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10 Jahre Jugendherberge Sachsenhausen

Oranienburg 10 Jahre Jugendherberge Sachsenhausen

Die internationalen Jugendherberge Sachsenhausen „Haus Szczypiorski“ feierte am Mittwoch ihr zehnjähriges Bestehen. Doch die Geschichte des Hauses reicht noch weiter zurück. Jedes Jahr übernachten 6000 Menschen in der Herberge. Die Auslastung beträgt nur knapp über 50 Prozent. Gerade im Winter fehlen Besucher.

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Zum Sommerfest der Jugendherberge kamen vor allem jüngere Besucher, die an Workshops teilnahmen.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Die internationalen Jugendherberge Sachsenhausen „Haus Szczypiorski“ feierte am Mittwoch ihr zehnjähriges Bestehen. Doch die Geschichte des Hauses reicht noch weiter zurück.

„Schon 1995 ging die Projektentwicklung los“, so Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Unter anderem Überlebendenverbände, ein Initiativkreis, die polnische Botschaft sowie das Bildungs- und Kulturministerium hätten das Projekt stetig vorangetrieben. „Es ist eine Einrichtung der politischen Bildung geworden“, so Morsch.

Obwohl nicht alle anfänglichen Träume in Erfüllung gehen konnten. Geplant seien zu Beginn ganze 150 Betten, ein Ausbau mehrerer anschließender, ehemaliger SS-Kasernen und mindestens zwei hauptamtliche Mitarbeiter gewesen. Realität: 32 Betten und nur eine halbe Pädagogenstelle. Diese musste sogar noch dem Personalbestand der Gedenkstätte Sachsenhausen entliehen werden.

Carolin Herrmann (39) aus Berlin

Carolin Herrmann (39) aus Berlin: Seit sieben Jahren leitet sie die Herberge.

Quelle: Winkler

Trotzdem sind die Zahlen gut. Herbergsleiterin Carolin Herrmann spricht von anfangs etwa 2500 Übernachtungen im Jahr. „Mittlerweile sind es jährlich ungefähr 6000“, sagt sie. Zu über 50 Prozent ist die Herberge damit ausgelastet. „Es könnte durchaus mehr sein, wir hatten auch schon 7500 Besucher im Jahr hier, das geht ebenfalls.“ Die Kapazitätsgrenze sei jedenfalls noch nicht erreicht. „Aber wir sind zufrieden, haben viel geschafft in den vergangenen Jahren.“ Vor allem das Angebot der Selbstversorgung werde gut angenommen. „Außerdem steigt momentan der Zuwachs von kirchlichen und Musikgruppen bei uns.“ Neue Zielgruppen werden ständig erschlossen.

Der Fokus bleibt aber die geschichtliche Aufarbeitung. „Es ist wichtig, jungen Leuten die Vergangenheit in Erinnerung zu rufen“, so Alexander Fritzke, Präsident des Landesverbandes Berlin-Brandenburg des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH). „Gerade weil viele Überlebende nicht mehr sind“, begründet er. Weiter: „Und besonders in der heutigen Zeit, wo wir sehen, wie schnell in alte Muster zurückgefallen werden kann.“

Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

Günter Morsch sieht in der Herberge den Auftrag, „kritisches Geschichtsbewusstsein, das nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden kann“, zu vermitteln. Das „Haus Szczypiorski“ sei im Laufe der Jahre zu einem Zentrum des Lernens geworden. Ein Ort, an dem intensiv diskutiert werden kann. Für Alexander Fritzke wird mit dieser Herberg sowie der der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück in Fürstenberg ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus gesetzt.

Das Haus wurde 1938/39 von Häftlingen des KZ Sachsenhausen als „Dienstwohnung mit Empfangsräumen“ für den „Inspekteur der Konzentrationslager“, Theodor Eicke, errichtet. Bis 1990 nutzte die Nationale Volksarmee der DDR das Haus als Krankenstation. 1993 wurde das Gebäude von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten übernommen. Namensgeber ist der polnische Schriftsteller und ehemalige Häftling des KZ Sachsenhausen, Andrzej Szczypiorski.

Von Marco Winkler

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