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Oranienburg Dortmund-Fan schlägt beim Billard brutal zu
Lokales Oberhavel Oranienburg Dortmund-Fan schlägt beim Billard brutal zu
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18:57 20.06.2018
Wegen Körperverletzung ist ein 40-Jähriger jetzt in Oranienburg zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt worden. Quelle: Symbolbild/dpa
Oranienburg

Marcel  L. bekam von der Staatsanwaltschaft Neuruppin wegen gefährlicher Körperverletzung einen Strafbefehl von 90 Tagessätzen zu je 20 Euro, weil er einen Hennigsdorfer mit einem Billardqueue geschlagen haben soll. Der 40-jährige Handwerksmeister behauptet dagegen, sich lediglich mit einem solchen Stock verteidigt zu haben und legte deshalb Einspruch ein. So kam dieser Fall am Dienstag in Oranienburg vor den Strafrichter.

Der Angeklagte schilderte den Verlauf des Abends an diesem 26. Januar 2017 im Bistro 76 am Hennigsdorfer Havelplatz. Dort eingekehrt, ließ er sich auf eine Partie Billard mit dem später Geschädigten Rocco K. und dessen Ehefrau ein. Rocco K. trug einen Pullover des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. „Das reizte mich zu der flapsigen Bemerkung: Wenn du so Billard spielst wie deine Mannschaft vorgestern, dann muss ich mir keine Sorgen machen“. Dortmund hatte 0:2 verloren! Daraufhin sei er von dem Borussia-Fan und dessen Frau angegriffen worden, wobei die Queues zu Bruch gingen. Marcel L. war stark alkoholisiert (2,56 Promille).

Augenzeuge dieser Auseinandersetzung war der Hennigsdorfer Wolfgang T., der nach Belehrung durch den Richter wahrheitsgemäß aussagen musste. Da hörte sich die Geschichte wesentlich anders an. Er sei von der Toilette zurück in den Billardraum gegangen und sah die Billardspieler und den Angeklagten mit Rocco K. sprechen. Worüber konnte er nicht verstehen, aber die Unterhaltung wurde zunehmend lauter. Plötzlich habe Marcel L. seinem Gegenüber mit dem dicken Ende des Queues, das dabei zersplitterte, ins Gesicht geschlagen. Rocco K. blutete und in Augennähe bildete sich eine tischtennisballgroße Beule, fuhr der 22-Jährige fort. Nun sei die Frau des Angegriffenen dazwischen gegangen und habe dem Angreifer ihren Billardstock, der dabei zu Bruch ging, über den Kopf gezogen. Er habe den Wirt zu Hilfe geholt und auch die Polizei gerufen. Nach dieser Aussage war der Angeklagte aus Sicht des Zeugen damals zweifelsfrei der Schuldige. Der geschädigte Rocco K. hatte bei dem Angriff keinen Stock in der Hand, den hatte seine mitspielende Frau.

An dieser Stelle unterbrach der Richter die Verhandlung und bat die Parteien zu einem Rechtsgespräch, sicherlich in der Hoffnung, dass der Angeklagte jetzt seinen Einspruch zurückzieht.

Das Opfer und seine Frau fehlten als wichtige Zeugen. Ihre Vorladungen waren als unzustellbar zurückgekommen – „Wohnsitz unbekannt“. Deshalb drohte der Prozess an dieser Stelle zu platzen, weil der Verteidiger des Angeklagten auf diese zurzeit nicht auffindbaren Ex-Hennigsdorfer nicht verzichten wollte.

Marcel L. zog dann selbst die Reißleine, wohl wissend, dass bei einem neuen Prozess – vorausgesetzt, die Zeugen wären dann da – diese bestimmt nicht zu seinen Gunsten aussagen würden. Das dann zu erwartende Urteil könnte wesentlich höher ausfallen als der Strafbefehl. Sogar eine Gefängnisstrafe käme in Betracht. Weil ihm dies klar wurde, nahm er den Einspruch zurück. Es bleibt damit bei der Geldstrafe.

Von Helmut Schneider

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