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Oranienburg Ein Beispiel, das Mut macht
Lokales Oberhavel Oranienburg Ein Beispiel, das Mut macht
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22:23 05.12.2018
Die angehende Fachärztin für Augenheilkunde Soraya Krohn arbeitet in Oranienburg. Quelle: Ulrike Gawande
Oranienburg

Nach einem Unfall während ihres praktischen Jahres im Medizinstudium ist die Berlinerin Soraya Krohn unterhalb des ersten Lendenwirbels querschnittsgelähmt. Doch die 31-jährige Berlinerin ließ sich auch nach 1,5 Jahren Krankenhausaufenthalt und Reha nicht unterbekommen und schloss im Mai 2017 ihr Staatsexamen ab.

Ein Team von 28 Fachkräften

Dann bewarb sich Krohn auf mehrere Assistenzarztstellen für Augenheilkunde, weil diese Fachrichtung auch im Stuhl sitzend möglich sei. Doch sie erhielt nur Absagen, auch aus der Charité, von wo sie eigentlich schon eine Zusage hatte. Sie wurde trotz guter Qualifikation und Fachkräftemangel noch nicht einmal zu Bewerbungsgesprächen eingeladen. Da las sie die Stellenanzeige der Augen-Tagesklinik in der Breiten Straße in Oranienburg. Seit Februar 2018 ist die junge Frau, die im Rollstuhl sitzt, nun Teil des Teams von Doktor Eckhard Becker, zu dem insgesamt neun Ärzte und 19 Schwestern gehören.

Eckhard Becker lässt sich von seiner Assistenzärztin Soraya Krohn untersuchen. Quelle: Ulrike Gawande

„Die Patienten reagieren durchweg freundlich, positiv, und finden es toll, dass ich hier arbeite“, verrät die 31-Jährige, die für die Untersuchungen nun einen höhenverstellbaren Rollstuhl hat. Außerdem wurden die Türen der Klinik mit finanzieller Unterstützung der Arbeitsagentur mit elektrischen Öffnern ausgestattet. „Ich bin hier sehr glücklich, wir sind ein gutes Team.“ Aber die Veränderungen seien nicht ausschließlich für Frau Krohn hilfreich, sondern die Türen lassen sich nun auch von älteren Menschen mit Rollator einfacher öffnen, so Becker. Ihn habe das Engagement der jungen Assistenzärztin beeindruckt.

426 arbeitssuchende Schwerbehinderte in Oberhavel

Im Rahmen der zu Ende gehenden „Woche für Menschen mit Behinderung“, bei der die Bundesagentur für Arbeit für mehr Inklusion am Arbeitsplatz wirbt und Arbeitgeber angeregt werden sollen, Menschen mit Behinderung, die oft sehr gut qualifiziert sind, einzustellen, gilt die angehende Fachärztin für Augenmedizin daher als positives und Mut machendes Beispiel. Aktuell sind 426 Menschen mit Schwerbehinderung im Landkreis Oberhavel arbeitssuchend.

Von Ulrike Gawande

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