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Bollhagen-Schüler beim Mauerweglauf

Velten Bollhagen-Schüler beim Mauerweglauf

Für Louis Pfützner vom Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums (HBG) wird der Ultramarathon, der Mauerweglauf „100 Meilen Berlin“ am Sonnabend, 13. August, eine Premiere sein. So weit ist der Gymnasiast in einem Rennen noch nicht gelaufen.

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HBG-Schulleiterin Claudia Heimen (3.v.l.) bedankt sich bei Steve Hinze (1.v.r.) vom Oranienburger Sportshops Running Man für die Unterstützung bei den Team-Shirts.

Quelle: Ulrike Gawande

Velten. Für Louis Pfützner vom Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums (HBG) wird der Ultramarathon, der Mauerweglauf „100 Meilen Berlin“ am Sonnabend, 13. August, eine Premiere sein. So weit ist der Gymnasiast in einem Rennen noch nicht gelaufen. Zwar wird er nur eine Strecke von 6,2 Kilometern der insgesamt 160, 9 Kilometer, das entspricht 100 Meilen, bestreiten, aber auch die sind für den angehenden Abiturienten eine Herausforderung. Zur Vorbereitung auf das Rennen ist der 17-Jährige neben dem Laufbandtraining im Fitnessstudio oft nach Schulschluss vier bis fünf Kilometer laufen gegangen.

Bei „100 Meilen Berlin“, dem Lauf auf dem ehemaligen Grenzpostenweg an der Berliner Mauer, der seit 2011 am Tag des Mauerbaus zum Gedenken an die Maueropfer von 1961 bis 1989 stattfindet, beteiligt sich erstmals mit dem Bollhagen-Gymnasium eine Schule mit einer Staffel aus 20 Läufern.

Mit dabei auf dem Mauerweglauf

Mit dabei auf dem Mauerweglauf.

Quelle: Gawande

Über 300 Einzelstarter und zahlreiche Staffeln aus aller Welt gehen an den Start. Zur Absolvierung der 100 Meilen hat das Team der HBG-Runners aus Oberstufenschülern und Ehemaligen maximal 27 Stunden Zeit. Einzelstarter bekommen drei Stunden mehr. Auch in der Nacht wird gelaufen. „Natürlich ist der sportliche Aspekt wichtig und reizvoll, aber wir vertreten als Staffel auch unsere Schule“, erklärt Brian Borsum, ebenfalls demnächst 12.Klasse. Ersatzläufer, Lehrer und Eltern begleiten und betreuen das HBG-Team beim Ultramarathon, der vom Berliner Friedrich-Ludiwg-Jahn-Stadion im Uhrzeigersinn rund um das ehemalige West-Berlin wieder zum Stadion führen wird. Zwischen drei und 18 Kilometern betragen die Laufdistanzen der einzelnen Bollhagenschüler.

Aber neben dem sportlichen Aspekt, sei es auch ein Ereignis bei dem geschichtsträchtigen Lauf dabei zu sein, sind sich die Schüler einig. „Man läuft den Verlauf der Mauer ab, da werden einem erst die Dimensionen deutlich.“ Es werde sichtbar wie lang das Bauwerk eigentlich gewesen ist. Für Phillip Krummrey wird so der historische Hintergrund des Laufs zur Motivation. Den Menschen zu gedenken, die durch den Bau der Mauer vor 55 Jahren mehr als drei Jahrzehnte getrennt wurden und denen, die ihren Wunsch nach Freiheit mit dem Leben bezahlten.

Der Lauf erinnert an Maueropfer Karl-Heinz Kube aus Teltow

Der Lauf erinnert an Maueropfer Karl-Heinz Kube aus Teltow.

Quelle: privat

So wie Karl-Heinz-Kube, an den in diesem Jahr mit dem Lauf erinnert werden soll. Genauso alt wie einige Läufer des Bollhagen-Gymnasiums starb der junge Teltower bei seinem Fluchtversuch im Dezember 1966 in Kleinmachnow. Damals hatte der 17-Jährige zusammen mit einem Freund versucht die Mauer zu überwinden. Doch sie wurden von DDR-Grenzschützern entdeckt und unter Beschuss genommen. Kube starb, sein Freund wurde verletzt verhaftet. Nach der Wiedervereinigung wurden die vier Grenzsoldaten von damals im Prozess freigesprochen, weil nicht mehr festzustellen war, wer die tödlichen Schüsse abgegeben hatte.

Impression des Laufs 2015 in Hohen Neuendorf

Impression des Laufs 2015 in Hohen Neuendorf.

Quelle: Ulrike Gawande

Außer im Geschichtsunterricht in der Schule, spiele das Thema Mauerbau keine Rolle in ihrem Alltag, erzählen die Gymnasiasten aus Velten. Die Mauer sei selten ein Thema, über das in der Familie gesprochen werde, so die Jugendlichen. Und so wird das, was für die Schüler, die selbst zum Fall der Mauer noch nicht geboren waren, bloße Geschichte ist, durch den Mauerweglauf, der unter der Schirmherrschaft des DDR-Bürgerrechtlers Rainer Eppelmann stattfindet, ein wenig mehr erfahr- und fühlbar.

Zumal andere Teilnehmer des Laufes, die aus der ganzen Welt kommen, selbst noch persönlich unter den Auswirkungen der Mauer gelitten haben. Jeder Teilnehmer von „100 Meilen Berlin“ erhält zudem als Medaille ein Stück Mauerrest, auf dem in diesem Jahr das Gesicht vom jungen Karl-Heinz Kube zu sehen ist. Zum mahnenden Gedenken. „Der Lauf ist eine tolle Sache“, begeistert sich Sportlehrerin Delia Borsum, Organisatorin des HBG-Laufteams. „Wir können als Schule politisch Gesicht zeigen.“ Umso dankbarer ist sie dem Förderverein der Schule, sowie Sponsoren und Unterstützern, die die Teilnahme des Schulteams am Mauerweglauf ermöglichen.

Von Ulrike Gawande

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