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Oranienburg Clubbesitzer ruft zu „Links-Nazi“-Besuchen auf
Lokales Oberhavel Oranienburg Clubbesitzer ruft zu „Links-Nazi“-Besuchen auf
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15:55 14.07.2016
Die „Alte Fleischerei“ in der Rungestraße. Quelle: Winkler
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Oranienburg

Das Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt Oranienburg weist die Vorwürfe zurück, sie seien in einen Farbanschlag auf die „Alte Fleischerei“ involviert. „Eine derartige Aktion widerspricht den Prinzipien des Forums“, so Patrick Neumann, Mitglied des Sprecherrates, in einer öffentlichen Klarstellung.

Was ist passiert? Diesen Montag, 11. Juli, postete „Alte Fleischerei“-Inhaber Dirk Arndt auf Facebook die Nachricht, dass sein Restaurant in der Nacht zu Montag „Opfer einer heimtückischen und feigen Attacke der Antifa geworden“ sei. Der Eingang wurde mit gelben Farbbeuteln beworfen, laut Arndt hätten „Links-Nazis“ sein Eigentum beschädigt und der „Kreis der Verdächtigen“ könne nicht groß sein. „Die Eltern des Täters müssen Geschwister sein“, so Arndt öffentlich (die Vermutung liegt nah, dass das Zitat eine Anspielung auf einen Song einer rechten Rockgruppe ist).

AfD debattiert dort, wo die Jüdische Gemeinde mahnt

Für die Tatursache läge für Arndt eine Vermutung nahe: Ein AfD-Infoabend in seinem „Meistersaal“, der am Montagabend veranstaltet wurde. Im Vorfeld hätte Arndt eine Aufforderung des Forums bekommen, er solle die Veranstaltung absagen.

Im „Meistersaal“ hat im Mai noch die Jüdische Gemeinde „Wiederkehr“ an die Opfer des Holocaust erinnerte. In dem Saal hängt auch die im Mai eröffnete Ausstellung „300 Jahre jüdisches Leben und Leiden in Oranienburg“ von Historiker Hans Biegeigel.

Das Forum bestätige öffentlich den Protestbrief. Dass es deshalb unter Generalverdacht gestellt werde, sei jedoch nicht akzeptabel. Patrick Neumann richtet aus: „In keiner Zeile wurde zur gewalttätigen Aktionen gegen die Betreiber der ’Alten Fleischerei’ und der Lokalität aufgerufen. Gegen die Vorwürfe, wissentlich den Täter zu schützen, wehrt sich das Forum und verurteilt die Androhung von Selbstjustiz.“

AfD sieht etablierte Parteien in der Verantwortung

Dirk Arndt hatte nach der Farbattacke zu „Hausbesuchen“ im sozialen Netzwerk aufgerufen. „manchmal vermiss ik mein altes leben da gabs so eine scheisse nicht u wenn klärten wir das auf unsere weise“, schreibt ein Freund von Arndt auf Facebook. Arndt stimmt ihm zu. Auch teilt der Restaurant-Inhaber dort Bilder und Videos von mitunter rechtslastigen Seiten. Am Mittwoch soll er von der AfD einen Blumenstrauß für seine Reaktion auf den Farbanschlag bekommen haben.

Auch die AfD reagierte auf den Farbanschlag in einer Pressemeldung. „Die ständigen Diffamierungen der AfD durch die etablierten Parteien erzeugt einen Nährboden der linke Gruppierungen – allen voran die hochkriminell agierende Antifa – dazu ermutigt Strafftaten zu begehen“, heißt es dort.

Eine „moralische Verantwortung“ würden vor allem große Partein tragen. „Denn sie erklären, mit ihren permanenten Aufrufen die Positionen und das Personal der AfD zu ’attackieren’, Gewalt zu einem legitimen Mittel deutscher Politik“, so Christian Schmidt, Pressesprecher der AfD-Oberhavel.

Staatsschutz ermittelt

Der Staatsschutz der Polizeidirektion Nord ermittelt jetzt „im Auftrag der Staatsanwaltschaft Neuruppin wegen des Verdachts der Sachbeschädigung“, teilt die zuständige Polizeidirektion Nord mit. Hinweise auf einen konkreten Tatverdächtigen lägen noch nicht vor. „Darüber hinaus dauert die Auswertung der am Tatort gesicherten Spuren an.“

Mithilfe: Noch werden Zeugen für die Rekonstruktion des Tatvorhergangs gesucht. Wer Hinweise zur Aufklärung der Straftat geben kann, sollte sich bei der Polizei melden unter Tel. 03301/85 10.

Von Marco Winkler

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