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Oranienburg Mit „Pauken und Trompeten“ gegen die Schotterstraße
Lokales Oberhavel Oranienburg Mit „Pauken und Trompeten“ gegen die Schotterstraße
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17:31 31.08.2018
„So hoch ist das Straßenniveau – bei Starkregen fließen Wassermassen in Grundstücke“, sagt Reinald Radtke. Quelle Jeannette Hix
Oranienburg

Viele Anwohner aus dem Musikerviertel sind sauer: Die Straße vor ihrer Haustür ist mit einer Schotterschicht belegt. Und die sei zu scharfkantig, zu rutschig und zu staubig. „Hinzu kommt, dass die Straße inzwischen auf ein so hohes Niveau aufgeschüttet ist, dass viele Grundstücke bei Starkregen überflutet werden“, ärgert sich Reinald Radtke (67) aus der Schubertstraße. Begünstigend für Hochwasser im Garten ist auch, dass viele der Gullys teilweise über Straßenniveau liegen und somit gar kein Regenwasser aufnehmen können.

Thomas Peter (53) aus der Joseph-Haydn-Straße kann selbst mit einem E-Rollstuhl die Schotterstraße nur schwer befahren. Quelle: Jeannette Hix

Mehrere 100 Anwohner von rund 16 Straßen im Musikerviertel haben den „Natursteinbelag“, der eher an Recyclingmaterial im Gleisbett erinnert, vor der Nase. „Ich wollte eigentlich längst meine Essigbäume vor der Tür zurückschneiden“, sagt Rolf Detje (58) aus der Johann-Strauß-Straße. „Aber die Bäume halten wenigstens einen Teil des Straßenstaubes ab.“ Auch Anwohner und Rollstuhlfahrer Thomas Peter (53) aus der Joseph-Haydn-Straße ist genervt. „Der Belag ist so rutschig und tief, dass ich da mit dem Handrollstuhl nicht durchkomme. Um den Hund ausführen zu können, musste ich mir einen E-Rollstuhl kaufen. Darüber hinaus sollen wir vor der Haustür Schneeschieben – sonst drohen 30 Euro Strafe. Aber schieb’ mal Schnee auf Schotter.“

Sauer zeigt Rentnerin Christel Löffler (84) aus der Weberstraße den Reifen ihres Rollators – die scharfkantigen Steine sollen den Reifen kaputt gemacht haben. Quelle: Jeannette Hix

Zwei Anwohner sollen schon mit dem Rad gestürzt sein. Sauer zeigt Rentnerin Christel Löffler (84) aus der Weberstraße auch einen kaputten Reifen ihres Rollators. „Abgesehen davon, dass der Schotter sehr scharfkantig ist, komme ich mit meinem Rolli kaum vorwärts. Düst dann noch ein Auto an mir vorbei, hat man Angst von einem hochgeschleuderten Stein getroffen zu werden und in der Sandpiste neben der Straße versinkt man auch noch“, ärgert sich die Rentnerin. Beschwerden der Anwohner sollen bei der Stadt bisher auf taube Ohren gestoßen sein. Denn viele der Anwohner wünschen sich, die lose Schotterstraße durch eine Teerstraße zu ersetzen. „In der Beethovenstraße wurde so eine Schwarzdecke vor Jahren auf den Sand gesetzt“, sagt Reinald Radtke. „Bis auf gelegentliche kleine Ausbesserungen im Kreuzungsbereich sind kaum Nacharbeiten nötig.“ Im Gegensatz zur Schotterstraße. „Wenn durch die Autos der lose Schotter an die Seiten verschoben wird, schickt die Stadt einen Radlader, der alles zurück in die Löcher schiebt und alles geht von vorne los“, ärgert sich Thomas Peter. „Diese Sanierung kostet die Stadt jedes Jahr 300 000 Euro – Geld, das aus unserer Sicht verschwendet ist.“

Rolf Detje (58) aus der Johann-Strauß-Straße steht auf einem Gully, der weit über das Straßenniveau ragt – Regenwasser kann hier kaum abfließen. Quelle: Jeannette Hix

Laut Aussage der Anwohner soll die Stadt auf einen grundhaften Ausbau bestehen – mit Bürgersteigen, Radwegen und allem Drum und Dran, der die Anlieger tief in die Tasche greifen ließe. Stadt-Sprecher Gilbert Collé: „Nach dem Antrag von SPD und CDU, Straßenzüge mit einer Spritzasphaltdecke zu versehen und dem Beschluss der Stadtverordneten dazu im Mai, prüfen wir die rechtliche und finanzielle Umsetzung. Wenn die Möglichkeit gegeben ist, wird eine Prioritätenliste erstellt. Dann wird entschieden, welche Straßen mit einer Spritzasphaltdecke versehen werden.“

Von Jeannette Hix

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