus Kenia, Somalia und Afghanistan. Es wird verstärkt mit Kriegsflüchtlingen aus Syrien in Deutschland gerechnet. In diesem Jahr kamen 133 Asylbeweber neu in den Landkreis.
Das vom Landkreis vorgestellte Unterbringungskonzept müsse nun fortgeschrieben werden, heißt es aus der Kreisverwaltung. Dabei stößt die bislang favorisierte Unterbringung von Familien in Wohnungen inzwischen an Grenzen, weil Wohnungen fehlen.
Die Themen Asylbewerber und Wertgutscheine werden derzeit auch bei den Vorgesprächen zu Koalitionsverhandlungen im Kreis thematisiert.

Die Oberhavel Holding hat dafür das frühere Medizin- und das Stabsgebäude von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft. Der Kaufpreis wird nicht bekannt gegeben. Der Kreis teilt lediglich mit, dass ein Mietvertrag mit der Holding „in Kürze“ unterzeichnet werde. Über Kauf oder Anmietung weiterer leerstehender Gebäude wird verhandelt. Wie viele Personen maximal in Lehnitz untergebracht werden könnten, ist bislang offen.

Unklar ist auch, wie viele Familien mit Kindern nach Oberhavel kommen könnten. Das staatliche Schulamt plane ein Stufenmodell zur schulischen Integration der Kinder, sagte Irina Schmidt. Je nach Leistungsstand erhielten sie in der ersten Stufe gesonderten Deutschunterricht. In der zweiten Stufe werde in weniger sprachintensiven Fächern wie Sport, Kunst oder Musik unterrichtet. Die dritte Stufe sehe die vollständige Integration in den Unterricht vor. In Schulen, die verstärkt Asylbewerber aufnehmen, sollen zusätzliche Lehrer eingestellt werden. Das habe das staatliche Schulamt so zugesagt, erklärte Schmidt.

Von Klaus D. Grote

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