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Oranienburg: Zünder der Bombe war noch scharf

Bombe erfolgreich entschärft Oranienburg: Zünder der Bombe war noch scharf

Heute wird in Oranienburg eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Es ist der 195. Blindgänger, der seit der Wende entschärft werden muss. 12.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Am frühen Nachmittag ist die Bombe entschärft worden. Im Liveticker können Sie die Ereignisse des Tages nachlesen.

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Erfolgreicher Sprengmeister: André Müller nahm die Glückwünsche von Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke entgegen.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Am Donnerstag wird in Oranienburg eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Es ist der mittlerweile 195. Blindgänger, der seit der Wende unschädlich gemacht werden muss. Wie immer ist die Entschärfung mit einem großen Sperrkreis verbunden, der rund um den Bombenfund gezogen wird.

Die Bombe liegt in der Lehnitzstraße. Dort sind auf einem Gelände mehrere Bomben gefunden worden. Der Sperrkreis ist rund 1000 Meter groß, 12.000 Menschen leben darin und mussten bis 8 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Danach haben die Vorbereitungen für die Entschärfung begonnen. Am Nachmittag soll die Bombe entschärft sein.

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+++15:01 Uhr: Wir schließen den Liveticker +++

An dieser Stelle schließen wir den Liveticker und danken für Ihr Interesse und fürs Mitlesen.

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30. Juni 2016: Es ist die 195. Bombenentschärfung seit der Wende in Oranienburg. Am Donnerstag mussten bis 8 Uhr 12.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Auch ein Seniorenheim liegt im Sperrkreis. Die MAZ ist mehreren Reportern und Fotografen unterwegs und hat den Tag in Bildern festgehalten.

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+++ 15:00 Uhr: Zusammenfassung des Tages ++++

-Ab 6 Uhr liefen die Vorbereitungen für die Evakuierung. 250 Menschen waren im Einsatz, darunter Polizisten, Mitarbeiter der Stadt, vom Landkreis, vom DRK und zahlreiche Feuerwehrleute

-Am Morgen bildeten sich auf der Bernauer und der Berliner Straße lange Staus, da viele Oranienburger das Sperrgebiet mit dem Auto verließen.

-Ab 8 Uhr überprüfte die Feuerwehr, ob der Sperrkreis geräumt war.

-Gegen 10.30 Uhr dann Gewissheit, der Sperrkreis ist geräumt und für die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst freigegeben.

-Die Arbeiten für die Bombenentschärfungen konnten noch vor 11 Uhr beginnen

-Um etwa 14 Uhr war die Bombe dann entschärft, eine halbe Stunde später ist dann der Sperrkreis wieder geöffnet worden

+++ 14:54 Uhr: Bürgermeister dankt dem Sprengmeister +++

Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke bedankt sich bei Sprengmeister André Müller. Der schildert, dass die Arbeit an der Bombe problemlos lief und sagt etwas, dass aufhorchen lässt und zeigt, wie gefährlich seine Arbeit ist. Denn die Bombe hatte einen Zünder, der noch scharf war.

+++ 14:35 Uhr: Bombe entschärft, aber die nächste wartet schon +++

Die heutige Bombenentschärfung ging reibungslos und schneller als gedacht vonstatten. In genau einer Woche werden die Oranienburger erneut auf eine Geduldsprobe gestellt. Dann soll eine Bombe in der Erfurter Straße unschädlich gemacht werden. Am 6. Juli soll es eine endgültige Entscheidung geben, ob am 7. Juli die Bombe entschärft werden muss.

Kommt es soweit, müssten rund 5000 Menschen aus ihren Wohnungen. Der Sperrkreis ist kleiner als der heutige. Auch die Bahnhöfe in Oranienburg und Lehnitz wären nicht betroffen.

+++ 14:30 Uhr: Schnelle Entschärfung +++

Sah es zu Beginn des Tages noch so aus, als würde sich die Evakuierung des Sperrkreises in die Länge ziehen, ist die Entschärfung dann doch sehr schnell und unproblematisch über die Bühne. Die dritte Bombe konnte schneller entschärft als die beiden vorherigen. Und 12.000 Oranienburger können früher als gedacht wieder in ihre Wohnungen. Der Sperrkreis ist um 14.30 Uhr geöffnet worden.

+++ 14:17 Uhr: Bombe ist entschärft +++

Das ging schnell. Die Bombe ist erfolgreich entschärft worden. Gegen 14.30 Uhr wird der Sperrkreis geöffnet, die Bewohner können wieder in ihre Wohnungen zurück.

+++ 13:36 Uhr: Experten arbeiten weiter an der Bombe +++

Noch ist der Kampfmittelbeseitigungsdienst bei der Arbeit. Im Vorfeld gaben die Experten ihre Einschätzung bei der Stadt ab. „Sie wollen es mit einer Entschärfung versuchen“, so Stadtsprecherin Susanne Zamecki. Das könne sich aber jederzeit ändern, sollte etwas Unvorhersehbares passieren. Noch ist unklar, ob die Entschärfung gelingt oder es doch zu einer kontrollierten Sprengung kommen muss. „Wir drücken die Daumen und denken positiv“, so Zamecki.

+++ 13:28 Uhr: Stimmen von Evakuierten +++

Unsere Kollegin Heike Bergt ist zum Bauernmarkt nach Schmachtenhagen gefahren und hat sich mit Evakuierten unterhalten, die dort die Zeit bis zur Entschärfung der Bombe überbrücken können.

– Mit einer Häkelarbeit vertreibt sich Christiane Protze die Zeit des Wartens. Zu Hause in der Innsbrucker Straße lag ihre Wohnung „bestimmt schon vier oder fünfmal“ im Sperrkreis. Hier auf dem Bauernmarkt findet sie es gut. Vor allem für die neunjährige Tochter, die sich hier bewegen und austoben kann im Freien. „Es wird wohl nicht das letzten Mal sein, dass wir raus müssen. Aber es muss ja sein“, hat sie Verständnis.

– Ziemlich anstrengend ist der Tag für Inge Driescher aus dem altersgerechten Wohnhaus in der Berliner Straße 45. Ihr fehlt vor allem ein Bett zum Ausruhen über Mittag. Doch Inge Driescher hat sich trotzdem auf die Fahrt nach Schmachtenhagen gefreut, „weil ich hier 50 Jahre zu Hause war“. Man müsse die ständigen Entschärfungen mit einer Portion Humor nehmen: „Nur schimpfen, da verdirbt man sich ja nur das Leben.“

– Ihrem Ärger Luft machen die Eheleute Jutta und Kurt Wachtel . Die Berliner haben vor Jahren in Oranienburg gebaut, sind in der Sauerbruchstraße zu Hause. „Mindestens viermal musste wir raus und es war immer chaotisch“, ärgert sich Kurt Wachtel. Es gebe keinen Zeitplan. Seine Frau ist gelähmt und braucht Hilfe. „Wir stehen dann um 4 Uhr auf, weil ab 5 Uhr evakuiert wird und dann kommt jemand um 10 Uhr.“ In der Turnhalle in Germendorf fühlten sie sich bei vormaligen „Ausquartierungen“ besser aufgehoben. Da sei man versorgt worden, „vor allem gab es einen Ansprechpartner und Zwischeninformationen, wie weit die Entschärfung ist.“ In Schmachtenhagen fühlten sie sich allein gelassen. „Wir brauchen keine Essenversorgung, aber einen Zeitplan.“ Das müsse doch zu planen sein, fordert Kurt Wachtel.

– So sieht es auch Karin Hindenberg aus der Theodor-Neubauer-Straße. Sie ist an den Rollstuhl gebunden und in diesem Jahr das dritte Mal evakuiert. „Und wenn wir Pech haben dann in diesem Jahr wohl noch viermal“, schwant es ihr: Nächste Woche möglicherweise in der Erfurter Straße und dann Nummer vier bis sechs in der Lehnitzstraße. Punkt 8 Uhr war sie heute Morgen abgeholt worden. Über den Tag vertreibt sie sich die Zeit mit Kreuzworträtseln. Im Bauernmarkt fehlt ihr so ein wenig die Versorgung wie im Regine-Hildebrandt-Haus für die Evakuierten. „Dass mit den Bomben, das muss einfach gestemmt werden“, sagt sie und fordert, dass der Bund für die Kosten der Entschärfung aller Munitionsfunde aufkommen sollte. Letztlich bedauert sie, „dass keiner aus den Kriegen gelernt hat. Hauptsache es fallen hier keine Bomben mehr. Hoffentlich bleibt es friedlich“, wünscht sie sich. Obwohl sie da manchmal Zweifel beschleichen.

+++ 13:14 Uhr: Shuttle-Bus+++

Bahnfahrer wissen, wenn es so voll wird wie gestern im RE 5, ist wieder Fusion Festival in Lärz. Für die Zeit der Streckensperrung zwischen Berlin und Neustrelitz bis aller Vorrausicht nach 15 Uhr heute haben die Organisatoren extra einen Bus-Shuttle organisiert, der ab dem S-Bahnhof Birkenwerder fährt. Er erste Zug, der ab Berlin wieder in den Norden fahren könnte, ist der um 15.36 Uhr ab Berlin Hauptbahnhof.

+++ 12:25 Uhr: Warum werden nicht mit einem Schwung mehrere Bomben entschärft? +++

Viele Oranienburger denken: Warum entschärfen sie nicht gleich mehrere Bomben gleichzeitig? Aber: Nicht die Stadt entscheidet über die Entschärfungen, sondern der Kampfmittelbeseitigungsdienst. „Als Stadt vertrauen wir darauf, dass die Sprengmeister so arbeiten, dass sie nicht Ihre eigene Sicherheit gefährden, aber auch die unvermeidlichen Einschränkungen für die Bevölkerung möglichst gering sind“, sagt Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke. Es gebe eben nur wenige „hoch qualifizierte und erfahrene Männer“, die dazu in der Lage sind, die hoch explosiven Langzeitzünderbomben zu entschärfen. „Dass lässt sich weder psychisch noch physisch im Akkord leisten.“

+++ 12:04 Uhr So geht es heute weiter +++

Die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst sind jetzt seit rund 90 Minuten an der Bombe und bereiten alles für die Entschärfung vor. Die Bombe wurde freigegraben und von den Experten „festgeschnallt“. Sie darf sich bei den Arbeiten am Langzeitzünder keinen Millimeter bewegen. Mit einem Wasserspritzgerät soll der Zünder gelöst werden.

+++ 11:52 Uhr: Weitere Bilder +++

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30. Juni 2016: Es ist die 195. Bombenentschärfung seit der Wende in Oranienburg. Am Donnerstag mussten bis 8 Uhr 12.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Auch ein Seniorenheim liegt im Sperrkreis. Die MAZ ist mehreren Reportern und Fotografen unterwegs und hat den Tag in Bildern festgehalten.

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+++ 11:44 Uhr: Besondere Vorkommnisse im Sperrkreis +++

Es gab im Sperrkreis fünf Vorkommnisse, die eine Freigabe etwas verzögerten. Drei Mal musste die Polizei anrücken, eine Wohnungstür wurde aufgebrochen (hinter der sich die Huskys befanden).

Des Weiteren fuhr ein schwarzer Polo direkt an einer Polizeiabsperrung vorbei. Die Beamten nahmen die Verfolgung und später die Personalien des Fahrzeughalters auf.

+++ 11.39 Uhr: Eine erste Zusammenfassung +++

– Am Morgen haben sich die Helfer bereits um 5 Uhr zur Besprechung getroffen. Darunter Feuerwehrleute, Polizisten, Mitarbeiter vom DRK, Katastrophenschutz und Angestellte der Stadt und des Landkreises.

– Gegen 6 Uhr begannen die Arbeiten für die Evakuierung.

– 12.000 Menschen mussten bis 8 Uhr ihre Wohnungen verlassen.

– 250 Menschen waren im Einsatz. Kurz nach 8 Uhr wurde mit der Überprüfung des Sperrkreises begonnen.

– Gegen 10.40 Uhr wurde der Sperrekreis offiziell freigegeben. Seit dem sind die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst dabei, die Entschärfung vorzubereiten.

+++ 11:12 Uhr: Ein erstes Fazit +++

Der stellvertretende Stadtbrandmeister Manfred Gellert zieht ein positives Fazit. Zwar habe sich die Freigabe des Sperrkreises verzögert. „Aber verhältnismäßig lief heute alles harmlos“, sagt er.

Die Menschen seien einsichtiger gewesen als die letzten Male. „Oder einfach nur pfiffiger.“ Wie viele Personen den Sperrkreis nicht verlassen, kann er nicht sagen. „Aber meine ganz persönliche Meinung ist, dass wir nicht ein Viertel der Leute rausgeholt haben.“ Das sei aber nur eine Schätzung.

+++ 10:47 Uhr: Sperrkreis ist offiziell freigegeben +++

Jetzt ist es offiziell – der Sperrkreis ist geräumt und freigegeben. Freigegeben bedeutet in diesem Fall, dass die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst mit ihren Vorbereitungen beginnen können.

Der Zeitplan scheint heute – trotz anfänglicher Verzögerungen – gut aufzugehen. Es ist noch nicht einmal 11 Uhr und die Entschärfung wird nun angegangen. Im Vergleich zu den anderen Entschärfungen ist das recht früh.

+++ 10:34 Uhr: Sperrkreis abgesucht und geräumt +++

Jetzt kann es nicht mehr lange dauern, bis die offizielle Mitteilung kommt, dass der Sperrkreis geräumt ist und für die Bombenentschärfer freigegeben werden kann.

Die Feuerwehr hat alles abgesucht und zieht sich nun aus der abgesperrten Zone zurück.

+++ 10:31 Uhr: Dank an die Helfer +++

Dezernent Matthias Rink, zuständig für Soziales und Verkehr, bedankte sich am Morgen bereits vorab bei den Helfern: „Sie haben einen weiten Weg und helfen wieder, dass alles reibungslos abläuft. Machen Sie wie immer ihren hervorragenden Job. Ich verspreche Ihnen, wir sehen uns bald wieder. Bombe Nummer vier bis sechs warten schon“, flachste Rink.

In der Lehnitzstraße sind insgesamt sechs Bomben gefunden worden. Diese werden nach und nach entschärft. Heute kommt die dritte dran.

+++ 10:28 Uhr: Helfer haben ein selbstgestecktes Ziel erreicht +++

Am frühen Morgen sagte Gerd Ritter vom Landkreis Oberhavel im Gespräch mit der MAZ, dass die Helfer das Krankenhaus und das Seniorenheim bis um 11 Uhr evakuiert haben wollen. Dieses Ziel ist bereits erfüllt. Mehr als eine halbe Stunde vor der anvisierten Zeit.

+++ 10:23 Uhr: Räumung kommt inzwischen recht gut voran +++

Im Sperrkreis liegen ein Krankenhaus und ein Seniorenheim. Beide sind geräumt. Aber der Sperrkreis kann noch nicht komplett freigegeben werden. Die Bombenentschärfer müssen sich noch gedulden.

+++ 10:15 Uhr: Bombe liegt in 5,50 Meter Tiefe +++

Die Bombe in der Lehnitzstraße liegt in 5,50 Meter Tiefe. Ein achtköpfiges Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes ist mit der Entschärfung befasst. Den Hut hat wieder Sprengmeister André Müller auf.

+++ 10.01 Uhr: Stadtsprecherin sieht Zeitplan erfüllt +++

Während die Feuerwehr am Morgen von Verzögerungen bei der Räumung des Sperrkreis gesprochen hat sieht die Stadt den Zeitplan voll erfüllt. Es habe bislang keine Zwischenfälle gegeben, sagt Stadt-Sprecherin Susanne Zamecki. Zwar werden im Sperrkreis immer wieder Uneinsichtige angetroffen. Trotzdem gebe es derzeit keinen Vorfall, der den Zeitplan ins Trudeln bringt

+++ 9:58 Uhr: Tiere dürfen im Sperrkreis bleiben +++

Für den Mieter aus der Krebststraße hat die Öffnung der Türe durch den Schlüsseldienst keine finanziellen Folgen. Die Kosten übernimmt die Stadt. Die Tiere dürfen übrigens im Sperrkreis bleiben, im Gegensatz zu ihren Herrchen. Der Mieter bekommt nun ein neues Schloss und einen Zettel an die Tür, dass er seinen neuen Schlüssel im Ordnungsamt abholen kann.

+++ 9:56 Uhr: 250 Menschen im Einsatz +++

250 Einsatzkräfte sind insgesamt mit der Evakuierung befasst und der Sicherung des Sperrkreises. Dazu gehören Feuerwehrleute, Polizisten, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Katastrophenschutzes.

+++ 9:50 Uhr: Huskys in der Wohnung +++

Die Wohnung ist leer – kein Anwohner drinne. Dafür zwei Huskys, die einem Zimmer eingesperrt waren. Die Hunde verhalten sich ruhig.

+++ 9:44 Uhr: Schlüsseldienst muss anrücken +++

In der Krebststraße stand die Polizei vor einem Problem. In einer Wohnung bellte ein Hund und eine Waschmaschine lief. Als die Feuerwehr nachfragte, kam aus der Wohnung kein Laut mehr. Stadtbrandmeister Gellert: „Da stimmt etwas nicht. Es ist kurios.“ Jetzt muss der Schlüsseldienst anrücken und die Türe öffnen.

+++ 9:39 Uhr: Räumung des Sperrkreises verzögert sich +++

Die Feuerwehr hat den 1000 Meter großen Sperrkreis in vier Zonen aufgeteilt, die überprüft werden. Keine der Zonen ist kurz nach 9.30 Uhr vollständig geräumt.

+++ 9:19 Uhr: Feuerwehr steigt in offene Fenster ein +++

Immer noch ist die Feuerwehr im Sperrkreis unterwegs und prüft, ob alle Anwohner ihre Wohnungen verlassen haben. Auch offene Fenster müssen geprüft werden. In der Stralsunder Straße zum Beispiel ist die Feuerwehr über eine Leiter in eine Wohnung eingestiegen. In der Wohnung war aber nur eine Katze.

+++ 9:04 Uhr: In Oranienburg werden noch 300 weitere Bomben vermutet +++

Seit 1990 wurden in Oranienburg etwa 190 Bomben gefunden. Bis zu 300 weitere werden noch im Erdreich vermutet. Rund 20.000 Bomben sollen im Zweiten Weltkrieg auf die Stadt abgeworfen worden sein. Oranienburg war damals ein großer Standort der Rüstungsindustrie. Unter anderem gab es dort ein großes Flugzeugwerk, in dem Tausende KZ-Häftlinge arbeiten mussten.

+++ 9 Uhr: Probleme mit dem Krankentransport +++

Der stellvertretende Stadtbrandmeister Manfred Gellert sagte der MAZ, dass es bei der Evakuierung Problem gibt. „Es hapert mit dem Krankentransport.“ Einige ältere oder kranke Anwohner, die den Sperrkreis nicht alleine verlassen können, warten noch auf die DRK-Fahrzeuge.

+++ 8:51 Uhr: Sperrkreis leert sich langsam – Feuerwehr prüft Wohnungen +++

Langsam scheint sich der Sperrkreis zu leeren – ein Zeitplan lässt sich aber noch nicht voraussagen. Die Feuerwehr prüft inzwischen die Wohnungen, klingelt, wenn nötig, Anwohner aus dem Schlaf. Und immer wieder kommt es zu Begegnungen mit Anwohnern, die nichts von der Bombenentschärfung mitbekommen haben. Trotz vieler Ankündigungen in der Presse und Bekanntmachungen durch die Stadt.

So zum Beispiel ist die Feuerwehr auf eine junge Mutter getroffen, die mit ihrer Tochter auf dem Weg zum Arzt war. Dann hat sie erfahren, dass sie den Sperrkreis verlassen muss. „Meine Tochter hat nichts akutes. Wir machen einen Alternativtermin“, sagte die Mutter.

+++ 8:47 Uhr: Erste Fotos +++

Unsere Reporter halten den Tag für Sie auch mit der Kamera fest. Die Bildergalerie wird von uns aktualisiert.

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30. Juni 2016: Es ist die 195. Bombenentschärfung seit der Wende in Oranienburg. Am Donnerstag mussten bis 8 Uhr 12.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Auch ein Seniorenheim liegt im Sperrkreis. Die MAZ ist mehreren Reportern und Fotografen unterwegs und hat den Tag in Bildern festgehalten.

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+++ 8:38 Uhr: Rückblick auf die vorangegangenen Entschärfungen +++

Wenn Sie einen Blick zurück werfen wollen – wir haben über die Entschärfungen der Bomben in der Lehnitzstraße ebenfalls im Liveticker berichtet.

Entschärfung vom 20. April

Entschärfung vom 26. Februar

+++ 8:33 Uhr: Seniorenheim muss evakuiert werden +++

Im Sperrkreis liegt auch ein Seniorenheim – das muss natürlich auch geräumt werden. Hier scheint alles nach Plan zu laufen. Um 11 Uhr sollen alle Bewohner verlegt sein.

Dieser Zeitplan deutet darauf hin, dass vor 11 Uhr nicht mit den Vorbereitungen für die Entschärfung begonnen wird. Das war bei den vergangenen beiden Entschärfungen nicht anders. Damals konnte am späten Vormittag/frühen Nachmittag mit den Vorbereitungen begonnen werden. Entschärft wurden die Bomben gegen 14/15 Uhr. Danach konnten alle Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurück.

+++ 8:22 Uhr: Noch sind viele Menschen im Sperrkreis +++

Wann die Entschärfung beginnen kann, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell der Sperrkreis geräumt ist. Und das könnte noch ein wenig dauern. Denn noch sind viele Menschen im Sperrkreis. Die Feuerwehr sieht bereits den Zeitplan gefährdet. „Es ist, als wäre es die erste Bombe“, sagt Manfred Gellert, stellvertretender Stadtbrandmeister.

+++ 8:10 Uhr: 69 Feuerwehrleute im Einsatz +++

Der Sperrkreis wird von 69 Feuerwehrleuten abgesucht. Im Einsatz sind 13 Fahrzeuge. Die Feuerwehrleute kommen aus allen Ortsteilen Oranienburgs.

+++ 8 Uhr: Sperrkreis wird geschlossen und überprüft +++

Jetzt beginnt die Feuerwehr den Sperrkreis zu überprüfen. Eigentlich sollten alle Bewohner ihre Häuser und Wohnungen verlassen haben. Aber die Erfahrung aus der Vergangenheit lehrt, dass einige Bewohner nichts von der Bombenentschärfung wissen und noch in der Wohnung sind. Deswegen fährt die Feuerwehr durch den Sperrkreis und schaut, wer noch zuhause ist. Diese Anwohner müssen dann auch raus aus ihren Wohnungen.

Diese Überprüfung wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Wenn man sicher ist, dass keine Menschen mehr im Sperrkreis sind wird dieser für das Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst freigegeben und die Vorbereitungen für die Entschärfung beginnen.

+++ 7:57 Uhr: Staus auf der Berliner und der Bernauer Straße +++

In wenigen Minuten müssen 12.000 Menschen im Sperrkreis ihre Wohnungen verlassen haben. Jetzt setzt gerade eine Art Stadtflucht ein. Auf der Berliner und der Bernauer Straße bilden sich lange Staus. Viele Oranienburger scheinen die Stadt mit dem Auto zu verlassen.

+++ 7:40 Uhr: Keine Regionalbahnen und S-Bahnen+++

– Ab 8 Uhr fahren keine S-Bahnzüge mehr von beziehungsweise nach Oranienburg (die letzte fährt gegen 7.51 Uhr in Oranienburg ab). Letzter Haltepunkt ist Birkenwerder. Zwischen Oranienburg und Birkenwerder wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Weitere Informationen dazu hat die Bahn hier bereitgestellt.

– Der Regionalexpress RE 5 hält ab 8 Uhr nicht mehr in Oranienburg. Ersatzweise fahren Busse, Halt ist in der Bernauer Straße an der Eisenbahnbrücke. Informationen gibt es hier.

+++ 7:38 Uhr: Teure Suche nach Bomben +++

In den letzten Jahren wurde die systematische Bombensuche immer teurer. In diesem Jahr hat die Stadt Oranienburg 3 Millionen Euro veranschlagt, im kommenden vier Millionen Euro. Die Stadt müsse sich das leisten, so Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke. „Für die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger.“ Bis 2030 sind im Haushalt als Rückstand 146 Millionen eingeplant für die systematische Bombensuche. „Dieses Geld fehlt uns natürlich an anderer Stelle“, so Laesicke.

+++ 7:18 Uhr: Dritte Bombenentschärfung binnen weniger Monate +++

Die Oranienburger sind, was Bombenentschärfungen angeht, routiniert. Seit der Wende sind bereits 195 Blindgänger unschädlich gemacht worden. Die Prozedur ist immer ähnlich. Ein paar Tage vorher wird der mögliche Sperrkreis bekanntgegeben, meist einen Tag vor der Entschärfung gibt es die offizielle Bestätigung, dass entschärft werden muss. Dann am Tag der Entschärfung müssen die Wohnungen im Sperrkreis bis 8 Uhr verlassen werden. Bislang ist die Stimmung in der Stadt recht entspannt.

Die heutige Entschärfung ist die dritten binnen weniger Monate. In der Lehnitzstraße waren mehrere Bomben gefunden worden. Es sollen sechs sein, die werden nach und nach unschädlich gemacht.

+++ 7:14 Uhr: Viele Helfer sind seit Stunden auf den Beinen +++

Bis 8 Uhr müssen 12.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Im Sperrkreis befindet sich auch ein Seniorenheim. Für Vorbereitungen zur Evakuierungen und für eventuelle Notfällen halten sich viele Helfer bereit. Einige sind bereits seit Stunden auf den Beinen.

Zum Beispiel Alfred Müller, der seit 20 Jahren beim DRK in Oranienburg ist. Um 3.30 Uhr ist er aus dem Bett gefallen. „Das erste Mal war ich 2004 bei einer Evakuierung dabei, 2016 ist es meine dritte.“ Ein langer Tag steht ihnen bevor. „Wen wir jetzt fahren, erfahren wir erst bei der Einsatzbesprechung. Wenn die Bombe entschärft ist, müssen alle Patienten zurück gebracht und die Wagen gereinigt werden. Bis 18 Uhr sind wir auf jeden Fall im Einsatz.

+++ 7:04 Uhr: Rund 100 Frauen und Männer im Einsatz ++++

Der Einsatz für viele Rettungskräfte hat bereits am frühen Morgen begonnen. Gegen 5 Uhr sind 35 Rettungs- und Krankenwagen aus Oberhavel und umliegenden Landkreisen mit ihren Besatzungen an der Kreisverwaltung eingetroffen. Rund 100 Frauen und Männer sind im Einsatz.

Alle wichtigen Informationen:

– In Schmachtenhagen können Oranienburger tagsüber unterkommen. Solange, bis die Bombe entschärft ist und der Sperrkreis wieder betreten werden darf. Informationen zu Shuttlebussen gibt es hier und hier.

– Vom 29. Juni bis zum 30. Juni ist unter 03301/600900 ein Bürgertelefon der Stadt Oranienburg erreichbar.

– Die Kreisverwaltung bleibt am Donnerstag geschlossen.

– Die Rettungsstelle des Krankenhauses Oranienburg bleibt am Donnerstag, 30. Juni, ab 5 Uhr ebenfalls geschlossen. Die Klinik Hennigsdorf, Marwitzer Straße 91, übernimmt dann die Versorgung der Patienten.

– Diese Kitas und Schulen bleiben am Donnerstag geschlossen: Kita Falkennest, Kita Friedrich Fröbel, Evangelische Kita Kleine Fische, Kita Butzelhausen, Kita Lehnitz, Hort Havelschule, Kita Stadtmusikanten, Oberstufenzentrum Georg-Mendheim, Torhorst-Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, Grundschule Havelschule, Friedlieb-Ferdinand Runge Gymnasium und Schule St. Johannesberg

Der Sperrkreis

 

Von Heike Bergt, Marco Winkler und Christian Meyer

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