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Oranienburg Kleiner Umweltdetektiv mit einem großen Herz für die Natur
Lokales Oberhavel Oranienburg Kleiner Umweltdetektiv mit einem großen Herz für die Natur
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21:37 10.10.2018
Beim jüngsten Stadtempfang in Oranienburg bekam Paul Vetter, hier mit Mama Stephanie und Papa Pierre, eine Urkunde überreicht. Quelle: foto: Enrico Kugler
Oranienburg

Wenn ein achtjähriger Junge aus den Händen des Bürgermeisters eine Ehrenurkunde überreicht bekommt, muss er schon etwas Besonderes vollbracht haben. Auf Paul Vetter trifft das zweifellos zu. Den Jungen aus Oranienburg ärgert es mächtig, wenn das Spielgelände am Bötzower Platz regelmäßig vermüllt. Dort jagt Paul nämlich mit Vorliebe dem runden Leder nach. Dort sammelt er aber auch immer wieder gemeinsam mit seiner Mutter Stephanie Unrat ein, den Mitmenschen einfach achtlos in der Gegend verstreuen.

Mit einer Chipstüte fing alles an

„Angefangen hat alles, als wir im Juni in Plau am See ein Familienmitglied in der Reha besucht haben“, erzählt Stephanie Vetter. Da sei sie mit ihrem Sohn spazieren gegangen. „Mama, da liegt ja Müll im See“, sagte Paul plötzlich. Schnell zogen beide Schuhe und Socken aus und fischten dann eine Chipstüte und einen Kugelschreiber aus dem Wasser. Außerdem trieben dort noch zwei tote Fische. Sie taten Paul leid, weil der Junge sofort an die Fische daheim im Aquarium denken musste.

Paul: „Räumt mal euren Müll weg!“

Hatte Stephanie Vetter bislang immer allein herumliegenden Müll eingesammelt, während ihr Sohn am Bötzower Platz mit seinen Freunden Fußball spielte, hilft Paul seit dem Besuch in Plau am See seiner Mutter nun öfter dabei, Unrat einzusacken. Dabei müssen die beiden Umweltdetektive nie lange suchen. Vor allem nach den Wochenenden liegen dort ständig Dosen, Flaschen und Pizzakartons herum. Paul hat mitbekommen, dass es vor allem Jugendliche sind, die solche Dinge dort einfach achtlos liegenlassen. Und er hat, erzählt seine Mutter, die Umweltsünder auch schon angesprochen.„Räumt mal euren Müll weg“, habe er zu ihnen gesagt. Doch die Jugendlichen hätten ihn nicht beachtet. Das hat Paul geärgert und natürlich fühlte sich der Junge dadurch nicht gerade motiviert, an seinen Aufräumaktionen festzuhalten. Aber schon kurze Zeit später gewann sein Umweltbewusstsein und der Spaß, mit dem er bei der Sache ist, wieder die Oberhand.

Mit Grillzange und langer Hose

Mutter Stephanie erinnert sich noch, wie sie nach dem Schlüsselerlebnis in Plau am See das erste Mal gemeinsam in Oranienburg gesammelt haben. „Wir hatten Einweg-Handschuhe dabei“, sagt Stephanie Vetter. Außerdem war ein kleines Fischernetz für den Unrat am Wasserspielplatz und eine Grillzange dabei, um nicht allen Müll mit den Händen anfassen zu müssen. Obwohl es draußen ziemlich warm war, trugen Paul und seinen Mutter Oberteile mit langen Ärmeln sowie lange Hosen, über die sie noch zusätzlich die Socken gezogen hatten. „Wir wollten uns ja schließlich keine Zecken oder irgendwelches anderes Krabbelzeug einfangen“, sagt Stephanie Vetter. Obwohl sie tüchtig ins Schwitzen gekommen seien, habe es Paul stolz gemacht, für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen. Nach einer halben Stunden seien die Tüten, die sie dabei hatten, schon fast voll gewesen.

Stolz auf die Urkunde vom Bürgermeister

Nun ist der unermüdliche Fleiß von Paul durch den höchsten Repräsentanten der Stadt Oranienburg gewürdigt worden. Der Achtjährige konnte es zunächst gar nicht so richtig fassen, als er auf die Bühne gerufen wurde. Da stand er etwas verlegen zwischen seinen Eltern und brachte kaum ein Wort heraus. Auf dem Nachhauseweg ist ihm dann aber wohl doch bewusst geworden, was da geschehen ist. „Mama“, sagte er überglücklich, „der Bürgermeister hat mir eine Urkunde übergeben.“

Von Bert Wittke

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