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Oberhavel bittet Einwohner um Hilfe

Mehr Flüchtlinge als geplant Oberhavel bittet Einwohner um Hilfe

Weil in diesem Jahr viel mehr Flüchtlinge kommen als geplant, reicht der Platz nicht mehr aus. Deshalb sucht der Landkreis Einwohner, die Asylbewerber als Untermieter aufnehmen. Der Aufruf soll bald veröffentlicht werden, sagte Dezernent Michael Garske am Montag. Zwei Notunterkünfte sind außerdem geplant – in Oranienburg und Zootzen.

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Die Flüchtlinge brauchen Hilfe.

Quelle: dpa

Oranienburg. Der Landkreis will Einwohner von Oberhavel um Hilfe bei der Unterbringung von Flüchtlingen bitten. Sozialdezernent Michael Garske sagte Montagabend im Kreisausschuss in Oranienburg, ein Aufruf dazu werde alsbald veröffentlicht werden. Gesucht würden Oberhaveler, die Asylbewerber als Unternieter aufnehmen. Gleichzeitig kündigte Garske die Errichtung zweier Notunterkünfte in Oranienburg und in Zootzen bei Fürstenberg zum 1. Oktober an.

In Oranienburg sollen im Kreistagssaal 60 Flüchtlinge untergebracht werden, im Schullandheim Waldhof in Zootzen 40 bis 50 . Die Notquartiere sollen bis Frühjahr 2016 bestehen bleiben. Dann sollen die Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünfte kommen, die der Kreis mit so genannten Modulbauten errichten will. Sie seien bestellt, sagte Garske, die Wartezeit betrage derzeit jedoch acht Monate.

Wie berichtet muss Oberhavel in diesem Jahr 1920 Flüchtlinge aufnehmen, 835 mehr als geplant. Derzeit leben 1037 Asylbewerber in Oberhavel.

Angespannte Lage

Die Lage sei „ausgesprochen angespannt“, weil es kaum noch Unterkünfte gebe. Garske schätzt, dass schon im Oktober 300 bis 400 Plätze fehlen werden. Daher werde bereits die Unterbringung von Flüchtlingen in zwei Sporthallen geprüft. Außerdem werden Bewohner in den Asylheimen enger zusammenrücken müssen. Der Platz solle maximal ausgelastet werden, sagte Garske. Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass Oberhavel bis Ende nächsten Jahres 2640 Flüchtlinge unterbringen muss, vom Land aber mehr als 4000 Asylbewerber zugewiesen werden. In seinem Bericht ging Garske auf unbezahlte Arztrechnungen für Asylbewerber ein. Der Kreis sei seit Jahresbeginn in Verzug. „Ich entschuldige mich bei den Ärzten, die solange auf ihr Geld warten, und trotzdem weiter Asylbewerber behandeln.“ Der Kreis habe die Bearbeitung der Rechnungen personell nicht geschafft, Vorrang habe die Unterbringung der Flüchtlinge gehabt. Die Stau werde nun mit externer Hilfe aufgelöst. „Wir hoffen, in drei bis vier Wochen alle Rechnungen bezahlt zu haben“, sagte Garske.

Zum Asyl-Gipfel mit Bürgermeistern und Gransees Amtsdirektor am Montag sagte Landrat Ludger Weskamp, es sei ein positives Gespräch gewesen. „Wir haben gemeinsam größtes Interesse daran, neben der Unterbringung auch die Integration von Flüchtlingen zu meistern.“ Die Bürgermeister hätten die Betreuung der Asylbewerber und die Information ihrer Einwohner angesprochen. Der Kreis habe die Kommunen gebeten, nach zusätzlichen Unterbringungsmöglichkeiten zu suchen. „Wir werden das nur gemeinsam schaffen“, sagte Weskamp, der sich bei den Gemeinden für die gute Zusammenarbeit bedankte. Zur Finanzierung sagte Weskamp, er erwarte Unterstützung von Bund und Land: „Dass wir für diese Landesaufgabe kommunales Geld einsetzen müssen, ist ein Unding.“

Von MAZonline

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