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Oberkrämer Rentnerin sucht den Mann, der sie vom Abhang rettete
Lokales Oberhavel Oberkrämer Rentnerin sucht den Mann, der sie vom Abhang rettete
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01:16 16.02.2019
Die Hennigsdorferin Edda Kräft sucht ihren Retter von der Autobahn. Quelle: Robert Roeske
Hennigsdorf/Eichstädt

Es war ein kalter Dienstag im Januar, und es wurde schon langsam schummerig. Edda Kräft war in ihrem Opel auf der A 10 unterwegs, sie kam gerade von ihrem kranken Enkel in Marquardt, um den sie sich tagsüber gekümmert hatte. Das mit der einsetzenden Dunkelheit, das gefiel der Rentnerin überhaupt nicht. „Ich fahre seit drei Jahren normalerweise nur noch im Hellen, weil ich sonst nicht mehr so viel erkenne“, sagt Edda Kräft.

Doch auf dem Weg vom Enkel hatte sie sich verfahren, und nach Hause musste sie ja trotzdem. Es kam dicke: An der Abfahrt Oberkrämer bei Eichstädt fuhr die Rentnerin zu weit über den Straßenrand hinaus, ihr Auto stand schräg am Abhang. Ein Zentimeter mehr, sagt Edda Kräft, und sie wäre in die Tiefe gerauscht. Tatsächlich ist die Fahrbahn an dieser Stelle ungesichert.

Nur einen Meter vom Abgrund entfernt

„Es ging noch meterweit runter, ich hatte solche Angst“, sagt die Hennigsdorferin. Voller Panik stand sie auf der Bremse, um nicht noch tiefer zu rutschen. Auch das Warnblinklicht schaltete Edda Kräft ein. Etwa fünf Minuten verharrte die Rentnerin in dieser brenzligen Position. Bis ihr Retter kam. „Er hielt an und bat mich auszusteigen und vorsichtig wieder hochzugehen“, sagt die 76-Jährige. Dann legte der Mann den Rückwärtsgang ein, gab Gas und manövrierte den Opel so aus der misslichen Lage. Er fuhr den Kleinwagen zurück auf die rechte Straßenseite und ließ die Rentnerin wieder einsteigen. Dann stieg der Mann wieder in sein Auto und fuhr los.

Eine Schachtel Pralinen und 100 Euro warten auf den Retter

Viel Zeit zum Reden blieb da nicht. „Er hat sich nur verabschiedet, dann war er schon weg“, sagt die Rentnerin, die früher Lehrerin in Sommerfeld war. Ihr Retter war so schnell weg, dass sie etwas Wichtiges gar nicht tun konnte: sich bei dem Mann zu bedanken. „Ich hätte gar nicht gewusst, was ich gemacht hätte, wenn er nicht gekommen wäre.“ Sie schaffte es aber auch nicht, sich das Nummernschild des Retters zu merken. Deshalb schrieb Edda Kräft nun einen Brief und wendete sich damit an die MAZ. Titel: „Ein Aufruf an meinen Retter“. Der Mann war sehr schlank und zierlich, etwa 30 bis 40 Jahre alt. Edda Kräft hat eine Schachtel Pralinen gekauft, 100 Euro will sie draufpacken. „Solche Menschen“, sagt sie, „haben einfach ein Dankeschön verdient.“

Von Marco Paetzel

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