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Oberkrämer Diskussion: Neue Schule in Oberkrämer, Velten oder gar nicht?
Lokales Oberhavel Oberkrämer Diskussion: Neue Schule in Oberkrämer, Velten oder gar nicht?
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02:19 28.05.2018
Viele Zuschauer kamen nach Marwitz. Quelle: Enrico Kugler
Marwitz

Miteinander ins Gespräch kommen. Meinungen austauschen. Ideen sammeln. Darum ging es am Donnerstagabend in der Marwitzer Turnhalle. Die Initiative „Oberschule für Oberkrämer“ kämpft seit mittlerweile fast einem Jahr dafür, dass in Oberkrämer – oder auch in Velten – eine neue weiterführende Schule entsteht. Das Argument der Initiative, dem sich offenbar auch die Kommunen anschließen: Die Schülerzahlen in der Zukunft sprechen dafür, dass eine neue Schule dringend benötigt werde. Insbesondere für Kinder aus Bötzow und Marwitz werde es schwierig. Seitens der Kreisverwaltung ist die Umsetzung eines solchen Planes bislang immer abgelehnt worden.

In der Turnhalle in Marwitz fand am Donnerstagabend eine Podiumsdiskussion zur Schulsituation in Oberhavel statt. Es ging darum, ob es in Oberkrämer eine neue weiterführende Schule geben könnte.

Auf Initiative der Bötzower Mutter Mandy Krenz kamen am Donnerstagabend nun erstmals die Vertreter aus Kommune, Politik und Verwaltung zusammen. Etwa 190 Menschen verfolgten in der Marwitzer Turnhalle das Geschehen. Eingeladen waren Vertreter der SPD, CDU, Linken, Grünen, Piraten und FDP, außerdem die Verwaltungschefs von Oberkrämer, Velten und Leegebruch, Bildungsdezernent Matthias Kahl und Hardy Schalitz vom Schulamt.

Leys (BfO): Grundsätzliche Probleme

Mandy Krenz machte zu Beginn in Sachen Schulpolitik in Oberhavel noch mal deutlich: „Es wird viel gemacht, aber aus meiner Sicht einfach nicht genug.“ Axel Heidkamp von den Piraten sagte, dass allein im Landkreis in den nächsten Jahren 70 Klassenzimmer mehr gebraucht würden. Uwe Münchow (FDP) stellte fest, dass seine Partei schon 2008 festgestellt habe, dass Oberkrämer eine weiterführende Schule brauche. Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO) sagte: „Die Bildung in Brandenburg ist nicht da, wo sie sein müsste. Wir haben grundsätzliche Probleme, die man angehen müsste.“ Dazu gehörten aus seiner Sicht auch angemessene Schulwege. Er hätte kein Problem damit, wenn eine neue weiterführende Schul in Velten entstehen würde - was wiederum Veltens Stadtchefin Ines Hübner (SPD) gern gehört hat und unterstützen würde, wie sie sagte.

Bildungsdezernent Matthias Kahl sagte, das nächste Ziel der Kreisverwaltung sei es, alle Oberschulen unter die Trägerschaft des Landkreises zu stellen. Veltens Bürgermeisterin stimmt dem zu: „Wer plant, sollte auch die Hoheit über die Gebäude haben.“ So sieht das auch Frank Bommert (CDU). Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) sagte, auch für die Goethe-Oberschule sei das denkbar, da müssten aber noch Gespräche geführt werden.

Noack (SPD): Standort Oberkrämer ist kritisch

Eigentlicher Knackpunkt des Abends war aber natürlich, ob Oberkrämer eine neue weiterführende Schule bekommen könnte. Hardy Schalitz vom Schulamt wies darauf hin, dass Hennigsdorf und Velten auch eine Umlandfunktion hätten – also auch für Oberkrämer mitplanen müssten. Dezernent Matthias Kahl warnte davor, dass mit einer neuen Schule die in Kremmen eventuell geschwächt werden könnte. „Meiner Ansicht nach wäre es falsch in Oberkrämer zu bauen“, sagte Frank Bommert (CDU). Auch Andreas Noack (SPD) sieht einen Standort in Oberkrämer kritisch. „Die Lösung für Bötzow sind bestehende Standorte.“ Die Rede war davon, dass mit der Übernahme der Veltener Zirner-Oberschule dort zwei neue Klassenzüge entstehen könnten.

Münchow (FDP): Lösung muss vor Ort her

Anders sieht das Uwe Münchow (FDP): Die Lösung müsse vor Ort geschaffen werden. „Es geht um die Lebensqualität unserer Kinder“, so Elke Bär (Linke). Aus dem Publikum heraus, sagte Thomas Ney von den Oberhavel-Piraten, dass der ländliche Raum sterbe, wenn nichts angesiedelt werde. Er kritisierte die einseitige Fokussierung auf die Mittelzentren.

Eine Lösung ist am Donnerstagabend in Marwitz nicht gefunden worden. Dass es zu dem Gedanken- und Meinungsaustausch kam, ist aber von allen Seiten begrüßt worden. „Ich denke, dass das ein voller Erfolg war“, sagte Initiatorin Mandy Krenz gestern. In vier Monaten könnte es eine Nachfolgeveranstaltung geben, wenn es dann vielleicht schon neue Erkenntnisse gibt.

Von Robert Tiesler

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