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Oberhavel Oranienburg wächst in allen Bereichen
Lokales Oberhavel Oranienburg wächst in allen Bereichen
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18:37 29.12.2017
Im Rathaus Oranienburg macht man sich Gedanken um die Weiterentwicklung der Stadt (Archivbild). Quelle: Juliane Weser
Oranienburg

Ob Einwohnerzahlen, wirtschaftliche Entwicklung oder Wohnungsbau: Oranienburg erreicht überdurchschnittliche Wachstumswerte und erfreut sich als Ort zum Wohnen, Leben und Arbeiten ungebremster Beliebtheit. Darüber informierte die Stadt zum Jahresende mit einer Pressemitteilung und verwies dabei vor allem auf zahlreiche aktuell erhobene Zahlen.

Bevölkerung: Sprunghafte Entwicklung

Nach wie vor eine sprunghafte Bevölkerungsentwicklung verzeichne man, berichtet Susann Zamecki von der Stadt Oranienburg. Zurückzuführen sei dies vor allem auf den Zuzug von Menschen aus Berlin und dem Landkreis Oberhavel. 44 911 Menschen leben derzeit in Oranienburg (Stand 13.11.2017), 2013 waren es noch 42 727 (Stand 31.12.2013). In Kürze dürfte die Marke von 45 000 Einwohnern geknackt werden. Auch weiterhin ist von einer stetig wachsenden Bevölkerung auszugehen. Derzeit wird prognostiziert, dass die Stadt Oranienburg im Jahr 2030 rund 50 900 Einwohnerinnen und Einwohner haben wird.

Seit 2012 werde vor allem ein Anstieg des Zuzugs von 30- bis 55-Jährigen sowie bei den unter 18-Jährigen verzeichnet. Bei der ersten Altersgruppe handelt es sich in erster Linie um ehemalige Berlinerinnen und Berliner, die zur Familiengründung sowie zum Hauserwerb nach Oranienburg ziehen. Es handle sich dabei um eine „typische Suburbanisierung junger Familien“, so Zamecki. Der Anstieg der Baufertigstellungen im Ein- und Zweifamilienhaussegment passe da gut ins Bild.

Bei den 18- bis 25-Jährigen zeige sich wiederum, dass diese erfreulicherweise immer seltener abwandern. Dies liege wahrscheinlich an der guten sozialen Infrastruktur, der günstigen Verkehrsanbindung Oranienburgs aber auch an einer Verbesserung der Jobperspektiven und Ausbildungsmöglichkeiten in der Stadt sowie an den gestiegenen Mieten in Berlin, die Studierende aus Oranienburg dazu bewegen, eher zu pendeln statt umzuziehen. Ergänzend kann bei den über 55-Jährigen seit 2012 zwar ein leicht rückläufiges, aber dennoch positives Zuwanderungs-Plus beobachtet werden.

Die Entwicklung der Geburtenzahl zeigt hingegen, dass im Verhältnis zu den Sterbefällen nach wie vor weniger Kinder in Oranienburg geboren werden. Dennoch werde die Anzahl der Kinder durch die gegenwärtige Zuzugsentwicklung ausgeglichen. Zur Zeit leben in Oranienburg und den Ortsteilen insgesamt 4934 Kinder zwischen null und zwölf Jahren (Stand 31.12.2016). Bis 2028 wird von einer Zunahme von Schulkindern zwischen sechs und zwölf Jahren von derzeit 2458 auf 3167 ausgegangen. Dies ist vor allem auf den Zuzug von Familien mit Kindern zurückzuführen. Mit einem ambitionierten Schul- und Kitabauprogramm unternehme die Stadt große Anstrengungen, den daraus wachsenden Bedarf zu decken, so Zamecki.

Wohnungsbau: Knapp die Hälfte aller Wohnungen in letzten 28 Jahren erbaut

Ende 2016 gab es in Oranienburg genau 21 842 Wohnungen (zum Vergleich Ende 2014: 21 490 Wohnungen), wovon sich etwa die Hälfte in Ein- und Zweifamilienhäusern befand.

Die Altersstruktur des Wohnungsbestandes gestaltete sich dabei wie folgt (Stand 2014): Rund 32 Prozent des Wohnungsbestandes wurden vor 1948 errichtet. Rund 21 Prozent aller Wohnungen wurden in der DDR-Zeit zwischen 1949 und 1990 gebaut. Der größte Anteil mit etwa 10 000 Wohnungen (circa 47 Prozent) wurde erst nach 1990 gebaut. Somit entstand rund die Hälfte des derzeitigen Wohnungsbestandes in Oranienburg nach der Wende. Im Durchschnitt entspricht dies einer Fertigstellung von rund 400 Wohnungen jährlich in diesem Zeitraum.

Wirtschaftliche Entwicklung: Jobanzahl deutlich gestiegen

Oranienburg erlebt in den letzten Jahren einen erfreulichen Wirtschaftsboom, freut man sich im Rathaus. Seit 2005 sei sowohl die Anzahl der Unternehmen als auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten deutlich gestiegen. Gegenüber dem Jahr 2005 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs um 25 Prozent und somit jährlich um circa 430 angewachsen. Diese Steigerung lag sogar rund 15 Prozent über dem Landesdurchschnitt in Brandenburg. Damit hat sich die Stadt als wichtigster Wirtschafts- und Verwaltungsstandort im nördlichen Berliner Umland weiter etabliert.

Viele Oranienburgerinnen und Oranienburger fahren zum Arbeiten jedoch auch weiterhin nach Berlin. Ein Blick auf die Pendlerzahlen zeigt, dass inzwischen die Anzahl der Auspendler die der Einpendler nur noch um gut 100 übersteigt: 11 074 Auspendler stehen 10960 Einpendlern gegenüber (Stand 30.6.2016). Seit 2005 hat sich die Zahl der Einpendler um fast 4 000 erhöht. Immer mehr Menschen finden also auch in der Stadt einen attraktiven Arbeitsplatz.

Baulandstrategie wird in der Öffentlichkeit diskutiert

Die aufgeführten Zahlen sind Ergebnis der Untersuchungen, welche die Stadt Oranienburg bei der Erarbeitung einer Baulandstrategie hat durchführen lassen: Mit dem prognostizierten Bevölkerungszuwachs müssen sich die soziale und verkehrliche Infrastruktur und der Wohnraum mitentwickeln. Immer mehr Menschen ziehen nach Oranienburg und deshalb gelte es nun, die Frage zu beantworten, wo und wie diese wohnen werden bzw. wie neuer Wohnraum geschaffen werden kann. Um diese Frage zu beantworten, hat die Stadt den Entwurf einer Baulandstrategie erarbeitet, die in den kommenden Monaten in der Öffentlichkeit diskutiert werden soll. Gegenstand der Diskussionen werden sowohl Flächenentwicklungspotenziale in der Kernstadt und den Ortsteilen als auch Handlungsmöglichkeiten für die Bauleitplanung, die Liegenschaftspolitik und die verkehrliche sowie soziale Infrastruktur sein. Die Baulandstrategie soll künftig ein zentrales Element der Stadtentwicklungsplanung sein. Mit ihr entstehe eine solide Grundlage, auf der Oranienburg in den nächsten Jahren weiter wachsen wird. „Mit der Baulandstrategie wollen wir nicht nur auf Entwicklungen reagieren, sondern die positive Veränderung Oranienburgs und seiner Ortsteile bewusst steuern“, erklärt Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke.

Soziale Infrastruktur muss mitwachsen

Das starke Bevölkerungswachstums führt nicht nur zu der Notwendigkeit, neuen Wohnraum zu schaffen, sondern auch zu einer zunehmenden Belastung der sozialen Infrastruktur. Damit jedoch aus Belastung nicht Überlastung werde, soll parallel zur Baulandstrategie eine Folgekostenrichtlinie auf den Weg gebracht werden. In der soll unter anderem geregelt werden, in welchem Umfang Investoren für Wohnungsbau an den Kosten für die durch den Neubau benötigte soziale Infrastruktur beteiligt werden können. Damit soll erreicht werden, dass Bauherren von Wohngebieten in angemessenem Umfang auch dafür zu sorgen haben, dass genügend Kitas, Schulen und Spielplätze zur Verfügung stehen.

Den Mitgliedern des Bauausschusses wurde in ihrer Sitzung am 14. November 2017 bereits ein erster Entwurf der Baulandstrategie als Diskussionsgrundlage vorgelegt. Im Rathaus strebt man nun an, diese in den kommenden Monaten zu finalisieren und in einen Beschluss münden zu lassen.

Von MAZonline

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