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Oberhavel Oranienburg: Reporter Billy Six zu Gast
Lokales Oberhavel Oranienburg: Reporter Billy Six zu Gast
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19:07 26.02.2016
Reporter Billy Six sprach nur vor 55 Leuten. Quelle: Foto: Marco Paetzel
Oranienburg

Beim nächsten Foto stockt der Atem. Das Motiv, das Billy Six an die Wand wirft, zeigt den Leichnam eines „Ungläubigen“, der von Milizen durch die staubigen Straßen eines Dorfes geschleift wird. „Man hatte ihm die Hand abgehackt“, sagt der Reporter. Dann zitiert er Koran-Sure 5, nach der Gegner Allahs getötet oder gekreuzigt werden, ihnen Hände und Füße abgehackt werden, oder sie aus dem Land verbannt werden. In Syrien hätten viele Blut an den Händen, egal auf welcher Seite sie kämpfen, sagt der hagere Endzwanziger mit dem stechenden Blick.

Am Donnerstag war Billy Six auf Einladung der AfD nach Oranienburg gekommen, vor 55 Gästen erzählte er in der Alten Fleischerei von seiner Odyssee durch Syrien. Draußen bewachte ein Streifenwagen die Veranstaltung. Man weiß ja nie. „Ich wollte damals wissen, was in Syrien los ist“, sagt Billy Six. Also flog der Reporter für die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ 2012 in die Türkei, ließ sich von einem Rebellen für eine Hand voll Dollar durch Olivenhaine über die Grenze bringen.

Er erzählt von Begegnungen mit Hasspredigern, Kämpfern der Freien Syrischen Armee oder normalen Muslimen auf dem Land, die er Freunde nennen könnte. Sie hätten ihn mit offenen Armen empfangen, ihm Essen und Schlafplatz gegeben. Das sei in der arabischen Welt Ehrensache. Das Problem sei, dass die Syrer, die nach Deutschland kommen, Ähnliches erwarten. „Sie sehen nicht, dass der Unterschied die Menge ist, wir reden ja von Hunderttausenden Syrern.“ Gefährlich werde es, wenn Muslime westlichen Individualismus kennenlernten. „Dann wollen sie sich bilden, lesen den Koran und wollen ihn umsetzen.“ Traditionell sei es so gewesen, dass die Masse nicht lese, sondern dem Imam zuhöre, faste und bete. „Das war’s dann aber auch“, so Billy Six. Dann erzählt er von seiner Begegnung mit verurteilten Terroristen, unter anderem dem Sauerland-Attentäter Salih S. Intelligente Männer, die wissen, was sie wollen. „Das Gefängnis hat sie nicht verändert“, sagt Billy Six.

Andreas Galau, der für die AfD im Landtag sitzt, hört sich den Vortrag von einem der hinteren Plätze an. Es ist das erste Mal, das die Partei die Alte Fleischerei mietet. Es solle keine plumpe Parteiwerbung, sondern Information sein. „Wir wollen über Syrien informieren“, so Galau. Und mit der Zuwanderung habe das Thema ja auch zu tun. „Wir sind aber keine Ausländerhasser“, sagt er. Die meisten aus dem Publikum seien nicht mal AfD-Leute.

In Oberhavel haben die Rechtspopulisten den Ausstieg des Ex-Vorsitzenden Bernd Lucke überwunden, mittlerweile hat der Kreisverband 80 Mitglieder. Andreas Galau lebt in Hennigsdorf, wo die Menschen seit Beginn der 1990er-Jahre friedlich neben Flüchtlingen leben. „Die Stadt hat das gut im Griff“, sagt Galau. Er zweifle aber daran, dass sich die jungen Erwachsenen integrieren und in Arbeit bringen lassen.

Die Äußerungen von AfD-Mann Björn Höcke, der vom „lebensbejahenden Afrikanischen Ausbreitungstyp“ spricht, hält Galau nicht für rassistisch. „Er ist aber übers Ziel hinausgeschossen.“ In Oberhavel sieht der AfD-Mann viel Potenzial für seine Partei, 15 Prozent seien vielleicht drin.

Von Marco Paetzel

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