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Oranienburg setzt verstärkt auf Wirtschaftsförderung

Gefragter Standort seit 2010 Oranienburg setzt verstärkt auf Wirtschaftsförderung

Rund 1800 neue Arbeitsplätze sind in Oranienburg in den Jahren 2008 bis 2012 entstanden. Vor allem Neuansiedelungen auf den Gewerbeflächen haben dafür gesorgt. Und die sind auch weiterhin gut nachgefragt.

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Das Geschäft bei Orafol brummt. In diesem Jahr strebt der global agierende Folienhersteller Umsätze von deutlich über einer halben Milliarde Euro, und damit das bisher erfolgreichste in der Firmengeschichte, an. 

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Gewerbesteuern in Höhe von 17,5 Millionen Euro hat Oranienburg im laufenden Haushaltsjahr eingeplant. So viele wie 2012. Abgerechnet wird zum Schluss, doch die Aussichten stehen gut, der Wirtschaftsstandort Oranienburg brummt.

"Die Steuereinnahmen haben sich auf einem hohen Niveau eingepegelt", so Björn Lüttmann, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung. Zwar waren die extrem guten Jahre 2009 vorbei ‒ damals lagen die Gewerbesteuereinnahmen bei 20,5 Millionen Euro, 2008 gar bei 26,9 Millionen ‒ trotzdem habe Oranienburg mit seinen Globalplayern wie dem Spezialfolienhersteller Orafol und Takeda eine gute Basis.

Sie hier zu halten, neuen Unternehmen den Standort schmackhaft zu machen und bei der Ansiedelung Steine aus dem Weg zu räumen, ist Aufgabe der Wirtschaftsförderung. Oranienburgs Gewerbegebiete sind sehr gut nachgefragt. Insgesamt zehn gibt in der Stadt. Im Gewerbegebiet-Süd sind das Rewe-Logistikzentrum, der Solarpark oder Dibora längst zu Hause, eine Asphaltmischanlage ist im Bau. 18000 Quadratmeter sind dort noch frei. "Wir möchten perspektivisch nach Norden erweitern. Das ist aber abhängig von der Brandenburgischen Bodengesellschaft und weiteren Flächeneigentümern", so Lüttmann. "Die Nachfrage ist gegeben." So auch für einen möglichen Windpark auf 25Hektar Höhe Schleuse Pinnow.

Während die Gewerbegebiete Nord und das an der Germendorfer Allee nahezu ausgelastet sind, gehört das "Innovationsforum" an der Lehnitzstraße zu den Sorgenkindern der Wirtschaftsförderer. Altlasten und altes Rußwerk erweisen sich als Hindernisse für Neuansiedelungen. Die Munitionssuche auf den Arealen läuft noch. Die Stadt wolle aber hier Optionen für mögliche Erweiterungen des Pharmariesen Takeda offenhalten.

Deutlich mehr Impulse in Sachen Vermarktung wünscht Lüttmann sich auf der Bundesliegenschaft der ehemaligen Kaserne in Lehnitz. Inzwischen verfallen die Immobilien, "wir bedauern diese Entwicklung". Generell, so Susanne Nicolaus von der Stabsstelle, könne Oranienburg eher mit kleinen Gewerbearealen oder Immobilien aufwarten: "Bei Wünschen nach Flächen größer als 100000 Quadratmeter müssen wir passen", sagt sie. Aktuell neu zur Vermietung steht das Getreidesilo mit sieben Lagerhallen auf 16000 Quadratmetern vom Landhandel Gransee, der sich vom Standort zurückgezogen habe.

Zu einer Erfolgsgeschichte ist in Oranienburg das Förderprogramm für kleinere und mittlere Unternehmen geworden (KMU). Damit sollten vor allem Investionen in der Innenstadt angestoßen werden. Das gelang. 18 Unternehmen profitierten von 2009 bis heute von den Fördertöpfen, die zu zwei Dritteln die EU füllt. "Damit sind in Oranienburg Investitionen in Höhe von zwei Millionen Euro ausgelöst worden", so Lüttmann. Sechs Anträge liegen noch bei der ILB. Derzeit ist dort allerdings Annahmestopp, denn die Förderung läuft zum Jahresende aus. "Doch es wird wohl weitergehen, wenn auch nicht mehr mit einer bis zu 75-prozentigen Förderung", sagt Susanne Nicolaus.

Erfreulich entwickele sich der Einzelhandel in der City derzeit rund um die Stralsunder Straße. Mit dem Bau des Drogeriemarktes hat sich ein Wandel vollzogen: Whisky, Hemden, Modelleisenbahnen ‒ all das ist jetzt hier zu haben. In die verödeten Gebäude am Kino ist mit einem Sushiladen und einem Fitnessstudio wieder Leben eingezogen. Sorgenkind bleibt laut Lüttmann die Havelpassage. "Hier sind wir bisher als Wirtschaftsförderer an unsere Grenzen gestoßen."

Von Heike Bergt

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