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Bahnhof Oranienburg bleibt bis Herbst Baustelle

Bauarbeiten in der Unterführung Bahnhof Oranienburg bleibt bis Herbst Baustelle

In der Unterführung erinnert nicht viel an einen Bahnhof – Planen und fehlende Schilder. In Oranienburg (Oberhavel) wird gerade am Bahnhof kräftig gebaut. Viele Reisende sind verwundert und verwirrt. Die MAZ hat sich mit dem Verantwortlichen getroffen und erklären lassen, warum und wie lange noch am Bahnhof gearbeitet wird.

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Ziemlich eng wird es für Fahrgäste derzeit im Bahnhof. Foto: Enrico Kugler

Oranienburg. Eine Frau mit Kinderwagen steht leicht irritiert im Bahnhofsfoyer. Sie will eine Fahrkarte kaufen. Vor ihr beginnt jedoch eine leicht konfuse Zweiteilung des Gangs, mit Planen abgehangen. „Wo ist denn jetzt der Fahrkartenautomat?“, fragt sie. Wie ihr geht es zur Zeit vielen Fahrgästen.

Sven Spieckermann, verantwortlich für die Bauarbeiten in der Unterführung und Leiter der Bauüberwachung, klärt die Frau und andere Reisende schnell auf. Es fehle einfach ein Zeichen, das zum Automaten weist. „Für solche Tipps sind wir dankbar“, sagt er. „Noch heute wird es ein weiteres Schild geben.“ Für Bahnfahrer sollen die Umstände während der monatelangen Bauzeit so „erträglich wie möglich“ gemacht werden.

Für Reisende wird die Arbeit immer wieder unterbrochen

Für Reisende wird die Arbeit immer wieder unterbrochen.

Quelle: Enrico Kugler

Noch bis Ende September müssen sich Fahrgäste und Reisende auf Einschränkungen im Bahnhof einstellen. Grund ist eine routinemäßige Bauwerksprüfung. Die wird aktuell vorbereitet. Die letzte Prüfung ist drei Jahre her. Im damaligen Bericht wurden Rissbildungen in den Fliesen bemängelt. „Es war nicht eindeutig erkenntlich, wo die Risse ihre eigentliche Ursache haben“, so Spieckermann.

Sven Spieckermann

Sven Spieckermann

Quelle: Enrico Kugler

Die jetzigen Arbeiten, die „Abbruchphase“, in der das Mauerwerk bis auf den Beton aufgedeckt wird, sind nur vorbereitender Art. Freitag sollen sie abgeschlossen sein. Deshalb musste der komplette Fliesenspiegel abgerissen werden. Bauwerksprüfer und das Eisenbahnbundesamt ordneten an, die Wände freizulegen. „Alle tragenden Elemente müssen sichtbar sein“, erläutert Spieckermann. „Das wurde so mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt.“ Auch die Beleuchtung, die in eine Stahlkonstruktion eingebaut wurde, musste zurückgebaut werden.

Bauarbeiten erst am 30. September abgeschlossen

Kleinere Mängel, die den Bauleuten auffielen, wurden schon behoben: Risse in den Wänden, einige Wasserstellen. „Nichts Überraschendes“, so Spieckermann.

Sicherheit und Ästhetik

Sven Spieckermann ist Leiter der Bauüberwachung und verantwortlich für die Bauarbeiten im Oranienburger Bahnhof.

Worum geht es bei den Arbeiten?

Spieckermann: Der Deutschen Bahn geht es um Verkehrssicherheit und natürlich auch Ästhetik.

Wird auch die Statik untersucht?

Spieckermann: Bevor wir in Nebel fassen, wird es statische Untersuchungen geben, um zu sehen, ob alles fest mit dem Mauerwerk verbunden ist.

Wer finanziert die Arbeiten?

Spieckermann: Das Geld kommt aus Eigenmitteln der Deutschen Bahn. Wir bewegen uns bei den Kosten in einem niedrigen sechsstelligen Bereich.

Im Anschluss folgt ab kommender Woche die eigentliche Bauwerksprüfung. Die Prüfer werden schließlich ein Sanierungskonzept erstellen. Womöglich den kompletten Juli und August über dürfte das in Anspruch nehmen. Offizielle Behördenwege verlängern diesen Prozess.

Die Sanierungsarbeiten, die das Eisenbahnbundesamt erst genehmigen muss, erfolgen im September. Sven Spieckermann hat da eine Frist im Kopf. „Unser Ziel ist es, am 30. September die Instandsetzungsarbeiten abgeschlossen zu haben.“ Bis dahin bleibt die Unterführung mit provisorischer Beschilderung ein kleines Labyrinth.

Bei der Instandsetzung bekommen die Wände eine Schicht mit Spritzbeton – ohne Fliesen, um spätere Prüfungen zu erleichtern. Automaten, Gepäckfächer und Werbe-Vitrinen werden an ihre vertrauten Plätze gebracht. Dann dürfte auch die Zeit der Irritation vorbei sein. Die Vorhalle mit dem Servicecenter, zwei Läden und einem Bäckern bleibt so wie sie ist.

Von Marco Winkler

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