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Oberkrämer Velten und Oberkrämer: Wo die Grenzen verschwimmen
Lokales Oberhavel Oberkrämer Velten und Oberkrämer: Wo die Grenzen verschwimmen
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18:05 11.10.2018
Unsichtbar, aber sie ist da – die Grenze zwischen Marwitz (links) und Velten. Der Wohnpark entsteht teilweise auf Oberkrämer-Gebiet. Quelle: Robert Tiesler
Marwitz

Am Tonberg entstehen derzeit neue Wohnhäuser: die so genannte „Parkstadt Velten II“. Allerdings: Sie befindet sich in Marwitz. An dieser Stelle vergrößert sich die Stadt Velten in die Gemeinde Oberkrämer hinein – über die Ortsgrenze hinweg. Klar ist auch, dass dieses Gebiet auf absehbare Zeit weiterhin zu Oberkrämer gehören wird.

Wer auf der Straße Am Tonberg unterwegs ist, befindet sich wechselweise in Marwitz oder in Velten, die Grundstücke östlich davon gehören zu Velten, die westlichen zu Marwitz. Eigentlich sollte sich dort schon längst etwas geändert haben. „Es gab da 2011 schon eine Beschlussfassung“, sagte Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO) am Donnerstag. Von Seiten Oberkrämers habe der Gebietsabtretung für diesen Bereich nichts im Wege gestanden.

Die Grenze von Marwitz und Velten verläuft Am Tonberg (rechts). Quelle: Robert Tiesler

Denn dass das neue Wohngebiet optisch und vom Gefühl her zu Velten gehört, aber in Wirklichkeit in Marwitz steht, bringt Probleme mit sich. Kinder, die dort mit ihren Familien leben werden, müssten in die Kita nach Marwitz. „Das bekommt man vielleicht noch gelöst“, so Peter Leys. Schwieriger werde es, wenn die Kinder eingeschult werden. „Dann müssen die Kinder nicht nach Velten zur Schule, sondern sie werden in Bötzow oder sogar in Vehlefanz eingeschult“, so Oberkrämers Bürgermeister. Auch alle amtlichen Behördengänge werden die Bewohner nicht nach Velten, sondern nach Eichstädt führen.

„Es wäre sinnvoller, wenn man das Gebiet an Velten übergeben könnte. Die Leute sind sowieso der Meinung, sie ziehen nach Velten – was aber nicht so ist.“ Aus seiner Sicht sei das ein „richtiges Problem.“

Lange sei zu diesem Thema nichts passiert. Erst im vergangenen Jahr, als das Bauvorhaben in der „Parkstadt Velten II“ konkret geworden war, kam das Thema wieder auf den Tisch. Die Stadt Velten hat allerdings für eine Übernahme des Areals eine Bedingung gestellt. „Alle öffentlichen Grundstücke müssen an die Stadt übergeben werden“, so Peter Leys. Also auch alle Straßen – und das ist die Schwierigkeit.

Links die künftige „Parkstadt Velten II“ in Marwitz. Quelle: Robert Tiesler

Veltens Pressesprecherin Ivonne Pelz sagte am Donnerstag, dass die Stadt noch immer an einer Übernahme des Gebietes interessiert sei. „Allerdings hat Oberkrämer die Eigentumsverhältnisse nicht abschließend klären können.“ Das bestätigte Peter Leys. Konkret geht es um die Straße Tonberg Ausbau, die zwar öffentlich gewidmet ist, offenbar aber teilweise über ein privates Gelände führt. Es sei schwierig, die verschiedenen Besitzer ausfindig zu machen, „und wir können sie auch nicht dazu zwingen“, so Oberkrämers Verwaltungschef zu einer möglichen Übertragung an die Gemeinde.

Daran scheitert offenbar die Übertragung des Areals an Velten. Veltens Stadtsprecherin Ivonne Pelz versicherte, dass, falls das Problem doch noch gelöst werden könnte, die Gespräche wieder aufgenommen würden.

Insgesamt sind im neuen Wohnpark, teilweise in Velten, teilweise also in Marwitz zwölf Wohneinheiten in Doppelhäusern und 18 Einfamilienhäuser auf Grundstücken zwischen 293 und 672 Quadratmetern geplant. Einige Häuser sind dort bereits zu sehen.

Von Robert Tiesler

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