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Oh Gott – Opferstock geplündert

Spendengelder aus Oranienburger St.-Nicola-Kirche gestohlen Oh Gott – Opferstock geplündert

Ein lautes Poltern in der Oranienburger St.-Nicolai-Kirche schreckte Pfarrer Friedemann Humburg am Montag auf. Schnell lief er in Richtung Eingang. Was er dann beobachten musste, konnte er kaum glauben. Zwei Personen stürmten aus der Kirche und der schwere Opferstock lag am Boden. Die Täter müssen äußerst rabiat vorgegangen sein.

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Nicolai-Kantor Jack Day am Tatort. Dort war der Opferstock im Boden verankert. 

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Einigen Leuten ist scheinbar gar nichts heilig: Am Montag stahlen Diebe am helllichten Tag Spendengeld aus dem Opferstock der Oranienburger St.-Nicolai-Kirche. Wie Pfarrer Friedemann Humburg am Dienstag berichtete, habe der Kirchendienst gegen 10.30 Uhr plötzlich ein lautes Poltern vernommen, dass offensichtlich aus dem Eingangsbereich des Gotteshauses kam. Als er hinunter lief und nachschaute, seien zwei jugendliche Personen in Windeseile geflüchtet.

Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, welchen Schaden das Duo in die Kirche angerichtet hatte. Das wurde erst bei der Inspektion des Eingangsbereiches sichtbar. Dort waren die ungebetenen Gäste in dem Bemühen, an Geld heranzukommen, außerordentlich rabiat vorgegangen. Sie rissen den etwa ein Meter hohen und relativ massive Opferstock komplett aus der Bodenverankerung und warfen ihn anschließend um. Ob das geschah, um auf diese Weise die Geldkassette knacken zu können, ist gegenwärtig noch nicht geklärt. Unklar ist auch, welchen Betrag die Diebe erbeuten konnten, denn der Opferstock wird nach den Worten Pfarrers in regelmäßigen Abständen geleert. „Vielleicht waren es 20 bis 30 Euro“, schätzt Friedemann Humburg. Zurück blieben nur einige wenige Cent-Münzen. Den Opferstock hat die Kriminalpolizei vorerst an sich genommen, um ihn auf mögliche Spuren hin zu untersuchen. „Danach“, so der Pfarrer, „können wir uns das Stück wieder abholen.“ Es soll demnächst auch wieder in der Kirche aufgestellt werden. Zuvor werde die Gemeinde jedoch sehr genau überlegen, wo dies geschehen soll. Schließlich wolle man ähnliche Delikte künftig verhindern und durch die Wahl eines geeigneteren Platzes erst gar keinen in Versuchung bringen, sich an dem Opferstock und dessen Inhalt zu vergehen.

Bestürzt von dem Diebstahl zeigte sich auch Jack Day. Allerdings warnte der Nicolai-Kantor zugleich vor Überreaktionen. „Wir sollten wegen dieses Vorfalls jetzt nicht den Glauben an das Gute in der Gesellschaft verlieren“, meinte der Organist, der heute  – wie jeden Dienstag – wieder 30 Minuten für die interessierte Öffentlichkeit auf der Orgel der Nicolai-Kirche spielte.

Von Bert Wittke

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