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Oranienburg Ansage vom OHC: Ab in die 2. Liga
Lokales Oberhavel Oranienburg Ansage vom OHC: Ab in die 2. Liga
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18:08 27.02.2019
OHC-Kapitän Robin Manderscheid im Vorwärtsgang. Quelle: FOTOS: Robert Roeske, stefan blumberg
Oranienburg/Kremmen

„Wir lassen heute die Hosen runter!“, sagte der Präsident des Oranienburger Handball-Clubs, Thomas Stahlberg, am Dienstagabend beim Unternehmerabend des Vereins. „Wir haben die Vision, in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Nicht, um nur mal zu gucken, sondern um zu bleiben.“ Das Ziel ist klar formuliert: Nach der Saison 2021/22 möchte der OHC mit seiner ersten Männermannschaft – sie spielt seit elf Jahren in der dritthöchsten deutschen Spielklasse – eine Etage höher klettern. Und die „Sportliche Meilensteinplanung“ des Vereins geht sogar noch weiter: Aufstieg in die 1. Bundesliga. „Ja, das Ziel ist ambitioniert, aber wir wollen nicht stehen bleiben.“

Die Unterstützer des Vereins wurden beim Unternehmerabend auf dem Spargelhof in Kremmen als erste über die hehren Pläne informiert. Auch deshalb, weil der Verein hofft, dass die Sponsoren dieses anspruchsvolle Projekt wohlwollend begleiten. „Wir wollen diese Visionen gern umsetzen. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung“, sagte der Vereinschef. Wenn die Unternehmen bei ihrem finanziellen Engagement draufsatteln, die Politik die Pläne nach Möglichkeit begleitet, dann beginnt der Verein schon in diesem Jahr mit vorbereitenden Maßnahmen, „bezüglich Infrastruktur und Mannschaft“, so Thomas Stahlberg. Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollte dann der Aufstieg in Liga 2 geschafft sein.

Dass solche Visionen wie die des Oranienburger HC nicht ganz aus der Luft gegriffen sind, erklärte der einstige Weltmeister (1978) und Weltmeistertrainer (2007), Heiner Brand, im Gespräch mit Sky-Kommentator Karsten Petrzika. Orte wie Wetzlar (51 000 Einwohner), Bietigheim (42 000), Gummersbach (50 000), Lemgo (41 000) oder Melsungen (13 000) wären – zumindest von der Größe her – mit Oranienburg vergleichbar. Was laut Heiner Brand unabdingbar ist: „Lehrer in den Schulen müssen für den Handball begeistert, die Strukturen im Verein professionalisiert werden. Das Ehrenamt ist sehr wichtig, aber das reicht nicht mehr aus, wenn man weiter höher möchte. Das muss alles Schritt für Schritt erfolgen, darf aber auch nicht zu lange dauern. Es ist gut, dass der OHC die Ziele klar formuliert hat.“

Mit einem Aufstieg würden die Kosten steigen: Reisen, Übernachtungen, personeller Aufwand – zählte Karsten Petrzika auf. „Aber es würde auch höhere Zuschauerzahlen geben. Das ist für Sponsoren sehr interessant.“ Die Spiele in der 2. Liga würden alle live übertragen werden (Sportdeutschland.TV), was die ganze Sache attraktiver mache. In dem Zusammenhang konnte um das Thema „größere Halle“ kein Bogen gemacht werden. Ein erster kleiner Schritt auf dem Weg zur Kapazitätserhöhung ist die Erweiterung der MBS-Arena um etwa 200 Plätze noch in diesem Jahr. Dann sollen 1054 statt jetzt 856 Zuschauer in die Arena passen (dafür wird die kleine Tribüne um zwei Reihen erweitert). Langfristig sei – sofern die Ziele tatsächlich umgesetzt werden – eine größere Halle nötig, eine Eventhalle, die für jegliche Nutzung bereitsteht, sagte Thomas Stahlberg in Richtung des Oranienburger Bürgermeisters Alexander Laesicke (parteilos), der explizit danach gefragt hatte, was von Seiten der Stadt zu tun sei. Laesicke gratulierte dem OHC dafür, diese Vision ausgesprochen zu haben. Der Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler (CDU) sagte, dass die Politik nur mittelbar helfen könne, in dem gesetzliche Grundlagen geschaffen würden (Steuererleichterungen für Ehrenamtliche ...)

Ein zweiter höherklassiger Verein neben den Füchsen Berlin sei laut Heiner Brand möglich. „Der OHC muss dafür an der Großstadtgrenze sein eigenes Profil bilden, die Brandenburger Handballfans mitnehmen.“

Peter-Michael Gelling, Geschäftsführer des Reinigungsunternehmens IDL und Partner des OHC, sprang sofort auf den Zug auf. „Herr Bürgermeister, lassen Sie den Bedarf ermitteln, was für die Ausbildung des Handballunterrichts benötigt wird. Ich übernehme die Kosten.“ Zudem lobte er 10 000 Euro aus, wenn das OHC-Männerteam in dieser Saison Platz 5 erreicht. Und er sagte zu, sein Engagement um jährlich 10 000 Euro zu erhöhen, wenn die Vision umgesetzt wird.

„Die Vision des OHC ist nicht ganz neu. Dass aber jetzt mit Zahlen und Zeiträumen gearbeitet wurde, belegt die Ernsthaftigkeit. Der OHC ist ein Leuchtturm in Oberhavel. Wir können uns vorstellen, den Verein bei seinen Zielen zu unterstützen.“ Stefan Binkowski von der Werbeagentur Finish (sie arbeitet mit dem OHC zusammen) glaubt, dass die Leidenschaft gut rübergebracht wurde und die Unternehmen bereit sind, das Vorhaben mit zu begleiten. „Es ist wichtig, sich ein Ziel zu setzen. Ich finde es großartig, wie sich der Verein bis jetzt entwickelt hat.“

Von Stefan Blumberg

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