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42 000 Legehennen in Zehlendorf geplant

Massentierhaltung 42 000 Legehennen in Zehlendorf geplant

Gestank von Hühnerkot, Verunreinigung von Feldern, Beeinträchtigung des Grundwassers. Das befürchten Anwohner in Zehlendorf. Grund: Investoren planen zwei Legehennen-Anlagen mit jeweils 21 000 Tieren im Oranienburger Ortsteil. Das Landesamt für Umwelt prüft den Fall aktuell.

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Für die Legehennen-Anlagen in Zehendorf gibt es eine Anfrage beim Landesumweltamt. Ein Genehmigungsverfahren läuft noch nicht.

Quelle: dpa

Oranienburg. 1000 Einwohner zählt Zehlendorf. Viele von ihnen und aus benachbarten Orten bangen jetzt, dass es bald Tausende mehr werden könnten. Es geht nicht nur das Gerücht rum, dass Investoren zwei Legehennen-Anlagen für den Oranienburger Ortsteil planen. Laut Landesamt für Umwelt (LfU) gibt es konkrete Anfragen.

Die Aufregung ist groß: Immer wieder entstehen in Brandenburg Mastbetriebe mit unzähligen Tieren auf engstem Raum. Das könnte jetzt in Zehlendorf passieren. Die Befürchtung der Anwohner, Standorte mit insgesamt 80 000 Hühnern würden errichtet, kann das Landesamt für Umwelt nicht bestätigen. Zwei geplante Legehennen-Anlagen mit jeweils 21 000 „Tierplätzen“ seien dem Amt bekannt. „Die Anlagen sollen sich in einem Abstand von 50 Meter zueinander befinden“, so Thomas Frey, Sprecher des LfU.

Die Investoren haben sich ans Amt gewendet, um prüfen zu lassen, ob ihr Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) braucht. Das sei noch nicht abschließend entschieden worden, so Frey. Ein Genehmigungsverfahren wurde noch nicht beantragt, ebenso wenig eine immissionsschutzrechtliche Bewilligung.

Angst vor gesundheitlicher Belastung

Genau davor haben die Anwohner der Oranienburger Ortsteile Angst: Gestank von Hühnerkot, Verunreinigung von Feldern, Beeinträchtigung des Grundwassers. Und eine gesundheitliche Belastung durch steigenden Lärmpegel. Eier müssen abgeholt, Futtermittel gebracht, Abfall und Mist weggefahren werden. Angeblich sollen die Flächen am Standort „Ausbau Siedlung“ für die Freilandställe genutzt werden. Dort überwintern aber Kraniche. Feldhasen und Fasane werden oft beobachtet, Fledermäuse haben sich angesiedelt. Ein Eingriff in die Natur? Die Bewohner sagen ja und wollen gegen das Vorhaben mobil machen.

Die Investoren aus Holland und dem Emsland in Niedersachsen sind der Zeitung namentlich bekannt. An einer „gegenwertigen Veröffentlichung des Vorhabens“ seien sie aber nicht interessiert. Erst in einigen Wochen, „wenn wir eventuell genauere Aussagen treffen können“, könnten sie sich öffentlich äußern. Bisher sei das Vorhaben nur eine Idee, es lägen „keine konkreten Pläne“ vor.

Landkreis noch ohne Handlungsspielraum

Der Landkreis Oberhavel ist über die Legehennen-Anlagen im Bild, hat aber noch keinen Handlungsspielraum. „Wir gehen erst in ein Beteiligungsverfahren mit anderen Behörden wie dem Naturschutz, wenn die Genehmigung der Anlagen vorbereitet wird“, so Kreissprecher Ronny Wappler.

Die Bewohner aus Zehlendorf, Schmachtenhagen und Wensickendorf wollen sich Gehör verschaffen. Die Stadt Oranienburg haben sie angeschrieben, mit den Investoren gesprochen. Sollte das Vorhaben weiter voranschreiten und genehmigt werden, haben sie aus einem paradoxen Grund keinerlei Mitspracherecht: Es sind zu wenige Hennen geplant.

Kein Mitspracherecht

Das Bundesimmissionsschutzgesetz hat eine Richtlinie für die Haltung von Hühnern in großen Anlagen. Das Gesetz schreibt vor: Pro Stall dürfen es nicht mehr als 40 000 Tiere sein. Dann ist alles gesetzeskonform.

Die Krux: Erst wenn mehr als 40 000 Tiere einen Stall „bewohnen“, müssen die Anwohner ins Verfahren einbezogen und ihre Meinungen gehört werden.

Beherbergt ein Stall weniger Federvieh – wie in Zehlendorf mit zwei mal 21 000 Tieren geplant – hat die Gemeinde kein Mitspracherecht, sobald das Genehmigungsverfahren eingeleitet worden ist. Die Anwohner sind dann machtlos.

Von Marco Winkler

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