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Oranienburg im Bauboom

Jahresrückblick Oranienburg im Bauboom

2015 hielt Oranienburg vor allem der Bauboom in Atem. Aber auch wachsende Flüchtlingszahlen, dramatische Bombenentschärfungen und ein heißer Sommer. Nun rüstet sich die Stadt fürs Festjahr 2016. Dann hat Oranienburg 800 Jahre auf dem Buckel.

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Es war die größte Bombenentschärfung, die Oranienburg je erlebt hat. Im Havelufer 24 in Lehnitz werden am 27. November vier Blindgänger erfolgreich entschärft. Die drei Sprengmeister und ihr Team brauchen bis kurz vor Mitternacht, bis sie Entwarnung geben können.

Quelle: Foto: Robert Roeske

Oranienburg. Was wird in Erinnerung bleiben von den vergangenen 365 Tagen? Auf jeden Fall der unheimliche Bauboom in der Stadt. Gleich, in welcher Ecke der Stadt man sich umschaut: Platz für ein neues Haus scheint auf dem kleinsten Grundstück. Die Berliner haben Oranienburg entdeckt. Und auch die Investoren, die nun aus dem alten Speicher ebenso etwas machen wie aus dem Areal des alten Gaswerks in Sachsenhausen. Jahrelange Brachen werden zu begehrten Neubaugebieten. Und die Stadt zieht mit: der Neubau der Comeniusschule, der Anbau an der Grundschule in Sachsenhausen, das neue Feuerwehrdepot in Germendorf – Millionenprojekte, die im kommenden Jahr fertig werden sollen.

Längst gehören sie zum Stadtbild: die syrischen und Flüchtlingsfamilien aus anderen Ländern sind in Geschäften und Behörden unterwegs, radeln von Lehnitz in die City, lernen in Deutschkursen. Sieben Bands sagten ihnen beim Bürgerfest im März mit Musik willkommen. Und die Willkommensinitiative wurde beim Stadtempfang am 2. Oktober für ihr Engagement mit dem Ehrenpreis der Stadt ausgezeichnet. Doch die Menschen melden auch Bedenken an: Sind 920 Plätze für Asylsuchende in der ehemaligen Lehnitzer Kaserne nicht zu viel? Wird der Ortsteil überfordert? Wo werden die neuen Mitbürger Wohnungen finden? Zur Schule gehen oder in die Kita? Die Abendspaziergänger schüren mit rechten Parolen Hass. Die Oranienburger setzten dem ein Treffen unterm Weihnachtsbaum auf dem Schlossplatz entgegen: Eine Stadt zeigte Herz und wirbt für Toleranz, Solidarität und Hilfsbreitschaft.

Was Krieg bedeutet und wie lange die Folgen das Leben der Menschen bestimmen, das wissen die Oranienburger nur zu gut: Auch 2015 hatte die Blindgängersuche die Stadt und ihre Menschen tagelang fest im Griff. Am Alten Hafen wurden die Sprengmeister zum Glück nicht mehr fündig, dafür musste am Lehnitzsee unter Wasser entschärft werden. Und dann die lange Nacht der Bomben! Vier 250-Kilo-Bomben mit chemischem Langzeitzünder, die nicht nur die Lehnitzer bis zum Morgen des 28. November in Atem hielten. Die Sprengmeister leisteten nahezu Übermenschliches.

Fast schon vergessen: 2015 bescherte uns einen Wahnsinnssommer mit Temperaturen wochenlang über 30 Grad. Für die Gartenbesitzer hieß das Gieß-Stress, die Bauleute und auch alle in den Büros mussten heftig schwitzen und die Förster bangten um den Wald. Ein wenig Winter würde jetzt auch ganz gut tun.

2016 ist Oranienburg vor allem eines: in Feierlaune. Die Festschrift zur 800-Jahr-Feier ist erschienen, die Stadt rüstet sich zum großen Jubiläum. Auf ein Neues!

Von Heike Bergt

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