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Oberhavel Oranienburg: Karneval zum Hafenfest
Lokales Oberhavel Oranienburg: Karneval zum Hafenfest
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18:10 01.05.2016
Die Bierbrummer vom Lehnitzer Karneval-Klub begeisterten das Publikum mit einem maritimen Programm. Quelle: Ulrike Gawande
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Oranienburg

Karneval im Mai? Geht das überhaupt, wenn eigentlich am Aschermittwoch alles vorbei ist? Manch Besucher rieb sich am Sonnabend verwundert die Augen, als er das Programm des 7.Hafenfestes in Oranienburg las.

Aber wenn man in Lehnitz wohnt, geht eben alles. Auch Karneval bei sommerlichen Temperaturen zum Hafenfest, das am Sonnabend hunderte Menschen in den Schlosshafen und den angrenzenden Schlosspark lockte. Und so war das Hafenfest gleichzeitig eben auch der Tag der offenen Tür der Lehnitzer Karnevalisten.

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Schiffergottesdienst, historische Schiffe, maritimes Karnevalsprogramm, Fischbrötchen und Sonnenschein. Mehr braucht es nicht, um das Hafenfest in Oranienburg am Schlosshafen zu einem Erfolg zu machen.

Während Funkengarden und Kindergruppen die Bühne im Dreiseithof für ihre Darbietungen nutzten, unterhielten im Hafen die sogenannten Bierbrummer, die Männergesangstruppe des Lehnitzer Karneval-Klubs, das Publikum mit einem munteren, maritimen Programm. Um nicht in die Ferne schweifen zu müssen, wurde sogar der wohlbekannte Gassenhauer von Klaus & Klaus „An der Nordseeküste“ zu „An dem Havelufer“ umgemünzt. Das kam gut an bei den Zuhörern. Auch die Hits der Band Santiano und den Conny-Froboess-Klassiker „Pack die Badehose ein“ hatten die Herren dabei. Die Gedanken flogen davon. Manch einer träumte sicherlich vom Urlaubstag an der See mit Strandkorb, Wellenrauschen und Sonnenschein.

Dabei brauchte man gar nicht ans Meer zu fahren, um sich mit Seefahrtstraditionen zu beschäftigen. Ein Besuch des Hafenfestes genügte. Denn mit Volldampf, legte die „Volldampf“, die 1896 als Richard in Stettin gebaut worden war, im Schlosshafen ab und machte mit den Festbesuchern Ausfahrten bis zum Lehnitzsee. Doch einst als Dampfschlepper konstruiert, wird heute mit Diesel gefahren. Trotzdem war das zum Durchfahren der Brücken notwendige Absenken des Schornsteins jedes Mal ein Hingucker für die Schaulustigen. Viele hatten es sich auf dem August-Wilhelm-Steg mit Fischbrötchen und Bier gemütlich gemacht. Hatte man dort doch den besten Ausblick auf Bühne und Hafen, in dem neben der „Volldampf“ noch weitere Museumsschiffe aus dem Historischen Hafen Berlin lagen. Und auch die Oranienburger „Sehnsucht“, jener sehenswerte Nachbau einer niederländischen „Statenyacht“.

Auf der „Sehnsucht“ fand auch wieder der schon traditionelle Schiffsgottesdienst mit Oranienburgs Pfarrer Arndt Farack statt. Zur Seite stand ihm in diesem Jahr Fedor Pfistner, im Ruhestand befindlicher Schifferpastor der Binnenschiffergemeinde aus Berlin-Brandenburg dessen Kirche seit 2015 an Bord der „Adonis“ im Historischen Hafen Berlin ist.

Heinz Ney von der Binnenschiffergemeinde Berlin-Brandenburg Quelle: Ulrike Gawande

Dabei wurde die Gemeinde schon 1900 gegründet. „Anders als in Hamburg gab es aber vorher keine schwimmende Kirche,“ weiß Heinz Ney, Vorsitzender der Gemeinde und gebürtiger Oranienburger. Doch heute sterbe der Beruf der Binnenschiffer aus, so Ney bedauernd. Daher habe man sich auch den Sportschiffern zugewandt. „Wir sind eine Kirche für alle.“ Und Ney ist immer mit dabei. „Mein Herz schlägt für die Seefahrt“, gerät der heutige Potsdamer ins Schwärmen.

Er habe immer zur See fahren wollen, was aber in der DDR für ihn nicht möglich war. Dafür arbeitete er bei den LEW in Hennigsdorf. Heute im Ruhestand steckt er seine Energie in die Schiffe. Auch in Oranienburg.

Von Ulrike Gawande

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