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Oberkrämer Sommerlager ist zu Ende: Bauen, beten, bewegen und basteln
Lokales Oberhavel Oberkrämer Sommerlager ist zu Ende: Bauen, beten, bewegen und basteln
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00:19 01.08.2018
Ein Teil der 160 Kinder aus Oberhavel und Berlin, die beim Sommerlager in Vehlefanz eine Woche richtig Spaß hatten. Quelle: Robert Roeske
Vehlefanz

Das Sommerlager (“Sola“) Oberkrämer ging Sonnabend mit einem zersägten Turnschuh zu Ende. Der Schuh war einer von insgesamt fünf Pokalen, die die 160 jungen Leute im Alter von 10 bis 13 Jahren gewinnen konnten. Und weil sich zwei Kinder-Gruppen in der Kategorie „Sport“ die gleich gute Punktzahl „erarbeitet“ hatten, wurde der Turnschuh-Pokal kurzerhand zersägt. „Bei dem Sport-Wettbewerb mussten wir an sechs Stationen diverse Aufgaben erfüllen wie Dosen werfen, einen Quizz bestehen oder um einen Parcours laufen“, erzählt Sara (9) aus Leegebruch begeistert. An jeder Station konnten die Jugendlichen sechs Punkte sammeln. Und die Gruppe namens „Naftali“ (ist einer der zwölf Stammväter Israels) und die Gruppe „Levi“ (einer der Apostel Jesu) sollen jeder die Spitzenleistung von 27 Punkten geschafft haben. „So hatte jeder einen Pokal“, meint Sara amüsiert aus der Naftali-Gruppe.

Antonia (14) aus Panketal zeigt den halben (Turnschuh-)Sportpokal, den auch die Naftali-Gruppe bekam. Quelle: Jeannette Hix

Auch die anderen vier Pokale mussten „hart erarbeitet“ werden. Fast jeden Tag wurden sie vergeben. Einen gab es für die Ordnung im Zelt, einen fürs Bauen, einen für Kreativität und einen für Ordnung. Auch einen Murmeltier-Pokal gab es, bei dem ähnlich wie beim Boccia-Spiel Murmeln getroffen und versenkt werden mussten. Dafür hatten sich die Kinder extra eine Murmelbahn gebaut.

„Unsere Gruppe hat alle Pokale gewonnen“, erzählt Antonia (14) aus Panketal. „Außer den für Ordnung - in unserem Zelt war es nicht wirklich ordentlich.“

160 Kinder hatten eine Woche lang richtig Spaß

Insgesamt 36 Zelte waren für die Kinder wieder auf der Wiese am Mühlensee hinter der Bockwindmühle aufgebaut. „Die meisten Jugendlichen kommen aus der Region Oberkrämer und Oberhavel, aber viele Kinder waren auch aus Berlin dabei“, sagt Manuel Kain (33) vom Leitungsteam. Insgesamt 80 Mitarbeiter haben sich eine Woche lang um das Wohl der Teilnehmer gekümmert. Nicht zu vergessen die 30 TTC, die Teens vom Trainingscamp - die schon älter als 13, aber auch noch nicht ganz erwachsen sind. Sie haben die jüngeren Jugendlichen unterstützt.

„Wir haben alle Pokale eingeheimst – außer den für Ordnung“, sagt auch Emily aus Pankow. Quelle: Jeannette Hix

Der Tag begann morgens um 7.30 Uhr mit wecken, waschen und frühstücken. „Bei uns wurde beim Waschen manchmal Gitarre gespielt und dann haben wir schon beim Zähneputzen gesungen“, meint ein Mädchen. „Wir haben aus Holz Häuser gebaut und einen Turm. Und wir haben aus Pappe einen Becher gebastelt, aus dem man natürlich auch trinken konnte. toll war aber, als wir aus einer Möhre eine Flöte gebastelt haben“, erzählt Sara.

Jede Gruppe hatte spezielle Aufgaben

Aber die Woche über war nicht nur Spiel, Spaß, Beten und Freude angesagt, sondern jede Gruppe hatte ihre speziellen Aufgaben, die täglich gewechselt wurden. „Mal musste eine Gruppe die Tische abräumen, eine andere Küchenarbeiten erledigen oder wieder eine andere Gruppe das Dixi-Klo reinigen“, erzählt Manuel Kain, von der christlichen Versammlung Oranienburg, die das Sola gemeinsam mit der Evangelischen Freikirchen Gemeinde Oberkrämer organisiert.

Sara (9) zeigt den Murmeltier-Pokal. Um den zu bekommen, mussten, ähnlich wie beim Boccia-Spiel, Murmeln getroffen und versenkt werden. Quelle: Jeannette Hix

Der kirchliche Glaube sei keine Bedingung für die Teilnahme am Feriencamp. „Wir waren eine große Gemeinschaft und wollten den Kindern einfach eine tolle Ferienwoche ermöglichen“, sagt Manuel Kain.

Um näher bei sich zu sein, sollten die Kinder aber ihre Handys und Computer zu Hause lassen. „Ich fand die Woche einfach cool so ohne Eltern“, meint Emily (12) aus Pankow. „Ich habe in den Andachten und in der Gemeinsamkeit Gott gespürt. Es war auch sehr bewegend, als wir die Luftballons mit den LED-Lichtern darin in den Himmel steigen ließen, um unsere Sorgen wegzuschicken.“

Händeringend wird jetzt ein neues Sola-Grundstück gesucht

Eine Sorge aber bleibt am Boden für das nächste Sola, das seit 21 Jahren am Mühlensee stattfindet - Landwirt Thomas Richter hat das Gelände den jungen Leuten seit dem kostenlos zur Verfügung gestellt. „Das Gelände liegt im Landschaftsschutzgebiet“, sagt Manuel Kain. „Und bisher haben wir noch nicht die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde, hier wieder unsere Zelte aufzuschlagen.“

Jetzt wird schon mal ein „rettende Engel“ gesucht, der eine Fläche von etwa zwei Hektar, etwas abseits vom Verkehr, mit Scheune zum Lagern der Holzbretter (für neue Türme und Hütten) und mit Wasseranschluss zur Verfügung stellt. Einen neuen Termin für das nächste Sola gibt es bereits. Es wird vom 19. bis 27. Juli 2019 stattfinden. Wo? Da weiß im Moment nur Gott allein.

Von Jeannette Hix

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