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Oranienburg Bombensuche am Kulturhaus
Lokales Oberhavel Oranienburg Bombensuche am Kulturhaus
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19:30 26.02.2019
Das Kulturhaus Friedrich Wolf in Lehnitz. Quelle: Stefan Blumberg
Lehnitz

Es war am Montagabend eine sachliche Information von Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos): Durch die Umnutzung des Kulturhauses Friedrich Wolf im kommenden Schuljahr werde eine Kampfmittelfreigabe für den Boden unter dem Gebäude benötigt. „Die fehlt aber noch“, sagte er zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung. Abgesucht werden müsse der Boden im Bereich des Tanzsaals als auch der unter dem gesamten Gebäude. Diese Tatsache sorgt für reichlich Zündstoff, weil das Haus dadurch in den nächsten Monaten nicht im vollen Umfang nutzbar ist. Der Tanzsaal und der Keller des Hauptgebäudes werden für die Bombensuche durchlöchert.

Zwei Räume für die Grundschule

Auslöser war die Idee, zwei Räume des Kulturhauses ab dem kommenden Schuljahr temporär für die nahegelegene Grundschule zu nutzen, weil im Schulgebäude die Kapazitäten nicht mehr ausreichen (Es wird eine zusätzliche Klasse eingeschult.). Die Stadt stellte deshalb einen Antrag auf Nutzungsänderung.

Nutzung des Hauses zeitweilig eingeschränkt

„Ich weiß gar nicht, warum der Antrag gestellt wurde“, fragt sich Torsten Reipert, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Kulturhauses. Vor ein paar Jahren sei im selben Gebäude Unterricht für Flüchtlinge erteilt worden – damals habe es keine Nutzungsänderung gegeben. „Aber jetzt. Für uns hat das enorme Auswirkungen, unser Haus kann in der nächsten Zeit nicht mehr so genutzt werden wie geplant.“ Vereine, Tanzgruppen, Karnevalsclub und viele andere mehr würden in dem Gebäude regelmäßig proben, trainieren oder auftreten. Das sei künftig nicht mehr im vollen Umfang möglich.

Parkett des Tanzsaales gerade erst ausgetauscht

Der Lehnitzer Ortsvorsteher Matthias Hennig (SPD) weiß, dass die Gesetzeslage es so will, kann die Forderung des Landkreises nach der Freigabebescheinigung allerdings nicht nachvollziehen. „Der Tanzsaal wurde in der 50er-Jahren gebaut, da kann überhaupt keine Munition drunter liegen. Und jetzt wird der Saal durchbohrt. Das Parkett ist gerade erst ausgetauscht worden.“ Trotz der modernen Technik, wonach fünf, sechs, sieben Meter seitlich nach Munition gesucht werden könne, reiche es nicht, um den Tanzsaal zu verschonen. „Das ist eine mathematische Gewissheit“, sagt Matthias Hennig. Und im vorderen Teil des Gebäudes – in dem findet ab August auch der Unterricht statt – müsste der Boden im Keller durchlöchert werden.

Unterricht soll am 5. August starten

Die Nachricht von der Kampfmittelfreigabebescheinigung kam am vergangenen Donnerstag. Am Freitag begutachteten Vertreter von Stadt, Kampfmittelbeseitigungsdienst, Kulturhaus und Ortsbeirat die Immobilie. „Ziel ist es, jetzt alles so schnell wie möglich in die Wege zu leiten, damit die Kinder am 5. August unterrichtet werden können“, sagt Stefanie Rose, Dezernentin für Bürgerdienste der Stadt.

Jetzt ist die Stadt gefordert

Geradezu prekär gestaltet sich die Lage für das Kulturhaus. „Wir haben Fixkosten von 2500 Euro im Monat. Der Ausfall muss ja irgendwie gezahlt werden. Es gibt auch schon angemeldete Feiern, für die Geld geflossen ist. Jetzt ist die Stadt gefordert“, so Torsten Reipert. Er ahnt schon, was auf ihn zukommt. „Ich werde in den nächsten Monaten damit zu tun haben, die Leute, die unser Haus nutzen, zu beruhigen. Und das als Ehrenamtlicher. Schön sieht anders aus.“

Von Stefan Blumberg

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