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Oranienburg Besucherrekord beim Regionalmarkt
Lokales Oberhavel Oranienburg Besucherrekord beim Regionalmarkt
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16:58 30.09.2018
Joachim Lindicke aus Werder hatte mit Enkel Bjarne aufgefahren: Sie boten zwölf verschiedene Apfelsorten von der eigenen Plantage feil. Quelle: Robert Roeske
Oranienburg

„Warum brauchen wir Äpfel und Lammfleisch aus Neuseeland, wenn wir das alles auch hier bei uns haben“, brachte es Besucher Bernd Köhler aus Bernau auf den Punkt. Und auch Bürgermeister Alexander Laesicke sagte zur Eröffnung: „Früher musste es möglichst exotisch sein, heute legen wir wieder Wert auf Produkte aus der Region. Und das ist gut so“. Und was Oranienburg und sein Umland da alles zu bieten hat, das zeigte am Wochenende der Regionalmarkt, organisiert von Tourismusverein Oranienburg und Umland und der TKO mit mehr als 100 Ständen im Schlosspark. Und bei der 7. Auflage war ihnen Petrus hold und bot goldenes Herbstwetter mit reichlich Sonne. Das lockte schon ab 10 Uhr an beiden Tagen in den Schlosspark.

Die Sieger beim Talentwettbewerb. Quelle: Urte Voigt

Hier hatte zum Beispiel Joachim Lindicke aus Werder seinen Stand aufgebaut. Er bot zwölf Sorten Äpfel und fünf Birnensorten feil und Riesenpflaumen der Sorte Topend. Wie er das geschafft hat in diesem Dürresommer? „Mit viel Wasser“, so der Berufsschulleiter für Gartenbau, der einen halben Hektar Obstbäume nunmehr als Rentner bewirtschaftet. Seine Favoriten: Äpfel der Sorten Santana und Rubinola.

Frischen Lavendel hatten die 22 Frauen des Geschichtsstübchens Birkenwerder im Garten geerntet, getrocknet, gerebelt und in selbst genähte Säckchen verpackt. Neben Obst und Gemüse, Blumenzwiebeln aus den Niederlanden, die bestimmt auch in Oranienburg Wurzeln schlagen, Kaffee, Kuchen und Bratwurst gab es ein großes Unterhaltungsangebot für die Kinder. Schon viele Jahre dabei: Regine Schimming aus Velten mit ihren Ponys. Nicht nur der 21 Jahre alte Felix ist wohlgenährt, auch die anderen kleinen Pferde, die die Kinder gelassen durch den alten Park tragen. Dass der Dürresommer auch vielen kleinen Unternehmern zu schaffen macht, dafür ist „Gentle Riding“ von Regine Schimming ein Beispiel: „Ich brauche mindestens zehn Heuballen für meine 13 Ponys im Monat.“ Doch einer koste inzwischen 50 bis 100 Euro. Ihr sei schon ein bisschen bange vor dem Winter und den explodierenden Futterkosten.

Königinnen auf dem Schlossplatz. Quelle: Robert Roeske

Auf die Oranienburger und ihren Regionalmarkt hat auch Siegfried Hennischen wieder gesetzt: „Ein ganz nettes Klima hier“, findet der Mann aus dem Spreewald, dessen Großvater und auch Vater schon Korbmacher waren. „Ein schwerer Beruf, der nicht reich macht“, wusste er deshalb früh. Der studierte Landwirt hat bei der Tierzuchtinspektion gearbeitet und als Rentner flicht er nun doch Körbe: „Eine wunderbare Beschäftigung gegen Stress“, sagt er und lacht.

Derweil sorgen zwei auf der Bühne mit sphärischen Klängen für Gänsehaut: Holger Baumert aus Birkenwerder mit seiner Handpan aus Metall und Jennifer Bernard auf der Harfe. „Die Handpan wurde 2006 in der Schweiz erfunden“, erklärt der musikalische Schmied, der auch Fackeln und Feuertonnen für den Garten auf dem Regionalmarkt feilbietet. Hier gibt es zudem Öle von den Peloponnes, Keramik, Tees, holländische Pommes, Honig und Cremes vom Imker, Pulled Pork, Suppen und Kaffeespezialitäten vom Coffee-Bike.

Die Landfrauen boten Brot mit frischer Kräuterbutter und Kreationen aus Korn. Quelle: Robert Roeske

Novum und Highlight zugleich auf der Bühne: der Talentwettbewerb „Oranienburg sucht den Schlosspark-Star“, kurz „OsdSpS“. Tänzer, Sänger und eine Flötistin zwischen acht und 58 bewarben sich. Zum Schluss machten die „Happy Faces“ das Rennen. Die Oranienburger Mädchen, neun bis elf Jahre alt, legten eine souveräne Tanzeinlage hin – zu klassischer Popmusik. Beeindruckt zeigte sich die Menge auch von der Tanzgruppe „Nobody“ (Platz 2). Die hat sich dem K-Pop verschrieben, wie koreanischsprachige Popmusik kurz genannt wird. Auf Platz 3 kam Luisa aus Oranienburg (8) mit ihrem „Koffer voller Flöten“. Sie beherrscht viele dieser Instrumente. In der Jury saßen Sängerin Samira Rohde, Touristiker Henry Engel, Kremmens Erntekönigin Lara Volgnandt und TV-Tiertrainerin Nicolle Müller.

Dass gleich die Premiere des Talentwettbewerbs „OsdSps“ ein solcher Erfolg wurde, freute Denise Deutsch als eine der Hauptverantwortlichen des Regionalmarktes. Es soll 2019 auf jeden Fall eine Neuauflage geben. Und auch mit dem Wochenende im Schlosspark insgesamt ist sie mehr als zufrieden: „Einfach toll! Viele sind auf mich zugekommen, Händler, Besucher, und alle haben mir gesagt, wie begeistert sie sind“, sagte Deutsch gestern.

Kurz vor 17 Uhr wurden mehr als 12 500 Besucher an beiden Tagen gezählt. Rekord.

Von Heike Bergt

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