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Oranienburg Ärger um gefällte Winterlinde
Lokales Oberhavel Oranienburg Ärger um gefällte Winterlinde
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08:15 27.02.2016
Die gefällte Winterlinde in der Templiner Straße. Quelle: Uwe Halling
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Gransee

Und plötzlich war die Winterlinde weg. Entsetzt ist Norbert Wilke über die Abholzaktion der Mitarbeiter des Landesbetriebes für Straßenwesen. Sie beseitigten am Mittwoch den Baum, jetzt ist nur noch ein Stumpf zu sehen. „Der Baum stand auf meinem Grundstück. Ich habe ihn 1992 selbst gepflanzt“, sagt der Granseer. Es sei weder beantragt worden, dass die Fällung beabsichtigt ist, noch gab es eine Beteiligung. „Auch keine Untersuchung auf Artenschutz. Das ist Willkür“, so Norbert Wilke. Weil es sich um einen „Grenzbaum“ handelt – er steht auf der Grundstücksgrenze –, „hätte es vorher ein Gespräch mit dem Eigentümer geben müssen“. Das Vorgehen sei unmöglich. Wenn sich Konflikte anbahnten, sollte man doch mit den Eigentümern reden. Vor den Bauarbeiten in der benachbarten Mühlenstraße sei das geschehen.

Der zuständige Mitarbeiter des Landesbetriebes ist derzeit nicht im Dienst. Nico Zehmke, Abteilungsleiter Bauen und Planen in der Amtsverwaltung Gransee, kennt den Fall und wurde von Norbert Wilke auch darüber informiert. „Wir gehen davon aus, dass der Baum nicht auf dem Privatgelände steht, sondern auf dem des Landesbetriebes.“ Die Untere Naturschutzbehörde habe grünes Licht gegeben für die Fällung. „Ich werde mich mit Norbert Wilke in Verbindung setzen, um die Sache zu klären“, kündigt Nico Zehmke an. Für den Fall, dass die Winterlinde tatsächlich auf dem Grundstück von Norbert Wilke steht, habe er, so der Abteilungsleiter, „natürlich Recht. Dann müssen wir den Fehler berichtigen“.

Die Fällung des Baumes hat mit den Vorbereitungen des Ausbau der Templiner Straße (zweiter Bauabschnitt) zu tun, der in diesem Jahr beginnen soll. Im Zuge der Bauarbeiten wird die Allee aber wieder komplett hergestellt, so Nico Zehmke.

Norbert Wilke – er ist zufällig Vorsitzende der Grünen Liga Oberhavel – kündigte derweil rechtliche Schritte gegen die Aktion an.

Von Stefan Blumberg

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