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Oranienburg Auf Abschiedstour: „Mit 90 ist Schluss“
Lokales Oberhavel Oranienburg Auf Abschiedstour: „Mit 90 ist Schluss“
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16:40 25.02.2019
Ilse Raab arbeitet in der Volkssolidarität immer noch aktiv mit. 2017 bekam sie die Ehrennadel der Volkslidarität in Gold. Quelle: FOTO: Stefan Blumberg
Oranienburg

Der Drang, dabei zu sein, ist immer noch da. Wenn die Volkssolidarität ruft, ist Ilse Raab (so weit möglich) zur Stelle. Saalveranstaltungen, Busfahrten, kegeln, Spielenachmittage – die Oranienburgerin lässt es sich nicht nehmen, mit den Mitgliedern der Oranienburger Ortsgruppe Altstadt gemeinsame Sache zu machen. „Dabei fällt es mir schon schwerer“, sagt die 89-Jährige. Der Körper spielt nicht mehr so mit wie noch vor Jahren. Am deutlichsten wird das bei der Sehkraft, die sie verloren hat, spürbar. 2006 wurde festgestellt, dass ihre Makula altersbedingt degeneriert. Sie sieht alles nur noch sehr unscharf. Eine Besserung ist nicht in Sicht. „Ich bin austherapiert“, sagt sie. „Aber was soll ich machen? Ich kann es leider nicht mehr ändern. Also nehme ich es so, wie es ist.“ Und sie hat ja noch ihren Mann Kurt, der ihr zur Seite steht, wenn sie ihn braucht; zum Beispiel zum Schreiben oder zum Lesen. Das ist manchmal nötig, denn trotz ihres hohen Alters amtiert sie immer noch als Gruppenleiterin bei der Volkssolidarität. „Ich betreue Mitglieder unserer Ortsgruppe, halte Kontakt zu ihnen, frage nach, wie es ihnen geht und bin für Probleme da – auch wenn es manchmal am Telefon ist. Das hilft oftmals“, weiß Ilse Raab, die in der Volkssolidarität, aber auch in Oranienburg ein – wie sie selbst sagt – Methusalem ist.

Die Frau mit den sozialen Kontakten

Soziale Kontakte aufrecht erhalten – das ist der Ortsgruppe ein ganz großes Anliegen. Manch ein Senior kann seine Wohnung kaum noch verlassen, manch einer bleibt den Veranstaltungen lange fern. Die Gratulation zum Geburtstag. Oder Genesungswünsche. In diesen Fällen sind die Gruppenleiter – sie sind auch Verbindungsleute zum Vorstand – gefragt. So eine wie Ilse Raab.

Immer in Oranienburg

Sie verließ ihre Heimatstadt niemals. Nach der Schule absolvierte sie bei der Stadt Oranienburg eine Ausbildung zur Verwaltungsangestellten. Sie blieb bis zum Eintritt ins Rentenalter im Rathaus, ihr ganzes Berufsleben lang. „Ich erlebte 13 Bürgermeister, das waren alles anständige Leute“, beschreibt sie ihre einstigen Chefs. 1974 glitt Ilse Raab in die Volkssolidarität; in dem Jahr wurde sie bei der Stadt Oranienburg Abteilungsleiterin für Gesundheit und Soziales. Da erhielt sie sofort das Eintrittsformular für die Volkssolidarität vor die Nase gehalten – und unterschrieb es. „Seitdem bin ich dabei“, sagt die Oranienburgerin mit Stolz und Freude. 45 Jahre ist das jetzt her. Anfangs lernte sie die Mitglieder kennen, die Abläufe auch. Sie wuchs – obwohl altersmäßig noch weit entfernt von den Senioren – hinein in die Volkssolidarität. Sie war über zweieinhalb Jahrzehnte immer nah dran, aber nie in vorderster Front.

Bezugsperson für andere Mitglieder

Das änderte sich Ende 1989 schlagartig. Der damalige Vorsitzende Oskar Zwick ließ Ilse Raab nicht gehen, holte sie im Januar 1990 in den Vorstand. Wenig später erkrankte Oskar Zwick und verstarb. Ilse Raab übernahm und leitete die Altstadt-Gruppe zehn Jahre lang, ehe Fredi Rudolph übernahm. Als er sein Amt nicht mehr ausüben konnte, stellte sich Ilse Raab wieder zur Verfügung; bis Wolfgang Langner 2015 das Zepter übernahm. „Ich bin jetzt 25 Jahre lang im Vorstand; es ist zwar nur noch der erweiterte Vorstand, aber ich helfe noch.“ Ihr Mann Kurt unterstützt sie, auch wenn er in all den Jahren wegen des hohen Zeitaufwandes seiner Frau bei der ehrenamtlichen Arbeit mit den Senioren immer wieder mal grummelte („Man kann es auch übertreiben.“). „Ja, es hat wegen meiner Tätigkeit schon manches Mal Streit gegeben“, so Ilse Raab. Sie ist ein fester Bestandteil der 142 Mitglieder starken Seniorengruppe. Und anerkannt. „Ich glaube, dass ich für so manch einen eine Bezugsperson bin. Wenn zwischen zwei Mitgliedern gewisse Unstimmigkeiten herrschen, kann ich schlichten. Ich denke, dass man mit Gesprächen viel erreichen kann“, sagt Ilse Raab. Ihr Mann sieht das auch so: „Wenn man Probleme erkennt, kann man sie auch beheben.“

Ilse Raab möchte die kommenden Monate nutzen, um den aktiven Teil bei der Volkssolidarität zu beenden. Dafür braucht sie zumindest einen Nachfolger als Gruppenleiter. „Wenn ich 90 bin, möchte ich die Verantwortung abgegeben haben“.

Von Stefan Blumberg

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