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Oranienburg 50 Jahre alter Meisterbrief wird vergoldet
Lokales Oberhavel Oranienburg 50 Jahre alter Meisterbrief wird vergoldet
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01:16 10.12.2018
Klaus Prosetzky bekam den Goldenen Meisterbrief vom Innungschef, seinem Sohn. Quelle: ROBERT ROESKE
Lehnitz

Es ist ein kleines, süßes Heftchen, das Klaus Prosetzky zu Hause hat und auf dem dokumentiert ist, dass er vor 50 Jahren seine Meisterprüfung erfolgreich bestanden hat. Die Meisterurkunde gibt es auch. Die hängt aber in den Geschäftsräumen seines Sohnes Thoralf, der den Malerbetrieb seines Vaters 2002 übernommen hat. Am Freitagabend kam ein weiteres Dokument, das auf die Meisterprüfung am 30. Oktober 1968 hinweist, dazu: der „Goldene Meisterbrief“. Verliehen wurde er auf der Innungsversammlung in Oranienburg. Bekommen hat Klaus Prosetzky dieses besondere Dokument aus den Händen seines Sohnes Thoralf; er ist Innungsobermeister.

Angefangen in der PGH

Bewegte Berufsjahre liegen hinter Klaus Prosetzky, der als Jungfacharbeiter begann und in der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) angestellt war. In der Zeit machte er dort seinen Meister. „Zwei Holzplatten musste ich lackieren“, sagte er zu seinem „Meisterstück“. Tatsächlich sind das zwei rechteckige bildähnliche Werke, auf denen ein Mais- und ein Sonnenblumenmotiv zu sehen sind. Ein halbes Kunstwerk. Zudem musste der heute 80-Jährige bei der PGH eine Wand dekorieren.

Die Selbstständigen in der Nahrungskette ganz hinten

Im Oktober 1977 machte sich Klaus Prosetzky selbstständig. „Die Zusage gab es wohl, weil in der DDR auch die Kleinen, die Privaten, bedient werden sollten“, sagt Klaus Prosetzky. Das sollten die Selbstständigen übernehmen. Was er erst im Laufe der Zeit mitbekam: Die privaten Unternehmer standen in der Nahrungskette ganz hinten. „Es gab ja nix“, erinnert er sich. Zuerst seien die staatlichen Betriebe mit Material versorgt worden. Zum Schluss kamen die Privaten. „Aufträge hatten wir genug, aber Material ...“ Weil einmal ein hoher Staatsfunktionär durch Oranienburg fuhr, mussten die Fenster des Gerichts gestrichen werden, damit sie von außen schön aussahen – weil keine andere Farbe da war, musste Innenlatex verwendet werden.

Phasenweise mehr als 20 Mitarbeiter

Und mit Auflagen mussten sich die Selbstständigen herumplagen. Klaus Prosetzky denkt da an die Bezahlung, die gedeckelt wurde. „Ich durfte meinen Angestellten nicht mehr geben als vorgegeben.“ In der Regel hatte Klaus Prosetzky zwei Mitarbeiter. „Ausgebildet habe ich auch immer.“ Das setzte sich nach der Wende fort. In dieser Zeit allerdings musste sich Klaus Prosetzky erstmal orientieren. „Preise kannten wir ja gar nicht, da halfen aber die großen Lackfirmen aus dem Westen.“ Der Personalbestand in der Firma stieg: „Wir waren eine Zeit lang mehr als 20 Leute, hatten Großaufträge bei Pharma oder in der Lehnitzer Kaserne“, erinnert er sich. Weitestgehend kamen die Aufträge immer aus der Region. „Ich glaube, das hatte auch mit Zuverlässigkeit und Qualität zu tun. Die Auftraggeber haben gemerkt, dass das billigste Angebot nicht immer das beste ist.“ Bis zum Jahre 2002 leitete er seine Firma, stieg dann aufgrund seiner Invalidenrente aus. Die Liebe zu seinem Handwerk blieb: „Das ist mein Beruf."

Von Stefan Blumberg

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