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Oranienburg baut neues Asylheim

Auch Unterkunft in Gransee geplant Oranienburg baut neues Asylheim

Der Landkreis Oberhavel will seine Kapazitäten zur Unterbringung von Asylbewerbern auf gut 550 Plätze aufstocken. Dazu wird an der André-Pican-Straße in Oranienburg ein neues Asylbewerberheim gebaut. Zugleich soll im jetzigen Jobcenter am Granseer Karl-Marx-Platz eine Gemeinschaftsunterkunft mit 80 Plätzen entstehen.

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In Oranienburg soll ein neues Asylbewerberheim entstehen.

Quelle: dpa

Oranienburg. Der Landkreis will seine Kapazitäten zur Unterbringung von Asylbewerbern auf gut 550 Plätze aufstocken. Dazu wird der Kreis in Oranienburg auf dem Grundstück der Rettungswache an der André-Pican-Straße ein neues Asylbewerberheim bauen. Zugleich sollen Teile der Kreisverwaltung am Granseer Karl-Marx-Platz in eine Gemeinschaftsunterkunft umgewandelt und kreisweit 100 Wohnungen angemietet werden, kündigte Sozialdezernent Michael Garske am Mittwoch an.

Das Granseer Jobcenter zieht aus diesem Grund in die bald leeren Räume in der Förderschule nahe des Bahnhofs um. Die Umbauarbeiten im Gebäude am Karl-Marx-Platz beginnen im nächsten Jahr. Wann genau, ist noch nicht ganz klar. Rund 80 Plätze werden in Gransee geschaffen werden. Und wie berichtet, wird bereits das Asylbewerberheim in Stolpe-Süd erweitert.

Die Zahl der Asylbewerber hat sich in diesem Jahr deutlich erhöht. Bis Ende vergangener Woche war der Landkreis davon ausgegangen, dass er in diesem Jahr 242 Asylsuchende aufnehmen muss. Am Dienstagnachmittag kündigte das Land an, dass sich die Zahl der Asylbewerber noch weiter erhöht ‒ tatsächlich um 266.

Garske kritisierte diese kurzfristige Ankündigung. "Wir sind irritiert und stark enttäuscht vom Vorgehen der Landesregierung." Bei einem Treffen aller Landräte am Freitag in Potsdam sei die weitere Erhöhung nicht erwähnt worden. Auch finanziell werde der Landkreis "im Regen stehen gelassen". Zwar unterstützt das Land die Errichtung eines neuen Heimplatztes mit 2300 Euro. Tatsächlich aber koste ein neuer Platz bis zu 40.000 Euro, so Garske. "Was das Land zahlt, ist nur ein Bruchteil."

Gleichwohl ist die Aufnahme der Asylbewerber nach Einschätzung Garskes organisatorisch zu schaffen. Der Sozialdezernent plädiert dafür, weiterhin möglichst viele Asylbewerber in Wohnungen unterzubringen. Dazu sollen entsprechende Rahmenmietverträge mit großen Wohnungsanbietern abgeschlossen werden ‒ unter anderem in Oranienburg und Gransee. Garske nannte die geplanten 100 Wohnungsplätze ein "leistungssportliches Ziel".

Bürgermeister aus der Region sprachen sich am Mittwoch übereinstimmend für eine Willkommenskultur aus. Niemand dürfe sich ein Urteil darüber anmaßen, warum Menschen nach Deutschland kämen, so der Hennigsdorfer Bürgermeister Andreas Schulz. "Uns sind diese Menschen willkommen."

Auf Facebook war zuletzt Kritik an der in Gransee geplanten Gemeinschaftsunterkunft laut geworden. Garske warnte davor, diese Einträge überzubewerten. Niemand wisse, wer sich tatsächlich dort geäußert habe und ob Facebook nicht politisch instrumentalisiert werde. Bei einer Informationsveranstaltung wurde das Unterkunftskonzept am Mittwoch in Gransee vorgestellt, um Interessierte mit "Informationen aus erster Hand" zu versorgen.

Die für Granseer Verhältnisse ungewöhnlich große Polizeipräsenz war am Ende unnötig: die Informationsveranstaltung des Landkreises zum geplanten Asylbewerberheim am Karl-Marx-Platz verlief am Mittwochabend friedlich. Mehr als 150 Einwohner kamen. Einige betrachten das Vorhaben mit gemischten Gefühlen und kritisierten, dass der Landkreis sie mit seiner Konzeption vor vollendete Tatsachen stelle. Andere halten den Standort der Kreisverwaltung für eine Gemeinschaftsunterkunft für ungeeignet. Sorgen bereiten den Granseer zudem Fragen der Sicherheit. Bedenken äußerten auch Lehrer der Siemens-Oberschule, in der Kinder der Flüchtlingsfamilien unterrichtet werden sollen.

Unklar ist, wie sich die Zahl der Asylbewerber entwickeln wird. Bisherige Planungen gehen davon aus, dass 2014 weitere 250 Menschen in Oberhavel Hilfe suchen. Im Entwurf für den Etat 2014/15 sind für die Unterbringung von Asylbewerbern rund sechs Millionen Euro eingeplant.

Von Frauke Herweg

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Informationsveranstaltung am Mittwoch

Die Kreisverwaltung will am Mittwochabend in Gransee ihre Pläne für ein Asylbewerberheim am Karl-Marx-Platz vorstellen. Die Informationsveranstaltung im Strittmatter-Gymnasium, Oranienburger Straße 30a, beginnt um 19 Uhr. Bürger sollen in diesem Rahmen auch Gelegenheit erhalten, Fragen zu dem Vorhaben zu stellen.

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