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Oberhavel Offener Brief an den Landrat
Lokales Oberhavel Offener Brief an den Landrat
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22:07 08.03.2016
Bereits in der Informationsveranstaltung kamen die Bürgersorgen zur Sprache. Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf

„Gestalten Sie die geplante Asylbewerberunterkunft in der Friedrich-Naumann-Straße so, dass eine Integration der Flüchtlinge möglich ist, ohne die Bürger zu überfordern.“ Diese Forderung richtet Familie Klein als direkte Anwohner in einem Offenen Brief an Landrat Ludger Weskamp (SPD). Die Eltern leiten ihren Brief mit einem Zitat von Ole Schröder (CDU) ein, das der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern erst kürzlich im Bundestag zum „Asylpaket II“ gesagt habe: „Unser Land hat auch unter moralischen Gesichtspunkten keine Pflicht, sich selbst und seine Bürger durch humanitäre Hilfe zu überfordern.“ Und sie bitten Weskamp, sich diese Worte zu Herzen zu nehmen.

Mit den bestehenden Planungen für bis zu 200 Asylbewerber auf kleinem Raum würden werde „ein Asylghetto“ geschaffen, „das Integration von Anfang an verhindert“, heißt es in dem Brief. Der Landrat wird aufgefordert, aus den Fehlern zu lernen, die andere schon gemacht hätten: „Sonst erzeugen Sie mitten in einer friedlichen und aufstrebenden Einfamilienhaussiedlung unerträgliche Härten, Verluste und Sorgen bei den Menschen eines gesamten Ortsteils.“ Diese Art der Unterbringung werde „auf dem Rücken der Flüchtlinge und einzelner Anwohner“ teuer eingekauft.

Das rund 10 000 Quadratmeter große Grundstück an der Friedrich-Naumann-Straße in Hohen Neuendorf, wo künftig bis zu 200 Asylbewerber beherbergt werden sollen.. Quelle: Helge Treichel

Kleinere Wohnstandorte für Asylbewerber waren bereits während der Informationsveranstaltung des Landkreises mit rund 600  Einwohnern am 24. Februar gefordert worden. 200 Plätze seien „ein Standort, der funktioniert“, hatte Weskamp entgegengehalten. Die Erfahrung zeige, dass sich viele der anfänglichen Ängste in der Praxis auflösen. Deshalb rief der Landrat dazu auf, auf die Geflüchteten zuzugehen und bei der Integration aktiv mitzuhelfen.

Die Briefschreiber befürchten zudem eine finanzielle Überforderung durch zusätzliche Erschließungen, obwohl der Ortsteil als ausreichend erschlossen angesehen wird. „Damit würden durch Ihre Planungen neben dem Wertverlust unserer Häuser und Wohnungen auch noch Forderungen der Stadt in einer Größenordnung auflaufen, die Existenzen gefährden können“, heißt es. Ex-Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung hatte in besagter Informationsveranstaltung allerdings ausdrücklich derartige Belastungen ausgeschlossen (Wasser, Abwasser, Strom, Gas). Kommt es zukünftig zu einem Straßenausbau, würden vom Landkreis die Erschließungskosten laut Satzung abverlangt – wie von jedem anderen Anlieger.

Trotz der öffentlich entkräfteten Argumente wird das Verteilen der 200 Flüchtlinge auf mehrere Standorte in der Stadt gefordert.

Die Pläne und die Forderungen

Westlich vom Bahnhof Hohen Neuendorf-West sollen auf einem bislang unbebauten Grundstück der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in der Friedrich-Naumann-Straße bis zu 200 Plätze für Flüchtlinge geschaffen werden – in Form von Wohnungsverbünden. Die Inbetriebnahme ist für das 3. Quartal 2017 vorgesehen.

In einem Offenen Brief wird eine gerechte Verteilung und eine reduzierte Anzahl von Flüchtlingen gefordert, außerdem ein tragfähiges Sicherheitskonzept, Bürgerbeteiligung und Baukörper, die sich einfügen.

Von Helge Treichel

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