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Eins Schlosspark voller Blasmusik

Erstes großes Blasmusikfest in Oranienburg Eins Schlosspark voller Blasmusik

Schon aus einiger Distanz wehten den Oranienburgern und ihren Gästen am Sonnabend wohlklingende Töne entgegen – durch Bäume und über Blumenwiesen hinweg. Mal waren sie jazzig, mal traditionell oder auch sinfonisch. Wer etwas Glück hatte, wurde sogar von schottischen Dudelsackklängen der „Berlin Pipe Company“ in Empfang genommen.

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Einmarsch der „Berlin Pipe Company“ in den Schlosspark.

Quelle: Ulrike Gawande

Oranienburg. Das „1.Große Blasmusikfest“ fand auf gleich drei Bühnen im weitläufigen Schlosspark statt, organisiert vom Oranienburger Blasmusikverein anlässlich des 50. Geburtstages seines Blasorchesters. Die mehr als 200 Mitwirkenden aus zwölf Orchestern lockten mit ihrer Musik insgesamt rund 1000 Besucher in den Park.

Für jeden war bei diesem langen Blasmusiktag etwas dabei. „Ich bin schon ein wenig älter und mag vor allem die traditionellen Märsche,“ berichtete ein rüstiger 86-Jähriger aus Velten. Beim Auftritt der Trachtenkapelle Altburg aus Calw, der Hermann-Hesse-Stadt im Schwarzwald, kam er voll auf seine Kosten. „Wir pflegen zwar mit Stücken wie dem ,Regimentsmarsch der Deutschländer’ die Traditionen, können aber beim Queen-Klassiker ,Crazy little thing called love’ auch rockig und modern sein“, sagte Friedrich Bauer, fescher Schlagzeuger der Altburger in Lederhosen. Tags zuvor hatten sie ihre Landesvertretung in Berlin mit Blasmusik erfüllt.

Zwischen den hohen Hecken im Gartenzimmer Nr. 6 sorgten die Hennigsdorfer „6 Richtigen“ ordentlich für Stimmung. „Die sind schwungvoll und jung ... geblieben“, lautete das begeisterte Urteil nicht nur von Agnes Schmitz aus Berlin über die jazzigen und swingigen Hits der Musiker im besten Alter mit ihrem unverwechselbaren Sound. Wirklich jung waren die Musiker des Blasorchesters aus Oranienburgs Partnerstadt Hamm, ein sinfonisches Jugendblasorchester, das mit

„Some where over the rainbow“ aus dem Musical „Der Zauberer von Oz“ und einem Medley von Filmmusiken des legendären Enrico Morricone das aufmerksame Publikum beeindruckte.
Auf der Bühne im Dreiseithof präsentierte sich währenddessen das große Blasorchester aus Berlin-Köpenick mit Hits von Frank Sinatra und lud nach einem „Böhmischen Traum“ zu „Holidays in Rio“ ein. Die jüngste Musikerin ist erst zehn Jahre alt, die älteste hingegen schon über achtzig. Applaus belohnte den Auftritt, bevor dann die Original Wandlitzer Musikanten die Bühne eroberten. Jedes Orchester bot eine gute Stunde Programm. Die Musiker spielten, bis die Lippen brannten.

Musikalischer Höhepunkt des Tages war das Abschlusskonzert der gastgebenden Jubilare. Mit einem „Rock Opening“ spielten sie sich zunächst selbst ihr Ständchen. Nur für sie kam dann auch die Sonne heraus, was leider viele Zuhörer in den kühlen Schatten der Bäume flüchten ließ, und so die Stühle direkt vor der Bühne leer blieben. Die vierzig Musiker des Oranienburger Blasorchesters bewiesen mit Stücken wie Händels „Feuerwerksmusik“, einer heiteren musikalischen Eisenbahnfahrt, Höhepunkten aus Verdis Oper „Nabucco“ oder den Musicalhits von Andrew Lloyd Webber, dass sie mit Recht zu den besten Blasorchestern des Landes gezählt werden. In einer launigen Moderation plauderte Rainer Gödde als Vereinsvorsitzender aus dem historischen Nähkästchen und wurde ebenso wie der Dirigent Rolf-Peter Büttner für seine langjährigen Verdienste geehrt. Er demonstrierte, dass musikalische Qualität und unterhaltsame Programmvielfalt beim Blasorchester Oranienburg zu Hause sind, während sich die Abendsonne in den polierten Hörnern und Saxophonen spiegelte.

Information: Mehr zum Blasmusikverein unter www.bmvo.de.

Von Ulrike Gawande

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