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Oranienburg 250 Standesbeamte im Oranienwerk
Lokales Oberhavel Oranienburg 250 Standesbeamte im Oranienwerk
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17:09 19.09.2018
Landesvereinschefin Anja Schmolke und Bürgermeister Alexander Laesicke am Mittwochmorgen. Quelle: Heike Bergt
Oranienburg

Der Saal im Oranienwerk ist rappelvoll. Und die Frauen sind klar in der Überzahl. „Schön, dass die Männer im Beruf des Standesbeamten allmählich aufholen“, begrüßte am Mittwochmorgen Alexander Laesicke die rund 250 Gäste aus ganz Brandenburg und bekam lautstarken Applaus – von den Männern.

Der Bürgermeister bedankte sich bei Evelin Schaffran, die das Oranienburger Standesamt leitet und in deren Händen die Vorbereitung die Fachtagung des Landesverbandes Brandenburg der Standesbeamten lag. „Vor ihr habe ich selbst meiner Frau 2014 das Ja-Wort gegeben. Es soll das einzige Mal bleiben“, verriet Laesicke. Er lobte die Standesbeamten in seinem Haus „als wichtige Repräsentanten der Stadt, im entscheidenden Moment für viele Menschen“. Und auch, „dass dieser Moment immer bunter wird“, nicht mehr nur Frauen und Männer den Bund fürs Leben schließen können. Die Runde war so angetan von Oranienburgs jungem Stadtchef, dass Anja Schmolke überlegte, „ihn in den Landesverband zu adoptieren“.

Anja Schmolke ist Vorsitzende des Landesverbandes in Brandenburg. Sie selbst steht seit 16 Jahren vor angehenden Eheleuten. Und kam mehr durch Zufall zu diesem Beruf, „weil eine Stelle zu besetzen war“. Bereut habe sie ihre Entscheidung nie: „Leute zu verheiraten ist einfach schön“. Aber oft reizvoller und spannender sei „das Rechtsgebiet“. Standesbeamte müssen viele Gesetze aus dem Effeff kennen: zur Vaterschaftsanerkennung, zur Namensgebung, sie beurkunden Geburten und Sterbefälle, stellen Ehefähigkeitszeugnisse aus oder beurkunden, wenn jemand im Ausland geheiratet hat. Besonders nahe gingen ihr Nottrauungen bei Krankheit: „Das berührt mich schon ganz besonders.“

Anja Schmolke freute sich, dass gestern doppelt so viele Standesbeamte zur Weiterbildung und jährlichen Mitgliederversammlung gekommen waren als beim letzten Mal. Deshalb musste die Veranstaltung auch von der Orangerie ins Oranienwerk verlegt werden. „Es zeigt den Wunsch nach Ausbildung und Austausch“. Schmolke sprach kritisch die immer weiter wachsenden Anforderungen an die Standesbeamten, die mangelnde Anerkennung und fehlendes Vertretungspersonal an. Gestern wollte man mal einen Tag „aus dem „Hamsterrad“ aussteigen.

Standesbeamte seien viel mehr als die, die Menschen trauen. Sie müssten immer mehr Menschen in ganz verschiedenen Lebenslagen beraten und sich in einer wachsenden Zahl von Gesetzestexten auskennen. „Und ihre Arbeit ist Voraussetzung dafür, dass Register korrekt sind“, hieß es im Grußwort des zuständigen Ministeriums.

Doch sind viele vor allem Eines: glücklich in diesem Beruf. Wie Quereinsteigerin Kirsten Böhme, von Beruf Diplomökonom und seit zweieinhalb Jahren Standesbeamtin: „Diese Menschen, die vor mir stehen, ihre Schicksale, das berührt mich.“ Ähnlich geht es der Diplomverwaltungswirtin Peggy Mix: „Das Schlimmste ist, den Tod eines Kindes zu beurkunden, das lässt einen so schnell nicht mehr los.“ Simone Ziemann ist seit sieben Jahren Standesbeamtin: „Ich habe es mir immer toll vor gestellt und es ist auch so. Jedes Paar hat seine Geschichte und die schreibe ich auch gern auf.“

Von Heike Bergt

Etwa 1000 Quadratmeter Waldboden standen am Mittwoch gegen 14.20 Uhr an der Friedrichsthaler Straße zwischen Oranienburg und der Ortschaft Friedrichthal in Flammen. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen.

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