Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oranienburg Angler verurteilen Facebook-Hetze
Lokales Oberhavel Oranienburg Angler verurteilen Facebook-Hetze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:03 26.11.2015
Nach Facebook-Hetze ziehen Angler in Hennigsdorf die Reißleine. l. Quelle: AFP
Anzeige
Hennigsdorf

„Das war, als hätte mir jemand ein Messer in den Rücken gerammt“, sagt Carsten Gruhn. Der Vorsitzende der Angelfreunde Stahl Hennigsdorf 1959 ist entsetzt darüber, dass ein Mitarbeiter seines Vorstandes auf Facebook rechte Hetzseiten mit „gefällt mir“ markiert hatte. Die Seiten tragen die Titel „Aufwachen Deutschland“, „Tägliche Einzelfälle“ und „BRD Pseudostaat-Regierung“, auf Letzterer wird gegen Ausländer gehetzt und die Geschichte umgedeutet. Zudem ist der Angler auf Facebook mit einem Oberhaveler NPD-Abgeordneten befreundet. Für Carsten Gruhn ist das genug, um den Vereinskameraden mit sofortiger Wirkung von seiner Arbeit im Vorstand zu entbinden. In der vergangenen Woche entschieden das die fünf Vorstandsmitglieder der Angelfreunde auf einer eilig einberufenen Sondersitzung zum Thema.

Der Angler verteidigte sich, er sammle nur Kommentare und Äußerungen verschiedener Gruppierungen, um sich ein Gesamtbild machen zu können. Er sei mit der derzeitigen Politik nicht einverstanden. Der Hennigsdorfer beteuerte aber, dass er nicht der rechten Szene angehöre. Für Carsten Gruhn reicht diese Einlassung aber nicht. „Wenn einer im Internet bewusst sowas macht, dann tut er das nicht rein zufällig oder aus kindlichem Leichtsinn“, so Gruhn. Eher lasse er sich die Hand abhacken, als den Hennigsdorfer weiter im Vorstand arbeiten zu lassen. Im Verein mit 234 Mitgliedern seien auch Menschen aus Syrien, Rumänien, Ungarn oder Polen. „Wenn jemand in der Führungsebene solche rechten Ansichten hat, dann fällt das auf den ganzen Verein zurück“, sagt der Vereinschef.

Vereinschef Carsten Gruhn ist entsetzt über den Vorfall. Quelle: Verein

Nico Scuteri vom Mobilen Beratungsteam, Ratgeber gegen Rechtsextremismus, lobt das schnelle Handeln des Vereins. Ein normales Mitglied müsse man wegen solcher Äußerungen nicht sofort aus dem Verein werfen, auf Vorstandsebene sei eine schnelle Reaktion aber nötig. „Diese Mitglieder repräsentieren den Verein, und wenn sich jemand dann so über Soziale Netzwerke bekennt, schadet das dem Ansehen des Vereins und schreckt potenzielle Mitglieder ab“, erklärt Scuteri.

In den vergangenen Jahren hatten die Angelfreunde wegen solcher Verdächtigungen auch schon zu Unrecht viermal Besuch von der Polizei. Wenn die Mitglieder auf dem Vereinsgelände oder am Wasser die Fischer-Grußformel „Petri Heil“ rufen, verstehen Passanten leider oft nur „Heil“ – also den halben Hitlergruß, erklärt Carsten Gruhn. „Da sieht man, wie schnell man in diese Ecke geschoben werden kann“, so der 49-Jährige.

Im kommenden Jahr soll die Vereinssatzung dahingehend geändert werden, dass Mitglieder in leitender Funktion politisch neutral agieren müssen. „Ausländerfeindlichkeit soll ein Grund für den Vereinsausschluss werden“, erklärt Carsten Gruhn.

Von Marco Paetzel

Gransee Weihnachtsbaum vorm Schloss Meseberg - Es ist eine 16 Meter hohe Küstentanne

Dieser feierliche Akt zieht jährlich immer wieder Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft an: die Übergabe des Weihnachtsbaumes. Jeder will miterleben, wie weihnachtliches Flair am Gästehaus einzieht.

26.11.2015
Oranienburg Richtfest für Photovoltaikanlage in Velten - Sonnenstrom für Würstchen

Einhundert Prozent Bio ist eine klare Aussage“, erklärte Bio-Company- Geschäftsführer Georg Kaiser am Montag beim Richtfest für die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Bio Manufaktur Havelland in Velten. „Aber Sonnenstrom ist die Sahnehaube.“

26.11.2015
Oranienburg Besucherandrang beim Gänsebratentag in Schwante - Wenn die Gans zur Nebensache wird

Der Gänsebratentag am Holzbackofen der Bäckerei Plentz in Schwante hat mittlerweile eine lange Tradition. In diesem Jahr war es am Sonnabend jedoch besonders voll. Trotz kühler Temperaturen und Nieselregen. Jeder wollte dem Chef des Hauses Karl-Dietmar Plentz zu seiner Teilnahme beim Fernsehwettstreit der besten Bäcker Deutschlands gratulieren, auch wenn es ja letztlich „nur“ zu einem siebten Platz gereicht hat. Der Gänsebraten wird fast zur Nebensache.

25.11.2015
Anzeige