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Oranienburg Auf den Spuren Oranienburger Autoren
Lokales Oberhavel Oranienburg Auf den Spuren Oranienburger Autoren
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17:24 04.10.2016
Roland Lampe hat selbst viel Neues bei der Recherche erfahren. Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

Von mancher Entdeckung eines Literaten, Autobiografen oder Journalisten, der in Oranienburg gelebt und publiziert hat, war Roland Lampe bei seinen Recherchen selbst überrascht. Natürlich kennt er ihre Arbeiten, aber schon immer „habe ich mich fast mehr für ihr Leben interessiert.“ Warum haben sie geschrieben? Kannten sie sich, wie haben sie gelebt? An Hand von Briefen, Autobiografien und Tagebüchern ist Roland Lampe ihnen näher gekommen. Und wann, wenn nicht im Jahr der 800-Jahr-Feier wäre eine Publikation zu den Ergebnissen der Spurensuche am besten platziert?

Zwei Jahre Recherche und Arbeit hat Roland Lampe investiert. Vor zwei Wochen nun ist das Buch „...kehrte ich bei Hempel ein“ erschienen. Bisher galten eher der Belletristik, Kurzprosa und Lyrik seine Präferenz. Nun ist sein erstes Sachbuch erschienen. Der Titel ist in der Tatsache begründet, dass der Dichter und Freigeist Heinrich Hoffmann von Fallersleben zweimal in Oranienburg zu Besuch war. Bei seinem Freund, dem Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge. Fallersleben brachte seine Bibliothek zwischenzeitlich bei Friedrich Hempel, Oranienburgs Bürgermeister zwischen 1837 und 1845, unter.

„Ich schreibe sei Jahren über Autoren in Oberhavel.“ Zudem verfolgt er Oranienburgs Entwicklung mit Spannung. „Ich bin oft hier. Die Stadt hat einen enormen Aufschwung genommen“, so Lampe. Das Jubiläumsjahr sei deshalb für ihn guter Anlass gewesen, die Rechercheergebnisse über Autoren der Stadt zu einem Buch zusammenzufassen. 44 Namen auf 108 Seiten. Gelebt und publiziert haben sie hier vor 1933, zwischen 1933 und 1945 und danach. Dass es so viele sind, habe ihn überrascht und gefreut zu gleich. Und er habe Neues erfahren, zum Beispiel, dass Jurek Becker als Kind das Kriegsende im KZ Sachsenhausen erlebte, seine Mutter verhungerte, damit er überleben konnte und sein Vater ihn schließlich hier wiederfand.

Stolz ist der Autor auf seine drei Interviews mit Oranienburgs Ehrenbürger und langjährigen Leiter des Jüdischen Museums in Berlin, Michael Blumenthal und dem Bildhauer und Schriftsteller Wieland Förster, den er ist seinem Atelier in Wensickendorf besucht hat. „Seine Antworten sind ehrlich und beeindruckend. Vor zwei Wochen habe ich ihm meine Broschüre überreicht.“ Dritter Interviewpartner ist Friedrich Wolfs Enkelin Tanja Trögel . „Ich bin dankbar für diese Begegnungen, die mir Neues eröffnet haben. Gerade Friedrich Wolf lebte nur fünf Jahre in Lehnitz, aber bis heute ist sein Geist dort zu spüren.“

Vielen Autoren, die als Häftlinge im KZ Sachsenhausen interniert waren, hat Lampe in seinem Buch ein kleines Denkmal gesetzt: „Sie gehören zu Oranienburgs Geschichte, zu Oranienburgs Literatur.“ Wie der Journalist Ehm Welk, der Publizist Erich Mühsam, der Schriftsteller Fritz Selbmann oder der Verleger Peter Suhrkamp, der bis 1945 in Sachsenhausen gefangen gehalten wurde.

Für Roland Lampe ist sein Buch „ein Anfang. Für Ergänzung und Kritik bin ich dankbar. Ich werde sie gern bei einer Neuauflange berücksichtigen.“ Wer mit ihm ins Gespräch kommen möchte, kann das bei der Buchpremiere am Dienstag, 15. November, ab 16.30 Uhr im Regine-Hildebrandt-Haus. Wer eher auf Augenhöhe Oranienburgs Autoren kennenlernen möchte: Das Buch ist in der Touristino am Schlossplatz zu haben.

Roland Lampe, Jahrgang 1959, wurde in Berlin-Weißensee geboren.

Er wuchs in Hohen Neuendorf auf, ist Runge-Absolvent und lebt heute in Berlin-Wedding. Er ist Bank- und Bürokaufmann und arbeitet als Archivar.

Lampe veröffentlichte 2012 den Roman „Seitenflügel“ und die Gedichte „Gelegentliche Einfälle von Licht (2014) im Spielberg Verlag.

Regelmäßig schreibt er über Schriftsteller und Literatur in Brandenburg. Infos unter www.rolandlampe.de

Sein erstes Sachbuch „... kehrte ich bei Hempel ein“ ist im September erschienen und zum Preis von 7,99 Euro zu haben. ISBN: 978-3-7345-3217-7 (Paperback), e-Book: 978-3-7345-3219-1.

Von Heike Bergt

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