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Oberhavel Oranienburg: Asyl-Gegner bleiben unter sich
Lokales Oberhavel Oranienburg: Asyl-Gegner bleiben unter sich
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09:46 17.12.2015
Am Parkplatz vor der Schlossbrücke schrien sich Abendspaziergänger und Gegendemonstranten. Dazwischen standen Polizisten. Quelle: MAZ
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Oranienburg

In der Oranienburger Innenstadt haben Mittwochabend rund 250 Menschen am Abendspaziergang gegen Flüchtlinge teilgenommen. Der Zug setzte sich kurz nach 19 Uhr von der Post am Bahnhof in Bewegung. Von dort ging es über die Stralsunder Straße, die Bernauer Straße bis zum Schlossplatz, dann über die Lehnitzstraße zurück zur Post, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Die Blaulichtwagen der Polizei und Polizisten zu Fuß waren fast die einzigen Begleiter. Die Bernauer Straße war wie leer gefegt. Nur am Bahnhof und am Parkplatz in der Fischerstraße kurz vor der Schlossbrücke hatten sich einige Gegendemonstranten postiert. Sie hielten Schilder mit Meter-Angaben in die Höhe: Für jeden Kilometer, den die Abendspaziergänger zurücklegen, wird ein Euro als Spende für die Flüchtlingshilfe gesammelt. Vor drei Wochen kamen 900 Euro zusammen (MAZ berichtete). Unternehmen und Privatpersonen aus der Stadt geben das Geld, sagte Arne Probandt vom Forum gegen Rassismus. Er und zwei Mitstreiter wurden am Rande des Abendspaziergangs auf der Bernauer Straße von Passanten attackiert. Er sei aufgefordert worden, das Meter-Schild wegzunehmen, sagte Probandt. „Es gab auch Körperkontakt“, schilderte er.

Eine Gegendemonstrantin mit Meter-Schild: Für jeden Kilometer, den Abendspaziergänger zurücklegen, wird ein Euro zugunsten der Oranienburger Flüchtlingsinitiative gesammelt. Quelle: MAZ

Einige seiner Begleitern protestierten nach dem Vorfall lautstark, herbei eilende Polizisten beruhigten sie wieder. Als die Abendspaziergänger am Fischer-Parkplatz vorbei liefen, schrien sich Teilnehmer des Zuges und einige Gegendemonstranten an. Asylgegner hielten ihnen ein Plakat entgegen mit der Aufschrift „Willkommensidiotie ist heilbar – nehmt eure Flüchtlinge mit nach Hause“. Auf einem anderen Plakat war zu lesen: „Beschützt unsere Kinder vor Tuberkulose, Masern und Krätze.“ Das Schloss und der Weihnachtsbaum blieben dunkel, die Stadt hatte das Licht zum Abendspaziergang ausschalten lassen. Zum Auftakt griff die Polizei ein, weil ein Teilnehmer eine Fahne der Polizeigewerkschaft GdP schwenkte. Sie wurde ihm abgenommen. Ein anderer Abendspaziergänger trug die Fahne der IG-Metall, Deutschlandfahnen und Brandenburgfahnen wurden ebenfalls geschwenkt. Die Initiative „Nein zum Heim“ kündigt für 2016 neue Aktionsformen an. Enrico Rossius vom Forum gegen Rassismus sieht das als Erfolg der Meter-Spendenaktion: „Das hat sie geärgert.“

Von MAZonline

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