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Oranienburg Andrea Suhr bleibt an der SPD-Spitze
Lokales Oberhavel Oranienburg Andrea Suhr bleibt an der SPD-Spitze
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20:32 27.11.2016
Bundestagskandidat Benjamin Grimm gratuliert der alten und neuen Oberhaveler SPD-Vorsitzenden Andrea Suhr. Quelle: Marco Winkler
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Oberhavel

Das Ergebnis war eindeutig: Auf dem Parteitag des SPD-Unterbezirks Oberhavel wurde Andrea Suhr mit 54 von 58 Stimmen erneut zur Vorsitzenden gewählt. Die 53-jährige Granseerin trat ohne Gegenkandidaten an. Sie freue sich über das tolle Ergebnis und auf „zwei weitere spannende Jahre mit dem neuen Vorstand“, teilte sie um 17.28 Uhr auf ihrer Facebook-Seite mit. Fast so, als reagierte sie auf eine kleine Mahnung vom Parteigenossen Andreas Noack.

Noack gab zu bedenken, dass die SPD in Zukunft mehr in Öffentlichkeitsarbeit investieren sollte. „Wir sind 600 Mitglieder, Ziel muss es sein, 700 oder 800 zu werden.“ Nach der Landratswahl 2015 sei die Öffentlichkeitsarbeit eingeschlafen.

Vielleicht zum Teil auch deshalb musste die SPD in letzter Zeit einige Schlappen hinnehmen. Von ihren vier Bürgermeisterkandidaten in Birkenwerder, Oberkrämer, Hohen Neuendorf (alle 2015) und kürzlich Kremmen schaffte es niemand in die Stichwahl.

Grimm und Collin als Hoffnungsschimmer

Das will die SPD 2017 ändern: Direktkandidat Benjamin Grimm will als Abgeordneter in den Bundestag, Jennifer Collin auf den Bürgermeisterstuhl in Oranienburg. Aktuell bildet sie ein Kompetenzteam, vernetzt sich, lässt sich in der Kreisstadt blicken. Beide Entscheidungen fallen im September 2017.

Aber nicht nur im Wahlkampf will Andreas Suhr das „Wir-Gefühl“ spüren, auch „in der täglichen politischen Arbeit“, um aus dem Umfragetief der SPD herauszukommen. Der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann dazu: „Wir müssen rausgehen, den Menschen in einfacher Sprache und mit Rückgrat und Optimismus erklären, wofür wir stehen.“

Dazu gehöre laut Andrea Suhr auch ein Umgang mit der AfD. Die Partei bekomme zu viel Aufmerksamkeit. Sie will beobachten, „sie aber ansonsten weitgehend ignorieren.“ Als Gegenschritt will sie die Willkommensinitiativen unterstützen, im ersten Schritt den Austausch suchen. Ohne sich vor „irgendeinen Karren spannen zu lassen“, könnte die SPD Bindeglied zwischen Verwaltung und Initiativen sein.

Zwischen Populismus und Wählerakzeptanz

Das wird nicht einfach. Erst kürzlich sorgte ein Fall für Aufregung, als eine Frau aus Stolpe-Süd wurde nachts von Beamten abgeholten, wehrte sich vehement. Es gab gegenteilige Behauptungen, wer hier wen verletzte. Von „unmittelbarem Zwang“ ist im Beamtendeutsch die Rede. Schwere Vorwürfe auf beiden Seiten.

Resultat: Der Pilot des Flugzeugs, das sie in ihre Heimat bringen sollte, weigerte sich, sie mitzunehmen, die Frau lebt wieder in Stolpe. Landrat Ludger Weskamp auf dem Parteitag: „Die, die Voraussetzungen, hier zu leben, nicht erfüllen, müssen abgeschoben werden. Dabei können wir körperlichen Zwang nicht ausschließen.“

Die SPD Oberhavel hat nach zwei schwierigen Jahren viel vor, bewegt sich auf dem schmalen Grat zwischen politischem Populismus und Wählerakzeptanz.

Ergebnisse im Überblick

Wiedergewählt wurde mit 93 Prozent der Stimmen die bisherige Vorsitzende Andrea Suhr. Sie bekam insgesamt 53 Stimmen, drei Delegierte entschieden sich gegen sie, eine(r) enthielt sich.

Stellvertreter sind Benjamin Grimm und Marina von Muldau. Carsten Schneider ist neuer Kassierer des Unterbezirkes. Als Beisitzer wurden gewählt: Judith Brandt, Dana Bosse, Reik Högner, Uwe Tittelbach und Björn Lüttmann.


Von Marco Winkler

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