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Oberhavel Oranienburg hat profitiert
Lokales Oberhavel Oranienburg hat profitiert
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08:00 16.04.2014
 Ohne die Gartenschau hätte es wohl erst später den Neubau der Oranienburger Schlossbrücke gegeben. Quelle: Michael Urban
Oranienburg

Oranienburg seine Mitte zurückzugeben, das Herz der Stadt wieder zum Schlagen zu bringen“, das ist bis heute das große Anliegen von Oranienburgs Stadtvätern. „Und wir sind auf gutem Weg“, hatte Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke am Tag der Eröffnung der neuen Schlossbrücke im September 2008 verkündet. Acht Monate vor Beginn der Landesgartenschau am 25.April 2009.

Die Mitte von Oranienburg war schon lange verloren gegangen. Damals, als nach Brückenbauwerken aus Holz die erste Brücke aus Stahl 1901 ans Schloss herangerückt und damit der historische Schlossplatz geopfert worden war. Mehr als 100 Jahre blieb es so, war die Mitte der Stadt kaum noch erkennbar. Das hat sich 2008 geändert, als die neue Schlossbrücke an den alten Platz rückte. „Für Oranienburg das Kernstück des Gestaltungskonzeptes für die Innenstadt“, so Laesicke damals. Die Oranienburger haben ihre neue Brücke mit einem Fest groß gefeiert. Vom neuen Bauwerk eröffnete sich ein gänzlich neuer Blick auf das ältestes Barockschloss der Mark, die Bernauer Straße, die Nicolaikirche. Der Schlossplatz bekam neues Pflaster, auf den Holzpodesten um die alten Bäume lassen sich Touristen heute fürs Erinnerungsfoto nieder. Rund 30 Millionen Euro flossen an Städtebauförderung vor der Landesgartenschau in die Gestaltung des Schlossumfeldes. Nicht nur die Kommunalpolitiker, wohl auch die meisten Oranienburger sind überzeugt: Ohne den Zuschlag für die 4. Brandenburgische Landesgartenschau und die Förderung hätte sich die Stadt bis heute nicht derart gemausert. Mit der Laga wurde der alte Schlosspark aus dem Dornröschenschlaf geweckt und mit der Sanierung der Militärbrache um den neuen Schlosspark erweitert. Am Ufer der Havel zu flanieren oder entlangzuradeln, auch das war vor der Laga nicht denkbar. Mancher war über den „Kahlschlag“ am Ufer erschrocken. Doch es hat sich gelohnt: Oranienburg ist wieder als Stadt am Wasser zu erleben.

Falkensee ging leer aus, das zahlte sich aus

Wie sähe Falkensee heute aus, hätte die Gartenstadt den Zuschlag bekommen, gemeinsam mit dem Berliner Bezirk Spandau und unter dem Motto „Grüne Brücke der Sympathie“ die Landesgartenschau (Laga) 2009 auszurichten? Bürgermeister Heiko Müller sieht das nüchtern. Weil die Laga viele Millionen Euro verschlungen hätte, wären vermutlich einige von den seitdem in Falkensee realisierten Bauten jenseits der Landesgartenschau nicht finanzierbar gewesen.Und in der Stadt ist seit dem offiziellen Aus für die Laga-Bewerbung Anfang 2005 sehr viel neu entstanden: Sportzentrum, Bürgeramt, Busbahnhof... Millionen flossen in Schulen und Kitas, vom Bau der Campushalle ganz zu schweigen.

„Dass wir die Laga damals nicht bekommen haben, sehen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt der Bürgermeister. Weinend, weil die Stadt ein besonderes Event nicht ausgerichtet habe, das als Höhepunkt überregional ausgestrahlt und große Aufmerksamkeit auf die Stadt gelenkt hätte; lachend, weil Falkensee nach der Laga-Abfuhr andere Prioritäten in der Stadtentwicklung habe setzen können und deshalb heute zum Beispiel über „hervorragend sanierte Schulen“ verfügt, so Heiko Müller. Dass Falkensee diese Priorität habe setzen können, sei hoch einzuschätzen. Denn ein Großereignis wie die Laga berge immer auch finanzielle Risiken, die zu erheblichen Verwerfungen führen können.

Bereits Ende 2004 war durchgesickert, dass sich die Landesregierung auf Oranienburg als Ausrichterstadt für 2009 festgelegt hatte. Nach den Erfahrungen mit Rathenow, Ausrichter 2006 und heute finanziell Not leidend, sollten nicht noch einmal derartig hohe Investitionssummen des Landes fließen, um das Laga-Projekt überhaupt möglich zu machen. Das Oranienburger Investitionskonzept wurde so gesehen als das tragfähigste bewertet. Am Falkensee-Spandauer Plan bemängelte das Kabinett, der Ortskern werde überbetont, es gebe Defizite bei der Umsetzung und Probleme bei Ankauf und Sicherstellung der Flächen, die kommerzielle Nutzung sei fragwürdig, es fehlten kommunale Zuschüsse, die Haushaltssituation in Spandau sei völlig unklar. Weiterer Knackpunkt: Berlin und Brandenburg waren von ihrem ursprünglichen Ziel, beide Länder bis 2009 zu vereinen, abgerückt. Auf die Länderfusion zu diesem Zeitpunkt hatten Falkensee und Spandau aber mit ihrem länderübergreifenden Vorstoß mächtig spekuliert.

Von Stefan Kuschel

Sicher hätte Oranienburg ohne die Gartenschau auch heute noch keinen Schlosshafen: Fünf Jahre danach ist es selbstverständlich, das Freizeitkapitäne und Caravanbesitzer aus ganz Europa hier Station machen, über den August-Wilhelm-Steg in den Schlosspark gehen und dass die Staatsyacht Sehnsucht am Kai festmacht. Bis heute reibt sich mancher Besucher, der lange nicht mehr hier war, verwundert die Augen, was aus Oranienburg geworden ist. Vor allem in den letzten fünf Jahren. Nur aus dem Einkaufszentrum auf dem Parkplatz vorm Schloss ist noch nichts geworden. Der Investor sprang Ende 2013 ab. Vielleicht ist es besser so.

Von Heike Bergt

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