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Oberhavel Oberhavel bei Langzeitarbeitslosen vorn
Lokales Oberhavel Oberhavel bei Langzeitarbeitslosen vorn
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07:43 29.10.2014
Feuerwehrmann Bernd Wüstenberg führte durch das Liebenwalder Museum. Quelle: Andrea Kathert
Liebenwalde

Der Landkreis Oberhavel ist bei Langzeitarbeitslosen inzwischen trauriger Spitzenreiter im Land Brandenburg. Im September diesen Jahres wurden 6162 Arbeitslose gezählt. Davon waren fast 64 Prozent Langzeitarbeitslose. Gegenüber dem Vorjahr hat der Landkreis noch zugelegt und schneidet besonders schlecht ab. „Die Langzeitarbeitslosigkeit nimmt kontinuierlich zu und liegt deutlich über dem Bundes- und Landesdurchschnitt“, zog Kerstin Thiele eine bedrückende Bilanz für Oberhavel. Bei lediglich 700 bis 800 offenen Stellen haben Langzeitarbeitslose die schlechtesten Karten.

Die Anzahl der Arbeitssuchenden sei über die Jahre konstant hoch geblieben, so die ABS-Geschäftsführerin (Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung). Obwohl es einen Anstieg der offenen Stellen gebe, bleibe es bei einer hohen strukturellen Unterdeckung. „Das heißt, Vermittlungshemmnisse von Arbeitslosen sind nicht das eigentliche Problem.“ Je länger jemand arbeitslos ist, desto schwerer bekommt er wieder eine Beschäftigung.

Vermittlungshemmnisse von Arbeitslosen

Die Arbeitsmarktinitiative bekommt diese Tendenz zu spüren. Es werden nicht nur weniger geförderte Maßnahmen bewilligt. Die vorhandenen Teilnehmerplätze werden auch nicht mehr vollständig besetzt. Arbeitslose in Fördermaßnahmen zu vermitteln ist die Aufgabe des Jobcenters des Landkreises. Der Appell von Kerstin Thiele, Ressourcen auszuschöpfen, ging an diese Adresse.

Ein Lob hingegen bekamen die Kommunen, die seit 17 Jahren der AMI die Treue halten und jedes Jahr 400.000 Euro lockermachen. Wie gut Gelder angelegt sein können, erfuhren die Teilnehmer zum Beispiel am Liebenwalder Hafen, wo 2011 bei einem Projekt der Novareg-Beschäftigungsgesellschaft unter dem Titel „Bürgerarbeit“ aus einer kontaminierten Brachfläche ein kleiner Park entstanden war. „Fünf Leute haben in der Maßnahme gearbeitet“, erzählte Projektbetreuerin Franziska Liese. „Davon waren im Durchschnitt drei anwesend.“ Die aber schafften offenbar eine ganze Menge, gestalteten auch noch den Wanderweg am Vosskanal, räumten im Liebenwalder Stadtwald auf und brachten Sitzmöbel auf Vordermann.

Zahlen aus Oberhavel

Im September 2014 wurden im Landkreis 6162 Arbeitslose nach SGB II gezählt. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen lag bei 63,9 Prozent. Im Vorjahr waren es 6614 Arbeitslose, davon 57,2 Prozent Langzeitarbeitslose. Für den Arbeitsmarkt konnten in beiden Jahren 25,2 Prozent wieder aktiviert werden.
Im Landesdurchschnitt sehen die Zahlen so aus: Langzeitarbeitslosigkeit 52,4 Prozent, Aktivierungsquote 29,1 Prozent.
Im Landkreis waren Ende des Vorjahres 59 Prozent der Arbeitslosen länger als vier Jahre ohne Beschäftigung. (Im Vergleich: Bund 47 Prozent, Land 57,4 Prozent.) Bei den Arbeitslosengeld-II-Empfängern unter einem Jahr wies Oberhavel „nur“ 16,9 Prozent auf. (Im Vergleich: Bund 22 Prozent, Land 17,6 Prozent.)

Das Jobcenter des Landkreises steht in der Pflicht, die seit Jahren rückläufigen, jedoch bewilligten Maßnahmen zu besetzen. Zum Beispiel waren 600 MAE-Stellen für 2014 geplant. Weniger als 500 Stellen sind besetzt worden, obwohl es fast 4000 Langzeitarbeitslose gab. Für einen Arbeitslosen werden im Jahr 18.600 Euro aufgebracht.

Auch Bernd Wüstenberg hätte ohne ein Projekt der Novareg nicht so stolz durch das Feuerwehrmuseum in der Berliner Straße führen können. Zum 130-jährigen Jubiläum der Feuerwehr im August 2012 war das Museum eröffnet worden. Etwa 300 Besucher bestaunen jährlich den großen Fuhr- und Technikpark. Die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung geben sich große Mühe, das Museum zu betreuen. Doch allein ist das schwer zu stemmen. Deshalb kam die Hilfe der Novareg bei der Besucherbetreuung gerade recht. Doch auch hier gibt es einen Wermutstropfen. „Im Sommer konnten wir die Maßnahme nicht besetzen“, sagt Franziska Liese von der Novareg. Die Gesellschaft hatte vom Jobcenter keine Zuweisung bekommen. Nun hofft die Novareg auf das nächste Jahr.

Gut läuft es im Jugendklub in Hammer. Christine Rohra und Sylvia Tessmann helfen über ein Projekt der Pur gGmbH bei der Freizeitgestaltung. Die beiden Frauen spielen, basteln und kochen täglich mit acht bis zwölf Kindern. „Die sind richtig traurig, dass unsere Arbeit nächstes Jahr zu Ende geht“, sagt Christine Rohra.

Von Andrea Kathert

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