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Ohne Geschenk unterm Tannenbaum

Hennigsdorf Ohne Geschenk unterm Tannenbaum

Die Hennigsdorferin Elfriede Ritter musste an Heiligabend auf ein Geschenkpäckchen ihres Sohnes verzichten. Erst hatte es der Postbote nicht bei den Nachbarn abgegeben und dann die falsche Packstation auf der Benachrichtigungskarte notiert. Nur durch einen großen Zufall hat die Rentnerin jetzt ihr Geschenk.

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Elfriede Ritter bekam das Geschenk ihres Sohnes aus Baden-Württemberg erst verspätet am ersten Weihnachtsfeiertag. Es lag in einer anderen Packstation als die DHL angegeben hatte.

Quelle: Enrico Kugler

Hennigsdorf. Wann immer der Postbote vergeblich beim Nachbarn klingelt, springt Elfriede Ritter ein und nimmt die Pakete an. „Das mache ich das ganze Jahr über“, sagt die 84-Jährige. Am vergangenen Donnerstag war sie mittags zum Essen eingeladen – und ausgerechnet dann kam auch mal ein Päckchen für die alte Dame. Es war Weihnachtspost ihres Sohnes aus Baden-Württemberg, samt selbstgemachtem Likör und einem gebastelten Teelicht vom Enkel. „Meine Nachbarn waren da, sie hätten es auf jeden Fall angenommen. Nur geklingelt hat der Postbote dort nicht“, sagt Elfriede Ritter. Was sie noch nicht wusste: Zur Bescherung würde die Rentnerin ihr Geschenk nicht mehr bekommen.

In der Packstation am anderen Ende der Stadt

Stattdessen wurde es nun richtig ärgerlich: Elfriede Ritter fand den Hinweis im Briefkasten, dass ihr Päckchen in der DHL-Packstation am Hellweg-Markt in der Veltener Straße liege. Schon das regte die Seniorin auf:„Ich wohne in der Tucholskystraße, und die wollen mich bis ans andere Ende des Stadt schicken“. Ein Nachbar fuhr schließlich für Elfriede Ritter zur Station. Das nächste Problem: Die Packstation war defekt und spuckte keine Pakete aus. Ritters Nachbar meldete den Schaden bei der Hennigsdorfer Post. „Dort sagte man ihm frecherweise, wir als Kunden sollten den Schaden selbst bei einer Servicestelle in Hamburg melden.“ Ritter telefonierte sich die Finger wund, hörte Werbejingles und wurde am Ende immer wieder aus der Warteschleife geworfen. Entnervt gab die Rentnerin schließlich auf, an ihr Geschenk kam sie auch an Heiligabend nicht heran.

Am ersten Weihnachtsfeiertag fuhr Elfriede Ritters Sohn nochmals zur Packstation, hier standen nun auch andere Hennigsdorfer und ärgerten sich über den Defekt. „Mein Sohn hat dort dann zufällig gehört, dass es noch eine weitere Packstation in der Karl-Marx-Straße gibt: Und da war mein Päckchen schließlich drin“, sagt Elfriede Ritter. Es war ein Glückstreffer, schließlich hatte DHL die Rentnerin glauben lassen, dass ihr Päckchen in der defekten Packstation liege.

Viele Ausreden und Erklärungsversuche

Jens-Uwe Hogardt, Sprecher der Post, bittet um Entschuldigung. In der Weihnachtszeit hätte die Post in ganz Deutschland täglich bis zu zehn Millionen Sendungen zustellen müssen. „Das ist heftig. Und dass dann Fehler mit falschen Benachrichtigungskarten passieren, können wir nicht ausschließen“. Der Sprecher weist aber darauf hin, dass die Kunden beim Warten auf Sendungen auch mal die Füße stillhalten müssten. Die Erwartungshaltung sei hoch, aber die Leute hätten so lange kein Recht auf die Sendung, bis sie sie in der Hand hielten. „Denn unser Auftraggeber ist nicht der Empfänger, sondern der Versender“, sagt Jens-Uwe Hogardt. Die defekte Packstation indes hätte die Rentnerin gar nicht zu melden brauchen, das geschehe elektronisch.

Elfriede Ritter ist verschnupft über diese Antwort. Trotzdem wird sie weiter Pakete der DHL für ihre Nachbarn annehmen. Schon, um ihnen solche Rennereien zu ersparen.

Von Marco Paetzel

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