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Brandzeichen für Reitsättel sind beliebt

Codierungsangebot der Oranienburger Polizei Brandzeichen für Reitsättel sind beliebt

Der Alptraum eines jeden Reiters ist nicht nur der Verlust seines Pferdes, sondern auch der Diebstahl des Sattels. Nachdem es zuletzt vermehrt zu Einbrüchen in Reiterhöfen rund um Berlin gekommen war, hatte die Oranienburger Polizei zu einer Codierungsaktion von Pferdesätteln eingeladen.

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Polizeihauptmeister Wingolf Kirchner (Mitte) brennt mit dem Codierungsgerät den Zahlencode in das Leder des Sattels.

Quelle: Ulrike Gawande

Oranienburg. Jeder Reiter weiß, den richtigen, passgenauen Sattel für sich und sein Pferd zu finden, ist nicht nur ein langwieriger, sondern auch ein kostspieliger Vorgang. Durchschnittlich rund 1500 Euro legen Pferdeliebhaber für einen Sattel auf den Tisch, weiß Polizistin und Reiterin Julia Kottwitz. Nach oben sind den Preisen keine Grenze gesetzt.

Umso ärgerlicher ist, wenn das gute Stück gestohlen wird. Auch in Oberhavel kam es laut den Meldungen auf der Internet- und Facebook-Seite „Stoppt den Sattelklau“ 2015 vermehrt zu Einbrüchen in Pferdehöfe rund um Berlin. Betroffen waren unter anderem auch Reitanlagen in Schildow, Staffelde und Hohenbruch. Angaben, die von der Oranienburger Polizei nicht konkret bestätigt werden konnten, da für den Diebstahl von Sätteln keine eigene Statistik geführt werde.

Jedoch ist auf der Wache das Problem des Satteldiebstahls nicht unbekannt, so hatte man deshalb am Sonnabend zu einer kostenlosen Codierungsaktion von Pferdesätteln eingeladen. Mithilfe eines, ein wenig antik anmutenden, Codierungsgerätes wird dabei ein aus Landkreis, Adresse und Namenskürzel des Sattelbesitzers generierter Code in das Leder des Sattels eingebrannt.

Mit der Pinzette werden die Ziffern und Buchstaben des Codes in das Brenneisen eingefügt

Mit der Pinzette werden die Ziffern und Buchstaben des Codes in das Brenneisen eingefügt.

Quelle: Ulrike Gawande

Mithilfe dieses Codes hofft man später, Sättel aus Einbrüchen eindeutig als Diebesgut identifizieren zu können. Beispielsweise bei Ebay oder unter der Hand angebotene Hehlerware. Kompliziert werde es nur bei ins Ausland verkauften Sätteln.

Versuche man den Code unkenntlich zu machen, zerstöre man das Leder und der Sattel verliert an Wert. „Bei Fahrrädern haben wir mit der Codierung gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Polizeihauptmeister Wingolf Kirchner. Ein codiertes Fahrrad tauche nur selten in Diebstahlsanzeigen auf. Das hofft man auch für die Sättel. Die Kennzeichnung soll vor allem abschreckende Wirkung haben.

Für Diebstahlsicherung sorgen hingegen verschlossen Sattelkammern, Schränke und abschließbare Sattelhalter. Kirchners Kollegin Julia Kottwitz präsentiert zudem ein Hinweisschild, auf dem Diebe vor der Codierung der Sättel gewarnt werden. „Das sollten alle Reiterhofbesitzer ans schwarze Brett hängen“, findet die junge Frau. Denn wenn Sättel gestohlen werden, dann meist im großen Stil. Schnell kommen auf einem Hof 20 bis 60 Sättel zusammen. Schadenssummen bis 100 000 Euro sind dann keine Seltenheit. Trensen, Schabracken und Sattelgurte werden hingegen oft liegengelassen.

Zur Codierung nach Oranienburg kamen jedoch nicht nur einzelne Reiter, sondern auch ganze Reitergruppen. „Bei Bedarf kommen wir zur Codierung aber auch auf die Reiterhöfe“, erklärt Polizeikommissarin Kottwitz. Ab zwanzig Sätteln lohne sich der Aufwand. Entsprechende Anfragen würde die Abteilung Prävention entgegen nehmen, so Kottwitz.

Von Ulrike Gawande

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